Weit und kühn

Der Frühling erzählt vom Erwachen. Vom Aufbrechen in neues Land, vom Neuerfinden – uns und Systeme, Gemeinschaft und Strukturen. Es wäre die Zeit, den Weg kühn und frei für die Visionen zu ebnen. Damit sie uns ins Morgen ziehen, wenn es schwer wird und der Lebenstanz anstrengend ist. Sie locken, damit wir unser Jetzt von der Zukunft her gestalten, dass wir uns von starken, tragenden, großen Visionen beflügeln lassen können.
Sie sind wie Funken, die fliegen. Funken können Feuer entzünden.

Manchmal denke ich, wir haben als Gesellschaft verlernt, groß zu visionieren und an unsere Visionen zu glauben. Der Frühling erinnert mich daran, er verkörpert unsere weit schauende menschliche Natur. Weit springen, hoch fliegen, ganz neu an etwas hindenken – wie wir leben könnten, wie Friedensvisionen Feuer entfachen, die nicht mehr ausgehen. Größer und weiter und kühner denken, als wir es jemals gemacht haben. Den Nullraum spüren, in dem sich alles neu gebiert, auch ich mich.