Investmentfragen

Die Närrin will an die Börse und zu Banken. Es geht um Investments. Sie fragt, in was ich investiere. So grundsätzlich. Sowas fragt sie immer, wenn ich da noch ganz viel Luft nach oben habe. Sie meint am besten wäre es, in die eigenen Fähigkeiten, Ideen, Gaben zu investieren. Investieren wir in uns und unseren Weg? Zeit, Energie, Geld, Gedanken, Herzblut …  Auf den Mehrwert schauen. Statt in Materie in Erlebnisse investieren, ins Gelebte, ins Unterwegssein, in Freundschaften, in Projekte, die scheitern dürfen. Besonders die sind verheißungsvoll. Wir wachsen ja oft erst dort, wo etwas verloren geht. Vielleicht werden wir … Investmentfragen weiterlesen

Es braucht Träume

Unsere Zeit braucht Träume, verrückte Träume, wilde, poetische Träume, Schutzträume, Wandelträume. Es braucht auch die Tagträume, die durch die Straßen ziehen. Träumen wir in die Alltage hinein, träumen wir Fäden durch die dicken Mauern, bis sie porös werden. Träume, die ins Parlament einziehen, in Kasernen, in die obersten Etagen der Konzernhochhäuser. Tiergeister ziehen mit den Träumen mit, Pflanzendevas, das Volk der Steine, die Närrin, der Klang der Weisen Alten, Wir, geflügelte und verwurzelte Kräfte, vielfarbig, leicht flüchtig. So wie Träume sind. Sie kommen, verwehen und lassen Bilder zurück, von verstörender Poesie oder machtvoller Impulse, voller Blumensätze, die in den Haaren … Es braucht Träume weiterlesen

Warten

Eine Bushaltestelle im Nirgendwo. Weit weg von den Dörfern. Wer hierher will, muss wollen – einen Kilometer entlang der Straße, auf der nichts anhält. Warten. Stehen. Die Sitzbank ist zerbrochen. Ein Brett fehlt, ein anderes kippt. Den ganzen Tag warten. Warten wird nicht besonders hoch geschätzt. Es produziert auch nichts, außer vielleicht Erkenntnis. Und zu viel Erkenntnis ist nicht erwünscht. Die Närrin führt mich in das verfallene Bushäuschen und ich warte. Nicht abgeholt werden – das kennen wir. Nicht vom Bus, nicht von der Politik, nicht vom Geschehen, nicht von Versprechen, nicht von denen, die behaupten, irgendwo gäbe es einen … Warten weiterlesen

Auf der Jagd

Es geht weiter mit der Närrin, ich mache ein poetisches Tagebuch mit ihr und heute ist es eine Art Spiegel unserer „Jagdgesellschaft“, von der ich ein Teil bin. Die Närrin schickt mich auf einen Jägerstand. „Für den Überblick“, sagt sie. Ich klettere hinauf, etwas unsicher, wie eine, die eigentlich nur schauen wollte und plötzlich merkt: Es wird ernst. Von hier oben sehe ich alles. Oder zumindest denke ich das – was schon die erste Täuschung sein könnte. Mäuse huschen durch das Unterholz, Hasen gestaltwandeln und können sich unsichtbar machen, Beeren und saftige Blätter bieten sich verlockend an und lassen offen, ob es … Auf der Jagd weiterlesen

Wieder mal die Närrin

In ungeheuerlichen Zeiten rufe ich gerne die Närrin. Ihre Verrückungen und unsere Verrücktheiten könnten uns vor dem Wahnsinn bewahren. Närrin-Impressionen zu unserer Welt und unserer Gesellschaft wehen her. Geht es darum, zu bezeugen, was geschieht: Mit staunenden Augen, alles für möglich haltend, vielleicht das Sterben der alten Welt zu bezeugen? Oder darum, dem Geschehen zu begegnen wie die heiligen Clownsleute einstmals den Pockengeistern, dem Bedrohlichen, Unsteten begegnet sind? Furchtlos, allem ins Auge schauend, verhandlungsbereit, weil sie fähig waren, mit all dem zu tanzen und auch mächtige Chaos-Spieglerinnen waren? Die Närrin hat kein leichtes Spiel bei uns. Bis dahin, dass sie … Wieder mal die Närrin weiterlesen

Winterrhythmus

Immer noch sitze ich an meinem Winterplatz und hüte das Ruhefeuer. Alles braucht Zeit, manchmal ist es zeitverspult, dann einfach ruft es, lange zu verweilen. Im Analogen unterwegs sein ist gut, weite Schneewanderungen, Tierspuren lesen, in der Stille auf die Berge schauen, oder im Digitalen Inspirationen genießen. Und doch, es ist dynamisch und bewegt sich aufs Jahr des Feuerpferdes zu. Weil nicht wirklich der Impuls da ist zum Blogmachen und nichts gesagt werden will im Moment, folge ich dem mal. Vielleicht kommt eine neue Energie und sie ist noch nicht wirklich einzuordnen für mich. Feuerpferd klingt verheissungsvoll. Meine Reitkünste sind … Winterrhythmus weiterlesen

Wandelwege

Immer wieder tauchen Fragen auf wie „Hat es Kraft, wenn wir als Einzelne für etwas gehen? Wieviel vermag ich zu bewirken? Wie kann eine neue Welt entstehen?“ und so weiter. Und dann kommen genauso viele innere Antwortfetzen: Wir sind ja die Welt und wir spiegeln sie auch. Wirksam wird etwas, wenn es in uns lebt und von dort aus in die Welt hinaus geht. Es wächst in uns und deshalb ist in uns die Geburtsstätte von Neuem, Heilsamem, Lebenskostbarem. Eine neue Welt wird aus uns heraus geboren oder nicht. Wenn es geschehen wird, wofür es keine Gewähr gibt, dann sind … Wandelwege weiterlesen

Mutbegabt und scharf gesehen

Es gibt so viele Begabungen. Eine davon ist mutbegabt. Weil es Mut braucht, sich zu erinnern – an ganz andere Weisen zu leben beispielsweise. Und dann, weil es gelebten Mut braucht, um etwas Neues entstehen zu lassen. Manchmal könnte es auch Mut zur Feigheit sein. Mut hat starke Geschwister, wie die Unbeirrbarkeit oder die Beherztheit. Und es gibt noch mehr. Sie zeigen sich den Mutbegabten zum Beispiel, wenn die wieder einmal gegen den Strom sprechen. Auch wutbegabt ist eine Kunst. Wut könnte eine loyale Begleiterin an unserer Seite sein. Sie wird uns etwas über Grenzen erzählen und sich melden, wenn diese … Mutbegabt und scharf gesehen weiterlesen