Eine wirre Zeit

Nichts wissen und keine Antworten haben, das ist nachwievor der Zustand, den ich in diesen seltsamen Zeiten unserer Weltengemeinschaft erkunden darf in Bezug auf Wahrheit und die Woher-Wohin-Geschichten, auf das „was tun, was lassen, wie unterwegs sein“. Es ist ein Tanz zwischen irrlichternd und ganz still, tastend und behutsam, im Versuch Gleichgewicht zu halten. Der Boden, den ich unter mir spüre, ist weich, er gibt nach und manchmal denke ich, was, wenn es schon längst kein Boden mehr ist, sondern Messers Schneide. Ich höre viele unterschiedliche Geschichten und ergründe für mich die Wahrheit darin. Objektiv gibt es eh nicht. Nichts … Eine wirre Zeit weiterlesen

Corona-Tanz

Als Seefahrerin würde ich die Wellen als kabbelig bezeichnen – die emotionalen, die Aussenwellen, das gesamte Meer, auf dem wir herumschippeln. Viele Bewegtheiten sind rundum. Die Wellen sind unruhig, ungleichmäßig, sich überlagernd, aus unterschiedlichen Richtungen. Die Winde sind böig. Es braucht recht geübte SeefahrerInnen für solche Umstände. Da mir bisher nur der Walchensee mit seinen heissen Fallwinden und der seltsamen Thermik solche Wellen beschert hat, fühle ich mich unsicher und eher weniger geübt. Deshalb tanze ich, da bin ich etwas sicherer. Das Vertraute und Bewährte im Unterwegssein scheint mir im Moment das Tragende. Neue Techniken greifen nicht wirklich. Ich höre mir … Corona-Tanz weiterlesen

Herbstklopfen 2019

Eine Ausstellung zusammen mit Lisa Manhuru im Tusculum in Murnau, mit Bildern und Objekten. Eine Tanzperformance. Der Klick zum Film Der Sommer ist alt geworden, die Sommerblumen verblühen. Der Herbst klopft an. Der alte Sommer und der junge Herbst begegnen sich. Es ist eine uralte Begegnung. Es gibt eine gemeinsame Zeit, die Altweibersommerzeit, die Herbstgoldzeit, einen gemeinsamen Tanz, bevor sich der Sommer ganz verabschiedet und der Herbst den Raum alleine ausfüllt. Almut Döring spielt das Cello, Lisa tanzt die Herbst-Alte, ich den Sommer. Die Räume der Künstlervereinigung Tusculum sind alt, voller Charme, lange belebt, sie haben viel gesehen, sie kennen … Herbstklopfen 2019 weiterlesen

An Hua danzn

An Hua danzn (Den Hua tanzen) – zum Film Der Hua ist ein Frühlingstanz, ein Weißtanz, ein Geheimnis- und Hütetanz. (Für diejenigen, die neu hier sind – ich erfinde Bräuche, um das Brauchtum zu erfrischen.) Der Brauch geht so: Alle machen ein Weißbild mit einem geheimen Wunsch. In manchen Gegenden wird ein rundes Papier genommen, andernorts nimmt man ein rechteckiges oder quadratisches Blatt. Mit weißer Farbe wird symbolhaft der geheime Wunsch aufgemalt. Das Bild ist wie ein Wunschsame. Es wird auf die Erde gelegt, verkehrtherum, so, dass es die Erde lesen kann. Dann bekräftigt man es, indem man darauf tanzt. … An Hua danzn weiterlesen

In Between

In Between erzählt von den Wegen zwischen zwei Feuern, zwischen zwei Lebensabschnittsblumen, wenn das bisherige Zuhause verlassen worden ist und das neue noch nicht da ist. Es geht um die Zeit, wenn wir für unbestimmte Zeit in den Wäldern unterwegs sind, in unbekannten Zonen, in der Wildnis, dort, wo das Bekannte nicht mehr greift. In der Wildnis, im Nullraum atmen wir unseren alten Namen aus. Die Bilder über uns und die Welt verlieren sich. Etwas Neues wartet darauf, von uns bewohnt zu werden, entdeckt zu werden. Ein neues Feuer wartet auf uns. Irgendwann liegt der Rauch dieses neuen Feuers in der Luft … In Between weiterlesen

Goodbye Doña Flor

Die Geschichte der Señora, die Abschied nimmt von einer Lebensabschnittsblume. Vielleicht einer roten. Lange hat sie mit Doña Flor getanzt, hat Doña Flor erblühen sehen, sich neigen und alt werden. Blütenblätter fallen, alte Feuer gehen aus. Erblüht, gerundet, vollendet. Der Tanz will ganz zu Ende getanzt werden, ganz durchwandert. Das Knospen ahnen im Loslassen. Im Rundtanzen Raum für eine neue Lebensabschnittsblume aufmachen. Goodbye Doña Flor – zum Buch Fotografie und Bemalung der Señora: Anke Rammé Firlefanz http://www.anke-firlefanz.de Goodbye Doña Flor weiterlesen

Wie es ist, das Leben als Tanz zu begreifen

Ein Kurzfilm, den Ute Geuder mit mir gemacht hat. „Wie es ist, das Leben als Tanz zu begreifen“ (Hier Klicken) Drei Minuten, schwarz-weiß, Tanz und Gedanken dazu. Gefilmt im Stoppelfeld und am Eglsees, am Dorfrand, am Waldrand. Ute hat immer wieder einen Kreativitätshinweis beherzigt: „Kill your darling“. Sie hat viele Darlings sterben lassen – für die Einfachheit, die Klarheit, die Essenz. Mir fällt das viel schwerer. Es könnte ja irgendwann einen Darling-Film geben, mit all den Gestorbenen. Wie es ist, das Leben als Tanz zu begreifen weiterlesen