Die Herzenskriegerin rufen

Das mit der eigenen Wahrheit und dem Mut ist so eine Sache. Der eigenen Wahrheit folgen, das tönt sehr gut. Das möchte ich gerne und immer. Einerseits. Andererseits spüre ich, dass es eine Kampfansage ans System ist. Ans Aussensystem würde schon reichen an Herausforderung, weil es da eine Art Gegenüber gibt und mich der zivile Ungehorsam auch kräftigt. Wenn ich meiner Wahrheit folge ist es aber auch eine Kampfansage an mein Innensystem und da wird es vergleichsweise sperrig. Das Aussensystem, das mir so gar nicht gefällt, das ich kritisch hinterfrage und verändern möchte, hat sich teilweise in mich hineingelegt, es … Die Herzenskriegerin rufen weiterlesen

Im Zuge des Auslichtens

Vieles loslassen, Materie, Konzepte, Bilder von mir und der Welt. Im Zuge des Auslichtens stolpere ich immer wieder über Leichen. Es sind Projektleichen. Sie liegen in Schubladen oder ganz hinten im Gedankenschachterl, mache sind recht aufgeräumt, andere recht chaotisch. An manche erinnere ich mich nicht mal mehr. So richtig beerdigt und losgelassen habe ich sie aber dennoch nicht. Es wird Zeit. Die Hoffnung auf Reanimation darf auch gleich weiterziehen. Ich finde Buchleichen, Performanceleichen, Gartenleichen, Reiseleichen und noch andere. Sie brauchen unmerklich Energie, wenn auch nicht viel. Einige verstehen es sogar, mir ein schlechtes Gewissen zu machen, jedesmal, wenn ich über … Im Zuge des Auslichtens weiterlesen

Geschichten von Verbundenheit

Solche Geschichten sind beeindruckend. Bei Geschichten von Verbundenheit geht es um scheinbar zufällige Begegnungen voller Schicksalshaftigkeit. Und um Wegkreuzungen, auf denen sich unwahrscheinliche Dinge ereignen. Es sind Geschichten von Synchronizitäten, die voller Magie sind. Deshalb werden sie auch viele Male erzählt. Sie faszinieren und lassen staunen durch das Besondere an Verknüpfungen und Geschehnissen. Sie erinnern uns daran, wieviele ungewöhnliche Begegnungen und Wechselbeziehungen von besonderer Bedeutung es in dem geheimnisvollen Netz der Verbundenheit gibt. Das mächtige kosmische Geschehen lässt Menschen auch in jedem Alter und mit noch so viel Erfahrung staunen und voller Ehrfurcht auf das große Mysterium schauen. Alles kann … Geschichten von Verbundenheit weiterlesen

Heimat und die Brüche

Ich finde sie auf Reisen, in anderen Kulturen, in der Fremde. Die Heimatmomente, die plötzlich auftauchen, entdecke ich in seltsamen Winkeln, an Geisterorten und in speziellen Tempeln. Sie sind mir vertraut, wegen der Brüche, wegen des Schrägen, Merkwürdigen. Es sind die Momente, wenn sich Schmunzeln und Fragen mischen, wenn die Irritation kommt, wenn es uneindeutig wird. Vertraut sind mir die Orte, die nicht so leicht einzuordnen sind, weil sie Unterschiedliches beherbergen. Sie haben etwas Wildes. Dort zeigt sich die Närrinkraft. Manchmal ist es eine Mixtur aus Buddhistischem und Ortsgeistern, einem Gartenzwerg und Plastikbären, Hindugottheiten und einer kleinen Porzellangöttin. An solchen … Heimat und die Brüche weiterlesen

Pipola, das Rotklangfest

Zum Film „Pipola“ Pipola ist ein Sommerbrauch, bei dem der Sommer geehrt wird. In Gruppen stehen Menschen beisammen, drei, fünfzehn, manchmal bis zu sechzig. Sie gehen im Kreis und durchwandern viele Sommer. Sie laufen singend die Wege durch uralte, durch jüngere und kommende Sommer ab. Alle singen gleichzeitig. Sie geben dem, was sie sehen, Worte. Sie singen, was sie sehen. Sie singen und singen, das gehört zum Brauch. Das mutet seltsam an, wenn man es es noch nie gemacht hat und zum ersten Mal beim Rotklangfest ist, aber meist entsteht ein sehr besonderer Sommerklangteppich, der alle erfüllt und die Leute … Pipola, das Rotklangfest weiterlesen

An Hua danzn

An Hua danzn (Den Hua tanzen) – zum Film Der Hua ist ein Frühlingstanz, ein Weißtanz, ein Geheimnis- und Hütetanz. (Für diejenigen, die neu hier sind – ich erfinde Bräuche, um das Brauchtum zu erfrischen.) Der Brauch geht so: Alle machen ein Weißbild mit einem geheimen Wunsch. In manchen Gegenden wird ein rundes Papier genommen, andernorts nimmt man ein rechteckiges oder quadratisches Blatt. Mit weißer Farbe wird symbolhaft der geheime Wunsch aufgemalt. Das Bild ist wie ein Wunschsame. Es wird auf die Erde gelegt, verkehrtherum, so, dass es die Erde lesen kann. Dann bekräftigt man es, indem man darauf tanzt. … An Hua danzn weiterlesen

Geisterzeit

Rauhnachtsblues in Rot. Den Blues vergesse ich übers Jahr und doch kommt er zu den Rauhnächten. Es knarzt, Geschäftiges entzieht sich, es ist ein bisschen wie aus der Zeit fallen, in die Nachdenklichkeit hinein. Vieles hinterfragen, abklopfen. Die Geister lassen sich auch nicht wirklich portraitieren, sie bleiben schemenhaft. Keine Träume, obwohl doch Träume in den Rauhnächten so bedeutsam wären. Oder wenn, dann so wirr-komplex, dass die vielen Aspekte zusammen keinen Sinn ergeben. Und das, wo doch Träume in den Rauhnächten so wichtig wären. Als würde sich alles entziehen, der Boden nachgeben und vielleicht nur das Narrenkastl übrigbleiben. Ich bin froh, wenn die … Geisterzeit weiterlesen

transform

Im Winter 2014 wollte ich einen Film drehen, „transform“. Er hat sich, in Ermangelung von Schnee um ein Jahr verschoben. Bei meiner Struktur, der Kombi von Ungeduld und Starrsinn, kommt sowas richtig gut. Warten müssen, allem die Zeit lassen, dabei bleiben, auch wenn sich erstmal scheinbar nichts tut. Gedreht wurde der Film am 31. Dezember und am 1. Januar. Es waren die einzigen Schneetage. Am Übergang vom Alten zum Neuen, auf der Schwelle. transform – ein Kompostiervorgang, ein Transformationsfeuer, in welches all das aus dem Lebenskoffer gegeben wird, was hinderlich ist, was überfällig ist oder reif zum Gehen – von zu kleinen Schuhen, einengenden Lebensverträgen bis … transform weiterlesen