Me, I, Moi – skizziert

Mich selbst befühlen und skizzieren, zuerst blind, dann mit halbgeschlossenen Augen, zuletzt erst mit offenen Augen. Zuerst fühlend, Innenbilder hinwerfen, ohne Ergebnisse zu sehen und zu beurteilen. Ich schreibe in der Skizze nieder, was ich „sehe“, als Art schnelle Befühlungs-Prozessdokumentation. In einem großartigen Seminar an der Freien Kunst Akademie Augsburg haben wir diese Übung gemacht. Eine Hand hat den Körper ertastet, die andere hat das Erspürte gezeichnet. Das Blatt ist gerutscht, Linien haben sich seltsam überlagert, sind ins Abstrakte gewandert. In einer Skizze bin ich zum Tier geworden, gestaltgewandelt, dann wieder war ich eine Landschaft. Vom Schamanischen her kenne ich diese Technik, zur Diagnose. Entweder zeichnet die … Me, I, Moi – skizziert weiterlesen

Straßengeschichten

Sie liegen vor meiner – vielleicht roten – Nase. Fitzel, Fetzen, fragmentiert, bereit für Neuzusammensetzungen. Diese Was–Wenn–Geschichten. Die Clownin findet die Fitzel und die Geschichten. Die Rotnase ist für mich die Südkraft der großen Wesenheit Clownsnärrinschelminheyoka. Die Rotnase clownt und sie lockt mich ins Spielen. Staunend findet sie Fitzel und Überraschungen am Straßenrand. Ich erinnere mich an Kindertage – mich verlieren in der Zeit, ganz körperlich sein, verrückte Dinge tun um ihrer selbst willen, einfach, naiv, verzückt von meinen Einfällen, das Verkehrtherum erkunden, lachend Fehler machen … Die Rotnase erinnert mich an meine ursprünglichen Erfahrungen in der Welt. Jetzt kenne … Straßengeschichten weiterlesen

Warum es nur hier sein kann

Im alten Sommer wollte ich etwas ganz Neues machen, einen Clowns-Workshop, um meine Fool Tools, meine Werkzeuge zu erweitern. Da ich die einzige Anmeldung war, hatte meine Abenteuerreise im Närrinland erstmal einen Zwischenstop. Warum ich das machen will? Weil ich langsam verstehe, dass ich das Närrinhandwerk nur in meinem eigenen Feld erweitern kann. Das Verstehen ist nicht aus mir herausgewachsen, ich habe ein bisschen Nachhilfe bekommen. In Ermangelung von heiligen Clownsleuten in unserer Gesellschaft, frage ich Meredith Little, wie Initiationen bei den First Nations, zum Beispiel den Pajute oder den Shoshone aussehen. Mit dem leisen Hintergedanken, zu Meredith ins Owens Valley zu fahren … Warum es nur hier sein kann weiterlesen

Der Sommer der alten Weiber

Endlich wird der Sommer alt. Ich mag den alten Sommer, viel mehr als den jungen oder den reifen. Im Altwerden sind die Sommergeschichten eingeatmet. Sie legen sich hinein in die Menschenwesen – das Wilde, die Fülle, die Körpergenüsse. Eine neue Qualität kommt dazu gegen Ende des Sommers. Dass viel mehr wurscht ist. So ein „egal, scheiß drauf, na und.“ Die alten Weiber, sie haben das auch – wenn sie ihren Sommer gut gelebt haben. Es erlaubt sich eine mehr, mehr Freiheiten, Unverschämtes. Das Aussehen verliert an Bedeutung. Früher, in meinem jungen Sommer, wäre ich nie so in die Stadt gefahren wie … Der Sommer der alten Weiber weiterlesen

Die Närrin erzählt

Woher kommt das Wort? Narrisch, Narr, Närrin? Ich suche die Herkunft. Wie sollte es anders sein – es ist ungeklärt. Ob es das spätlateinische nārio ist, die Nasenrümpfer, die Spötterin? Besser gefällt mir die Verbindung zu narrare (lat. erzählen). Diejenigen, die Geschichten erzählen, humorvoll, auf CoyoteNarrenCrazyWisdomTeacher-Weise. Sowas könnte es sein. Denn im Land der Närrin geht es darum, Geschichten entstehen oder sterben zu lassen, mit ihnen zu spielen, sie ein- und auszuatmen, sie zu vergrößern, damit man sie besser sehen kann. Es geht darum, Geschichten so zu heben, dass sie verstanden und angenommen werden können oder darum, sie zu verwandeln und lachend neue … Die Närrin erzählt weiterlesen

Die Fährfrau

Sie erzählt eine Geschichte und doch wieder nicht. Eine Geschichte vom Hinüber, über die Schwelle, hin zu neuen Ufern. Beyond the shores. Das Narrenschiff hat sie als Hut auf, schnell gefaltet aus einer Zeitung. Wohin geht die Reise? Hinüber, hinter, hinaus in die Fremde, ins Unbekannte, ins Unerwartete, ins neue Land. Manchmal auch ins Dazwischen, in den Raum zwischen den festen Dingen, in den Empty Space, ins Unbeschränkte, ins Unentdeckte, Richtung Osten, in die aufgehende Sonne hinein, in Frühlingsgefilde. Sie fährt uns dorthin, wo alles und nichts ist, wo die Geschichten geboren werden. Carry it far. Giving them a trip. … Die Fährfrau weiterlesen

Backwaren, die unruhig machen

In unserer Bäckerei zeigen sich, je nach Jahreszeit verschiedene Wesen. Elche, Kläuse, Kürbisgeister, Hasen … Auf den Blechen sehen sich sehr ähnlich. Und doch, immer wieder fällt eines aus der Reihe. Es hat ein Rosinenauge mehr oder gar keines. Eines ist extrem dick, eines auf einmal ganz dunkel. Das schwarze Schaf, die Ausreißer, die 13. Fee manchmal. Es gibt Formen für den Teig und Schaltuhren für die Backzeit, eine Ordnung und die Kontrolle. Und dann sowas. Die Ausreißer werden schon extra für mich aufgehoben, weil die Verkäuferinnen wissen, dass sie mir gefallen. Die Schönsten und Gefälligsten sind es nicht. Sie … Backwaren, die unruhig machen weiterlesen

Ein digitaler Schub

Die Rauhnachtsimpulse sind seltsam. Dieses Jahr kam ein mächtiger digitaler Schub, ganz entgegen aller Rauhnachtsnormalitäten. Falls in den Rauhnächten überhaupt etwas normal ist. Dieser Schub hat mein Buch Kunst – Magie – Heilen zum E-Book gemacht. Und jetzt ist es digital zu erwerben, der gesamte Text der gedruckten Ausgabe und ein paar Bilder. E-Book Kunst – Magie – Heilen Wenn du Lust hast und dir das Buch gefällt, dann freue ich mich sehr über eine Rezension, weil gute Rezensionen einen so richtig nach vorne werfen. Meine Mutter kann ich schlecht fragen und Katalina schreibt so ein Zeug, dass es besser … Ein digitaler Schub weiterlesen