Die wilden Wege

Wo sind die wilden, freien, die uralten weiblichen Wege und Landstriche? Wer bewohnt sie? Wie kommen wir dorthin? Diese Landstriche sind fremd in dieser lauten, überbeleuchteten Gesellschaft. Für manche sind es furchteinflößende Zonen, für andere verheißungsvolle. So oder so, sie sind wichtig für die Balance und die Kraft. Sie sind herausfordernd, weil es dort so pur ist und ungeschminkt, so kraftvoll und wahr. Weil es so zärtlich und sinnlich ist und auch das ist herausfordernd. Es hat eine Zeit gegeben, da war ich dorthin unterwegs und wollte dort wohnen, dauerhaft. Ich habe viel davon gehört und es hat so gerufen. … Die wilden Wege weiterlesen

Knochentanz

Ein Knochentanz in die dunkle Zeit hinein. Die Schleier zu anderen Welten, zum Ahnenfeld sind dünn. Inspiriert von den großen, freudigen Festen in Mexiko zum Ahnenfest, haben wir uns getroffen. Neun Frauen und unzählige Ahnen, die zusammen gefeiert haben. Mit Bemalung und Geschichtenaustausch, mit dem Weg zum Ursprung, mit Speis und Trank und als Sterbeammen für das alte Häuschen im Dorf, das der Ort vieler Tänze und Fotosessions mit Anke und mir war. Die Tödin und unser Verhältnis zu ihr und zum Leben, das darf sich wandeln, darf selbstverständlicher, tiefer und weiter werden. Die Dunkelheit tanzen und das Leben feiern. … Knochentanz weiterlesen

Ahnenfest

Dieses Jahr erinnere ich ganz besonders diejenigen, mit denen ich schwierige Geschichten befrieden konnte. Einmal haben wir zusammen sanft die Türe hinter einer problematischen Wegstrecke geschlossen und sind danach verbundener zusammen weitergegangen. Ein anderes mal konnte ich mit wem etwas gut sterben lassen. Und dann wiederum habe ich mich alleine aufgemacht, um für unseren Frieden im Miteinander zu gehen, was ungleich schwieriger war. Diejenigen, die hinübergegangen sind – Ahnen, Freundinnen oder Lebensbegegnungen – und mit denen es eine gelungene Geschichtenbefriedung gegeben hat, die rufe ich besonders. Weil es groß und wichtig ist. Weil ich durch sie erfahren durfte, wie befreiend … Ahnenfest weiterlesen

Tee mit Morgenseiten

Tagesabläufe und Rituale – ich will sie mir bewusst machen, sie auf ihre Stimmigkeit hin abklopfen und bekräftigen oder ziehen lassen. Mein Morgen ist ganz stimmig choreografiert. Da stimmt auch die Ernährung. Die Muße ist da, der Tee und die Morgenseiten gehören dazu. Ich runde die Träume ab und fege schreibend den Weg in den Tag frei. Ich liebe meine Morgen, wenn sie genug Zeit haben. Dann entfalten sie ihre Qualität. Es gilt also, die Morgenzeiten gut zu hüten. Sie läuten den Tag ein und sie sind mir mittlerweile heilig. Das Morgenritual ist das Stabilste meines Tages. Bisher konnte ich … Tee mit Morgenseiten weiterlesen

Balancen

Was tun, um immer wieder die Balance in dem Weltenwanken zu finden? Tages- und Zeitqualitäten schieben, umgruppieren, gewichten. Es ist eine Art Mesa mit Papieren und Bildern – erspüren, was wieviel Raum braucht. Gewichtungen – sehen, verändern, lassen. Es entzieht sich dem Verstand. Es erzählt nicht, wo es wie wirkt und ob überhaupt. Es ist wie Musik in der Suppe. Oder Geschichten im Erdbeerfeld. Es scheint mir manchmal absurd und gleichzeitig stimmig in diesem absurden Gesamtgeschehen. Papiere, Farbblöcke, Linien verrücken. Zurechtrücken. Imbalancen erkennen, ganz subjektiv, so wie eh alles. Ausgleichen, beheben, begrenzen oder weiten, Raum geben oder nicht. Etwas von A … Balancen weiterlesen

Ein Friedenshaus

Das neue Geschichtenhaus wird ein Friedensort, eine Art Schrein. Dort will ich mich viele Male am Tag an die Herzenskriegerin erinnern mit ihrer friedvollen Haltung, ihrem kompromisslosen Gehen für den Frieden. Sie sagt mir: „Geh dafür, bleib dabei, egal, was ist. Trage es durch alle Stürme, hüte es. Geh dafür genauso wie für die Freiheit.“ Der habe ich ja vor zwei Jahren mein Wort gegeben. Dem Frieden will ich´s auch geben. Sie sollen sich auf mich verlassen können. Im Idealfall unter allen Umständen. Mir scheint, als würde es von einem Trainingslager ins nächste gehen. Ins Friedenshaus lege ich Blumen und … Ein Friedenshaus weiterlesen

Die Regenmacherin

Immer wieder tauchen eindrückliche Geschichten auf, wie Menschen der Gefahr ins Auge schauen. Bei den Indios erzählen die Regenmacher so eine Geschichte, mit ihrem geheimnisvoll rieselnden, sanften Klang. Die Geschichte beginnt mit einer großen Hitze, in der sogar die härtesten Pflanzen wie der Kandelaberkaktus, vertrocknen. Die Stacheln sind gefährlich und die Medizinleute holen sich das Bedrohlichste für den Regenmacher – den an der Dürre gestorbenen Kaktus. Es braucht Mut und ein beherztes und kundiges Arbeiten, wenn sie die Stacheln abbrechen und in das Innere stecken. Vulkansteinchen werden hineingefüllt, aus der Hitze geborene Erdknochen. Kakteen und Vulkane wissen um eine enorme … Die Regenmacherin weiterlesen

Magisch entladen

Ab und zu eröffne ich für mich einen magischen Empörungsraum. Es ist ein geschützter Entladungsraum, in dem Platz für Zornes- und Schimpftiraden und all das ist. Dort darf alles gesagt, getobt, geschimpft werden. Manchmal kreieren wir diesen Raum auch zusammen, so nach dem Motto „lass uns mal so richtig aufregen“. Das tut sehr gut und oft gesellt sich das Lachen dazu. Das, was ich sage, kommt aus verschiedenen Innenbereichen und ich weiß im Voraus nicht, aus welchen. Es spricht aus den Teilen, die gerade am meisten Bedarf haben. Wie dem feministisch-matriarchalen Flügel der ultraphantasiereichen Freigeister oder der alpennahen Splittergruppe der … Magisch entladen weiterlesen

Die Herzenskriegerin

Die Herzenskriegerin ist mir eine gute Begleiterin und Lehrerin in diesen Zeiten. Sie erzählt von Furchtlosigkeit und Berührbarkeit. Mich unerschrocken meinen Schatten zu stellen, das ist eine große Kunst. Gerade in Zeiten, in denen meine Schatten ob des niedrigen Sonnenstandes riesig sind. Frei nach einem alten Spruch: „Wenn die Sonne des Sozialgefüges niedrig steht, werfen selbst innere Zwergdämonen lange Schatten.“ Ich denke da an die Wutgefilde, die Verweigerungszonen, die Boykottpläne. Ich brauche also gute Werkzeuge, um mit den Schatten zu tanzen, denn den Stand der Sonne werde ich so schnell nicht beeinflussen können.  Meine Wahrheit anerkennen, keine Angst vor mir … Die Herzenskriegerin weiterlesen