Kraftnahrung

Das Wetter ist schon länger tristessengrau und die Weltgeschehnisse ebenso. Bei der Tante Avelina in der kleinen Küche sitzen, dem Dampf aus dem Topf zuschauen und bekocht werden. Geschichten erzählen und Nervenstärkendes zu mir nehmen … das ist die Medizin, die ich imaginiere und mir herbeizeichne. Es ist eine kleine Küchenschachtel, die am Herd steht und aus ihr kommt Feuerwärme, Suppenduft und Ruhe. Kraftnahrung weiterlesen

Ein Liebesschrein

Es sind viele Geschichtenschachteln entstanden bisher. Und jetzt hat mich ein Musenkuss dazu gebracht, eine Liebesgeschichtenschachtel für mich selbst zu machen. Es schien so einfach anfangs und dann kamen seltsame Gedanken mit den Winden und es hat drei Schachteln gebraucht, bis ich lächeln konnte. Mit den Musen hatte ich heftige Diskussionen über diese Idee. Es war wie in eine Tabuzone gehen, die ich gar nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Zwischenzeitlich dachte ich an Ikonen und ganz viel Gold, dann fand ich alles kitschig, dann sollte es nicht zu groß werden und letztlich war es selbstzärtlich und bunt und ein … Ein Liebesschrein weiterlesen

Wanderlernend

Am großen Treffen der WanderUni wurde ich von jungen Wandernden gefragt: „Wo lebst DU im Moment?“ Dieses „im Moment“ zaubert ein Lächeln her. Es birgt die Kraft der Wandlung. Eine Momentaufnahme vom Unterwegssein. Wandernd oder sesshaft, mobil ohne Immobilie? Was für kostbare Fragen der Jungen. Vieles ist wieder offen im Älterwerden. Vieles freigeben, von dem ich dachte, dass es Bestand hat – die Herausforderung dieser Zeit. Die Wanderin erwacht und ist dabei, neue, vielleicht sehr alte Wege zu gehen. Wie die wildweisen Winterwege – im Moment. Die Sinnfrage hat dabei längst an den Leitstern des Lebendigseins übergeben. Neu lernen, neue … Wanderlernend weiterlesen

Perchtennachklang

Zum Ausklang der Rauhnächte sind wir losgezogen. Durchs Dorf, zu den Höfen, von denen wir auch die Kuhglocken hatten, auf die Höhe zum Almhüttchen. Und wie es Brauch ist, wurden wir mit Schnaps bedankt. Mit Anke, wie so viele Male in uralter Freundschaft unterwegs, und mit Freundinnen, mit Frauen, die ins kleine Dorf kommen und dafür gehen, dass die wildweise Frauenkraft ins Leben gewebt wird – sichtbar, uns zumutend, sanft und wild und narrisch und was immer ruft. Begegnungen, Lachen, ein Jodel übers Dorf und in den Sonnenuntergang hinein, während die Kirchenglocken geläutet haben. Schellen, Glocken, Rasseln, gute Wünsche und … Perchtennachklang weiterlesen

Perchtenlauf

Winter in der wirklichen Winterkraft – dunkel und wild, uns Menschen so viel abverlangend an Reife und weisem Unterwegssein. Dahin geht meine Ausrichtung in diesem Winter mehr denn je und mit der Frage, wie ich sie in mir aufstehen lassen kann. Wie kann ich noch tiefer spüren, was wirklich damit gemeint ist? Ein neues Perchtengesicht ruft. Im alten Herbst bin ich eingetaucht. Papier und Zweige, Geweihe in den Bäumen sehen, mich erinnern an Perchtengänge. Sammeln, Spurensuche. Wie sieht mein Perchtengesicht am alten Feuer aus? In jungen Jahren war es sehr alt. Wird es am alten Feuer jünger? Die Winterkraft verkörpern, … Perchtenlauf weiterlesen

Eine Schale voller Momente

Für die kommenden Wege, für das neue Jahr – möge es viele glückliche, freudige, stärkende, erhellende Momente bereithalten in allen Wirren, in allem Wanken und in all den Herausforderungen. Momente, die wir pflücken können, kosten, irgendwann als Lebensperlen erinnern. Momente, in die wir uns hineinfallen und tief berühren lassen, weil sie so lebendig, so heilsam, so beseelend sind. Ihn pflücken, wenn er reif ist. Nicht immer ist er das gleichermaßen. Reife Momente sind köstlich. Süß und saftig, duftend, erblüht. Sie sind wie geschaffen für einen Juchzer oder ein langes Hmmmm. Eine Schale voller Momente weiterlesen

Die wilde Jagd

Die Rauhnächte beginnen und die wilde Jagd zieht übers Land. Im Gefolge der Percht, so hört man immer mal, seinen auch Unholdinnen. Ein recht eigenartiger Ausdruck. Was ist denn eine Unholdin? Ist sie schiach, gruusig, alt, wild und eben alles andere als anmutig und lieblich, von zarter Schönheit und hold?Wenn ich vor meinem alten Gesicht oder Körper erschrecke, dann begebe ich mich am besten in die Obhut der Percht. Sie bläst mir die Sicht auf die Schönheit und die Weite von alter Winterkraft ein. Die ist auch nicht lieblich oder hold und doch von so großer und tiefer Schönheit. In … Die wilde Jagd weiterlesen

Nachtfündig

Manchmal singt ein Geistertier des Nachts. Es verschickt Botschaften an diejenigen, die lange wach sind und nach Traumpfaden Ausschau halten. Die Gesänge bilden Sternenmuster, gefüllt mit hilfreichen Antworten auf Fragen, die wir noch nicht gestellt haben. In die Sterne schauen und lauschen, denn aus den unzähligen Feuern entlang der Milchstraße könnten heilige Träume fallen oder eine Grandel vom Geistertier. Wer eine Grandel findet, wird im genau richtigen Moment Zähne zeigen können, unmissverständlich, eindrücklich. Das ist eine hohe Kunst und die kann uns durch Geistertiere zufallen. Nachtfündig weiterlesen

Lucia

Lucia und die Geschichten meiner Mutter zur Lichtbringerin, unsere Kerzenkränze, die wir beide unbedingt wollten, samt Wachs im Haar, das Lachen und wie selbstverständlich wir es gefeiert haben. Heute würden sie dir ja dein Kind wegnehmen, wenn es mit brennenden Kerzen rumläuft. Später habe ich ein anderes Gesicht der Lucia kennengelernt, das der roten, blutigen, wilden Lutz. Ich war fasziniert und fand sie stark und mächtig und etwas hat mir gesagt, dass sie alt ist und wichtige Botschaften hat. Da ist auf einmal eine alte Mondgöttin, eine Licht- und Geburtsgöttin in ihrer Ganzheit. Der rote Gürtel als Zeichen der lichten … Lucia weiterlesen

Die wilden Wege

Wo sind die wilden, freien, die uralten weiblichen Wege und Landstriche? Wer bewohnt sie? Wie kommen wir dorthin? Diese Landstriche sind fremd in dieser lauten, überbeleuchteten Gesellschaft. Für manche sind es furchteinflößende Zonen, für andere verheißungsvolle. So oder so, sie sind wichtig für die Balance und die Kraft. Sie sind herausfordernd, weil es dort so pur ist und ungeschminkt, so kraftvoll und wahr. Weil es so zärtlich und sinnlich ist und auch das ist herausfordernd. Es hat eine Zeit gegeben, da war ich dorthin unterwegs und wollte dort wohnen, dauerhaft. Ich habe viel davon gehört und es hat so gerufen. … Die wilden Wege weiterlesen