Schamaninhaus

Zusammen mit verschiedenen Heilerinnen und schamanisch Praktizierenden haben wir zum zweiten Mal eine alte Vision ins Leben getanzt, das Schamaninhaus. Von den Reisen zu den Maori in Neuseeland und den Schamaninnen Koreas im Schamaninhaus kommen die Samen, gemeinschaftlich zu heilen. Eine alte Sehnsucht ist da, so zu arbeiten. Vor einem jahr haben Susann Belz und ich zum ersten Mal das Schamaninhaus ins Leben gerufen. Es ist für alle offen, kostenlos und eine Spende gegeben werden kann. Finanziert wird das Ganze von den Heilerinnen. Es gibt keine, die leitet, alle kreieren den Raum gemeinschaftlich, mal sind sie die Hüterin von jemandem, … Schamaninhaus weiterlesen

Reisezeit

Vom Herzberg aus die Berge gegrüßt, tiefe, schamanische Tage mit Susann Belz und vielen Frauen. Ich schaue Susann gerne zu und lerne von ihr, wie eine als Reisende immer präsent ist, immer ganz da, wo sie gerade ist, egal, von welchen bewegenden Feuern sie kommt oder an welch aufregende Orte es sie demnächst trägt. Den Moment ganz leben, ganz einnehmen. Dann gibt es nichts, als das eine Feuer, an dem eine gerade ist. Zur Zeit passiert Interessantes mit der Technik. Ich sitze in Funklöchern, kann nicht mailen, empfange nichts und musste meinen Rechner plattmachen. Das beschert mir Pausen, Technikauszeiten, wie … Reisezeit weiterlesen

Das Land werden

Bei den First Nations Kanadas habe ich die Weisheit der Nordwege angeschaut und die uralte Verbindung von schamanischer Weltsicht und Ökologie. Dort in der Wildnis habe ich meine Ängste vor Bären, der Weite, den Herausforderungen anerkennen müssen und auch, wie gefahrenvoll es ist, die uns umgebenden Felder nicht zu kennen, nicht zu verstehen und ihren Gesetzen nicht zu folgen. In der Wildnis ist Überleben gar nicht anders möglich, als mit dem Land zu verschmelzen und dem zu folgen, was ist – den Gezeiten, den Jahreszeiten, den wilden Herden, den Lachszügen. Die SchamanInnen werden Wolf, Rabe, Bär, Stein, Gras. Indem sie … Das Land werden weiterlesen

Winterbotschaft

Der ganze Schnee ist wieder weggeschmolzen im frühlingshaften Tauwind. Weil ich die Jahreszeitenqualitäten verstehen und mich in der Tiefe verwettern will, mitgehen mit Wind und Sonne, dem Winter oder dem Winter-der-keiner-ist, frage ich genauer nach. Dieses Jahr geht es dauernd ums Schmelzen, Tauen. Was erzählt mir das Tauwetter, wie kann ich es verstehen, wie mich einfühlen? Ich untersuche die Schneehaufen, das Eis. Vieles wird sichtbar, was unter Eis und Schnee war. Es sieht oft nicht besonders schön aus, aufgeweicht, zerfallend, skelettiert. Wörter hinterfragen. Wegschmelzen, dahinschmelzen, auftauen. Was in mir könnte schmelzen? Eis, Starre, festgefrorene Strukturen? Insgesamt ist es ja eine … Winterbotschaft weiterlesen

Die Schwellen markieren

Jetzt gehe ich seit über einem Jahr im Blog für die Verwischung der festen Grenzen. Und ich finde, dass es wirklich wichtig ist, uns das Schamanische, das Spirituelle wieder hereinzuholen in alle Tage, den Blick zu schärfen dafür, dass es nicht irgendwo und ganz woanders ist, sondern wir immer damit verbunden sind. Und nun komme ich an bestimmten Punkten genau dahin, dass ich schärfere Schwellenmarkierungen brauche und die Verwischung hinderlich finde. Paradox. Einmal ist die Grenzverwischung wichtig und einmal braucht es das klare Markieren. Die Fallen können beispielsweise aufgehen, wenn sich Freundschafts- und Professionsebenen vermischen, ohne, dass es gekennzeichnet ist … Die Schwellen markieren weiterlesen

