Sommer

Der Sommer war lang. Es schien als sei es „the birth of the endless summer“. So steht es auf einem Collageschnipsel, das mir zufällt. Als Winterfrau macht mir das ein bisschen Angst. Der Sommer schmunzelt und erinnert mich an den Sommer des Lebens. Damals. „Weisst du noch, als ihr in der alten Stube der Tanten mit dem kleinen Punkt gespielt habt? Und dann so lachen musstet, weil ihn der Ludwig immer doppelt gesehen hat?“ Ja dann …  Diesen kleinen roten Punkt, den habe ich seitdem immer dabei. Es ist mein Sommerpunkt. Er hat sich im Laufe der Jahre vermehrt, so, … Sommer weiterlesen

Auf ein Wiedersehen!

Sommermomente liegen auf dem Tisch. Sie sind bereit für Säfte und eingekochte Köstlichkeiten, die im Winter wärmen. Eingelegte Sommerperlen wie Spielperlen, Tandelperlen, Wunderfizz- oder Sinnenfrohperlen. Bunte Sommerpunkte – ein Giggel-, ein Pfeifdrauf-, ein Schlendrianpünktchen. Wie gut, wenn wir um ganz viele gelebte Sommermomente wissen. Sie sind bestes, wärmendes Feuerholz für die langen Winternächte und für die schwierigen, eisigen Zeiten. Sie sind da, wenn sie Raum bekommen, zu jeder Jahreszeit, in jedem Alter als wichtige Südmedizin. Gemeinsam lustwandeln, frie faxen, Pferde stehlen, Kirschen essen, plantschen, schlurfen, matschen, weltentdecken, ganz neu auf diesem Planeten landen, Mausgejohle und Dreckspatzlachen, regennass als Spinnerratz in … Auf ein Wiedersehen! weiterlesen

Geschas – Geschichtenschachteln

Seltsamkeiten, Absonderliches und Verrückungen, die in kleinen Schachteln wohnen.Bilder von Tanten, der Groß- und der Urgroßmutter, Collagen, Zugefallenes, Worte und Wörter, Papierenes … träumend Wege abwandern, gruppieren, neue Zusammensetzungen erkunden. Ein roter Klecks, damit fängt es an. Dann die Flügel ausbreiten, träumen, fliegen und neue Planeten entdecken. Frei ist´s auf den weiten Höhen, ich will ziehen, ich will ziehen.In die Welt, ins wilde Land, durch die Risse, um zu finden, was ich hier so sehr vermisse. Mit leichtem Gepäck und klarer Handschrift unterwegs. Raum einnehmen. Scheinen. Geschas – Geschichtenschachteln weiterlesen

Biblios

Bücher füllen – meine Biblios – mit wichtigen Erinnerungen, mit Landkarten, mit Wortschätzen, bedeutsamen Briefen, Sammelsurien … Die Biblios sind Teil des Lebenskoffers. Sie enthalten Essenzen und das, was kräftigt und Freude bereitet. Die Buchumschläge sind wie Mäntel. Es gibt sehr schöne, stabile, verzierte. Die neuen Inhalte bekommen Secondhand-Mäntel, das finden sie zeitgemäß und die Umhüllung ist dann auch einzigartig, wie bei Vintagekleidung. Ich finde sie dort, wo ich auch meine eigenen Gewänder aufstöbere, auf Flohmärkten oder in Scheunen. Vor längerer Zeit war ich nicht schnell genug, da sind mir die Geister zuvorgekommen und haben die ganzen leeren Buchhäuser besetzt. … Biblios weiterlesen

Wer leben will …

„… muss sterben können“, sagt sie. Santa Muerte, die Tödin, die Sensenfrau, die Schnitterin … Zu Schnitterin, wenn die Sichel das Korn einholt, um Nahrung zu haben und die Tage schon merklich kürzer werden, spüre ich die Tödin ganz nah.Wie in Mexiko, wo die Santa Muerte verehrt wird, lade ich sie ein, will sie sichtbar machen mit Farben, über die Bemalung. Und so bemalt wollte ich einmal durchs Dorf radeln und am Spaghettitopf stehen, in verlassenen Häusern Geheimnisse entdecken, Beeren pflücken, Dorfleuten und Katzen begegnen, unterwegs sein … Eine Santa-Muerte-Figur steht in der Küche und erinnert mich an ihre Allgegenwärtigkeit. … Wer leben will … weiterlesen

Worthäuser

Was, wenn uns Wörter und Worte serviert und eventuell eingetrichtert werden, die uns nicht guttun, die nicht bekömmlich sind? Dann braucht es bewusst eine andere Wortnahrung. Dafür könnte ein Worthaus entstehen, genauso wie Geschichtenhäuser gut sind für wichtige Geschichten. Für die Ehrung und als guter Platz, um sich bei uns wohlzufühlen. Ein Text-iles Sammelsurium von Wortpralinen und feinem Gewebe in einem Haus. Mit dem Gewebe ist es bei beidem so – es trägt oder auch nicht. Es ist strapazierfähig, löchrig, verwoben. Es kann fein oder grob sein. Es gibt dehnbare Wörter und ebensolches Gewebe. Der strukturelle Aufbau des Gewebes, von … Worthäuser weiterlesen

Ein Friedenshaus

Das neue Geschichtenhaus wird ein Friedensort, eine Art Schrein. Dort will ich mich viele Male am Tag an die Herzenskriegerin erinnern mit ihrer friedvollen Haltung, ihrem kompromisslosen Gehen für den Frieden. Sie sagt mir: „Geh dafür, bleib dabei, egal, was ist. Trage es durch alle Stürme, hüte es. Geh dafür genauso wie für die Freiheit.“ Der habe ich ja vor zwei Jahren mein Wort gegeben. Dem Frieden will ich´s auch geben. Sie sollen sich auf mich verlassen können. Im Idealfall unter allen Umständen. Mir scheint, als würde es von einem Trainingslager ins nächste gehen. Ins Friedenshaus lege ich Blumen und … Ein Friedenshaus weiterlesen

Vom Rosen-Rosa-Rot und der Aussöhnung

Ich will mich mit dem hellen Rot, dem Rosen-Rosa-Rot aussöhnen. Lachsfarben geht schon wieder, aber dieses 30-Prozent Rot, das ist sehr problematisch für mich. Wenn Rosa alt wird, mildert es meine Schwierigkeit mit ihm. Altrosa. Und wenn es japanisch wird, dann komme ich noch am besten damit klar. Als Künstlerin möchte ich keine solchen Berührungsproblematiken haben. Mit Automarken wärs mir egal, aber nicht mit Farben. Deshalb mache ich einen Rosen-Rosa-Rot-Schrein. Nicht zu groß, so, dass ich ihn schnell verräumen kann. Zumindest im Anfangsstadium meines Desensibilisierungstrainings. Ob ich irgendwann so weit bin und hineinmeditiere? Und den süßen Duft von rosa Rosen … Vom Rosen-Rosa-Rot und der Aussöhnung weiterlesen