Schnittmengen

Wenn ich eine Schnittmengen-Landkarte erstelle, kommt Erstaunliches heraus. Mit wem ich alles wo Schnittmengen habe, das ist wirklich viel. Von rechts bis links, von oben nach unten. Wollte ich Schnittmengen aus Feldern vermeiden, die nicht lupenrein sind, dann müsste ich mich komplett aufgeben. Im Laufe des Älterwerdens habe ich mich mit Schnittmengen auch in schwierige Felder hinein ausgesöhnt. Der eigenen Spur und Wahrheit folgen und dazu zu stehen, das zieht manchmal Alleinwege nach sich. Die Pazifistin zum Beispiel sitzt gerade an sehr kleinen Feuern. Es ist ihr egal. Es ist wie mit der Etikettierung, auch da bin ich entspannt geworden. … Schnittmengen weiterlesen

Sammelsurien

Es gibt viele Wege, sich selbst besser kennenzulernen oder zu verstehen. Die Selbsterforschung ist einer davon. Ich ethnografiere – meine Tagesabläufe, meine Gedanken, Wege und Lebensräume. Und komme mir auf die Spur, auch auf die geheime, auf manche Schattenpfade und hin zu Quellen und Schatzkammern.Mich erforschen, beobachten, entdecken, studieren. Die Forscherin möchte dokumentieren, was ich da alles sammle. Ich hinterfrage mich, meinen Konsum, meine Gedankenwege, das Unbeachtete in meinem Lebensraum, den produzierten Abfall, das Zu-viel-von … , Miniaturschätze, Schatten, die Morgenteespuren und noch vieles andere. Und so sortiere ich, arrangiere die Ergebnisse und lasse der Künstlerin freie Hand beim Kartografieren. … Sammelsurien weiterlesen

Vision und Entscheidung

Pazifismus ist keine Illusion, es ist eine Entscheidung. Und eine große Vision. Für manche von uns ist es eine Vision, ein Entscheid seit Jahrzehnten, vielleicht sogar schon in jungen Jahren geboren. Ich kann dafür gehen, wenn es mir was bedeutet. Ich kann für diese Vision gehen und sie jetzt sofort in mein Leben holen – in mein Sprechen, Denken, Handeln, in meine Verantwortung. Entschieden, radikal. Vision und Entscheidung weiterlesen

Körperweisheit

Hinspüren an uralte Weisheiten des Lebens. An dieses so unendlich komplexe Leben. Komplex – das, was in unserer Zeit nicht gewollt ist, weil zu kompliziert und nicht kontrollierbar. Es wird alles zunehmend mehr als „simpel, kontrollierbar und machbar“ hingestellt und verkauft. Und genau das ist es eben nicht. Es ist tief und weit und komplex. So wie unsere Körper. Körperlichkeit ist das, was zu unserem Menschsein gehört, was uns ausmacht. Über unser Mondblutwissen sind wir beispielsweise zutiefst angebunden an Zyklen, an Körperweisheit, an Leben und Tod, an tiefste Lebendigkeit. Unsere Körper sind wie die Weise Alte, ganz nah am Geheimnis … Körperweisheit weiterlesen

Für die leisen Töne

Wo sind die leisen und feinen Töne und Haltungen? Mehr denn je ehre ich das „Leise“. Dazu zähle ich abwägen, behutsam sein, gründlich, bedacht, sorgsam, neutral, verstehen, durchschauen, lauschen, abwarten, hinterfragen … Weil das Laute, das Rasseln, die schnelle Aktion so dominiert, auch in der Wertigkeit, frage ich mich, was am „Leisen“ so gefährlich ist. Scheinbar ist für Genauigkeit, für´s Überprüfen keine Zeit. Und neutral will kaum jemand sein, da soll es geschwind ins eindeutige Hier oder Dort gehen. Als „Versteherin“ habe ich ziemlich schlechte Karten. Verstehen wollen, nachfragen, überprüfen, das war doch alles mal was wert.Raus aus dem Kastl, … Für die leisen Töne weiterlesen