Küche und Heilsitzung

Eine überraschende Heilwoche. Bei Lilia, die siebzig Jahre Erfahrung mitbringt und Tungaa aus der Mongolei. Beide Male erlebe ich wieder das selbstverständliche Eingebettetsein des Rituals, der Heilsitzungen, des Spirituellen in ganz Alltägliches. Bei Lilia höre ich unten Gespräche, das Klingeln des Telefons, Kochgeräusche – alles bei offenen Türen. Persönliches wird geredet und Einkaufslisten durchgegangen, während ich, eingewickelt, daliege und den Auftrag habe, ganz zu entspannen. Tungaa, Nara und ihr Begleiter bereiten nachmittags das Essen vor. Dann die Einzelsitzungen. Die Küche hat keine Türe, die Alltagsgeräusche begleiten die Sitzungen, alles gehört zusammen. Wir machen die Zeremonie abends im Essraum, der schöne, … Küche und Heilsitzung weiterlesen

Mich treiben lassen am Nebelsonntag

Sonntagsdynamik. Nebel und Langsamkeit, keine Pläne. Durchs Dorf gehen, die wilden Katzen in der Scheune besuchen, sie füttern, ihnen sagen wie schön sie sind. Eine davon hätte ich gerne. Also eigentlich vier. Vermitteln kann ich sie nicht, weil sie sich nicht nehmen lassen. „Wenn ihr euch nehmen lasst, dann suche ich gute Plätze für euch,“ das sage ich ihnen jedesmal. Weiter zur Christa in die Dorfwirtschaft. Heute ist Flohmarkt, ich erwerbe zwei Jacken von Maria, alte gestickte Borten und eine Tischdecke von Gela. Ratschen mit vielen, Kaffee trinken, Brezen essen und mich dahintreiben lassen. Lilian, eine Ärztin-Heilerin aus Abchasien ist … Mich treiben lassen am Nebelsonntag weiterlesen

Forschung und Landkarten

Die schamanische Kraft im Alltag – mit dem Thema beginnen meine Herbstseminare. Wie verwische ich die festen Grenzen zwischen Rituellem, Heiligem und Alltäglichem – malend, tanzend, reisend. Scheinbar Banales und Heiliges befruchten sich. Heilige Clownin trifft Hausfrau in der Blumenschule. Hinter die Fassaden geschaut und über Schwellen gegangen. Wildnis in der Küche, Magie beim Einkaufen, zelebrierter Alltag – lustvolles Entdecken schamanischer Heilweisen zwischen Kleiderschrank und Bügeltisch. Wir erforschen dieses Wochenende im Gewächshaus und in der Küche wie all das gehen kann, werfen unsere Forschungsergebnisse zusammen und zeichnen davon Landkarten. Forschung und Landkarten weiterlesen

Alltagsberuf und Vision

Beruf – Berufung – Gaben – Aufgaben. Nachgedanken zu den drei Seminarblöcken. Wie können die Heilwege, die schamanische Kraft in den Berufsalltag fliessen? Was gibt es für Möglichkeiten an Integration? Wenn der Wunsch da ist, heilerisch oder künstlerisch zu wirken, sind die Bilder dazu oft recht eingeengt. Eigene Praxis, freie Kunstwege, von denen man leben kann, Öffentlichkeit etc. Mit Orna habe ich lange darüber gesprochen und festgestellt, dass wir beide schlechte Beispiele sind, denn unsere Wege sind so und sie sind die Ausnahme. Die meisten indigenen SchamanInnen und HeilerInnen, die wir kennen, haben ihre Berufe – Schneiderin, LKW-Fahrer, Lehrerin, JägerInnen, … Alltagsberuf und Vision weiterlesen