Medizin für diese Zeiten

Aus zwei Jahren Zeitgedanken ist ein neues Buch entstanden. Wie schon bei der Närrin und der schamanischen Kraft im Alltag ist es auch diesmal so, dass ich die Bilder und Gedanken gerne für alle in den Blog stelle. Und um meine Katzen füttern zu können, stelle ich nach einiger Zeit alles zusammen zu einem Buch. Das ist für mich die ideale Lösung. So kann ich meine Arbeit frei zur Verfügung stellen und über das Buch fliesst die „Marie“ zu mir. Marie – ein altes Wort für Geld, das ich gerne verwende, vom Maria Theresia Taler. Es war das erste Wort, … Medizin für diese Zeiten weiterlesen

Fragen über Fragen

Fragefreude ist eine gute Kraft im Lebenskoffer. Gerade die Wegkreuzungsfragen, die Wandelfragen haben es in sich. Fragen haben Erleuchtungspotenzial.Worum geht es wirklich? Was ist meine Wahrheit? Wer hat was von xy? Was habe ich davon? Sagt wer? Mit welcher Motivation? Was ist für wen so gefährlich am Fragenstellen? Lasst uns nicht müde werden, die wichtigen Fragen zu stellen. Mögen wir unsere Fragen ehren und das Wissenwollen hüten. Wenn das Nachfragen gefährlich wird, wenn es unerwünscht ist oder gar nicht erlaubt, wenn Fragende als Gefahr gesehen werden, dann stimmt was von Grund auf nicht. Wenn Fragen zur brandheissen Mangelware werden, dann … Fragen über Fragen weiterlesen

Worthäuser

Was, wenn uns Wörter und Worte serviert und eventuell eingetrichtert werden, die uns nicht guttun, die nicht bekömmlich sind? Dann braucht es bewusst eine andere Wortnahrung. Dafür könnte ein Worthaus entstehen, genauso wie Geschichtenhäuser gut sind für wichtige Geschichten. Für die Ehrung und als guter Platz, um sich bei uns wohlzufühlen. Ein Text-iles Sammelsurium von Wortpralinen und feinem Gewebe in einem Haus. Mit dem Gewebe ist es bei beidem so – es trägt oder auch nicht. Es ist strapazierfähig, löchrig, verwoben. Es kann fein oder grob sein. Es gibt dehnbare Wörter und ebensolches Gewebe. Der strukturelle Aufbau des Gewebes, von … Worthäuser weiterlesen

Ein Friedenshaus

Das neue Geschichtenhaus wird ein Friedensort, eine Art Schrein. Dort will ich mich viele Male am Tag an die Herzenskriegerin erinnern mit ihrer friedvollen Haltung, ihrem kompromisslosen Gehen für den Frieden. Sie sagt mir: „Geh dafür, bleib dabei, egal, was ist. Trage es durch alle Stürme, hüte es. Geh dafür genauso wie für die Freiheit.“ Der habe ich ja vor zwei Jahren mein Wort gegeben. Dem Frieden will ich´s auch geben. Sie sollen sich auf mich verlassen können. Im Idealfall unter allen Umständen. Mir scheint, als würde es von einem Trainingslager ins nächste gehen. Ins Friedenshaus lege ich Blumen und … Ein Friedenshaus weiterlesen

Vom Rosen-Rosa-Rot und der Aussöhnung

Ich will mich mit dem hellen Rot, dem Rosen-Rosa-Rot aussöhnen. Lachsfarben geht schon wieder, aber dieses 30-Prozent Rot, das ist sehr problematisch für mich. Wenn Rosa alt wird, mildert es meine Schwierigkeit mit ihm. Altrosa. Und wenn es japanisch wird, dann komme ich noch am besten damit klar. Als Künstlerin möchte ich keine solchen Berührungsproblematiken haben. Mit Automarken wärs mir egal, aber nicht mit Farben. Deshalb mache ich einen Rosen-Rosa-Rot-Schrein. Nicht zu groß, so, dass ich ihn schnell verräumen kann. Zumindest im Anfangsstadium meines Desensibilisierungstrainings. Ob ich irgendwann so weit bin und hineinmeditiere? Und den süßen Duft von rosa Rosen … Vom Rosen-Rosa-Rot und der Aussöhnung weiterlesen