Forschung und Landkarten

Die schamanische Kraft im Alltag – mit dem Thema beginnen meine Herbstseminare. Wie verwische ich die festen Grenzen zwischen Rituellem, Heiligem und Alltäglichem – malend, tanzend, reisend. Scheinbar Banales und Heiliges befruchten sich. Heilige Clownin trifft Hausfrau in der Blumenschule. Hinter die Fassaden geschaut und über Schwellen gegangen. Wildnis in der Küche, Magie beim Einkaufen, zelebrierter Alltag – lustvolles Entdecken schamanischer Heilweisen zwischen Kleiderschrank und Bügeltisch. Wir erforschen dieses Wochenende im Gewächshaus und in der Küche wie all das gehen kann, werfen unsere Forschungsergebnisse zusammen und zeichnen davon Landkarten. Forschung und Landkarten weiterlesen

Alltagsberuf und Vision

Beruf – Berufung – Gaben – Aufgaben. Nachgedanken zu den drei Seminarblöcken. Wie können die Heilwege, die schamanische Kraft in den Berufsalltag fliessen? Was gibt es für Möglichkeiten an Integration? Wenn der Wunsch da ist, heilerisch oder künstlerisch zu wirken, sind die Bilder dazu oft recht eingeengt. Eigene Praxis, freie Kunstwege, von denen man leben kann, Öffentlichkeit etc. Mit Orna habe ich lange darüber gesprochen und festgestellt, dass wir beide schlechte Beispiele sind, denn unsere Wege sind so und sie sind die Ausnahme. Die meisten indigenen SchamanInnen und HeilerInnen, die wir kennen, haben ihre Berufe – Schneiderin, LKW-Fahrer, Lehrerin, JägerInnen, … Alltagsberuf und Vision weiterlesen

Der freie Flug der Seele

Sommerseminarwoche in der Blumenschule. Malen im Gewächshaus, der Lebensraum, die Küche ist Ritualraum. Es ist so wie bei fast allen Indigenen, alltäglicher Lebensraum und ritueller Raum sind eins. Die schamanische Kraft ist wieder im Alltagsraum angekommen. Im Gewächshaus spüren wir den Wind, hören das Regenlied, Blitze und Donner sind ganz nah, die Hitze des Sommers liegt in der Luft. Abschied vom Wohnzimmerschamanismus. Wiederverwetterung, die in die Bilder fließt. Ich schaue in den Spiegel. Adios Vollklimatisierung, adios Comfort Zone. Frei fliegen, barfuß im Regen, mit windzerzaustem Haar, über steinige oder mossweiche Wege gleiten. Der freie Flug der Seele weiterlesen

Ahnenschamanismus

Zurück von der Schweibenalp und fünf Tagen Ahnenschamanismus. Neuschnee eines Morgens, die Kühle des Sommers auf der Alp, Ahnenaltar, mit der Ahninlehrerin gearbeitet, Muster meiner Sippe angeschaut, eine Figur geschnitzt, die Ahninlehrerin getanzt, vieles mitgebracht, was im Laufe der Zeit einsickern wird. Nachklangtag. Das Mitgebrachte will integriert werden. Die kommenden Monate und vielleicht Jahre werden zeigen, wie sich die neuen Impulse einweben, wie sie das Gefüge verändern. Ahnenschamanismus weiterlesen

Reinigungsritual bayrischer Indigener, westliche Ammerseegegend

Oft gibt es bei Indigenen keine extra Ritualräume, es findet alles dort statt, wo die Menschen leben. Für Reinigungsrituale (mind-clearings, Textilsäuberung, Entschmutzung von Themenkomplexen etc.) bietet sich die Waschküche (interessantes Wort) an. Ich mache es folgendermaßen: – wahlweises Anlegen von Ritualkleidung – einfüllen, was der Reinigung bedarf (Gedanken, Geschichten, Textiles) – je nach Lage mit Opferungen, Räucherung im Vorfeld, Gesängen … Mein Hilfsteil heißt Waschamascha. Mit vier Jahren habe ich sie so genannt, seitdem heißt sie so. Im Weiteren freie Ritualgestaltung, je nachdem, ob der Schonwaschgang reicht, ob es eine Tiefenreinigung braucht oder eine Extraschleuderung. Wahlweise eignet sich auch eine … Reinigungsritual bayrischer Indigener, westliche Ammerseegegend weiterlesen

Zwei Trommeln und das Heilige

Aus dem Altai habe ich eine ganz besondere Trommel mitgebracht, sie ist so eigen und geheimnisvoll, so superheilig und schön und besonders und und und – und sie hat ein paar kleine Nachteile, sie reagiert auf minimale Luftfeuchtigkeit und hängt dann wie ein nasses Handtuch rum und so hört sie sich dann auch an. Wie im Moment bei dem rauhen Wildwetter. Groß ist sie und schwer und sie ist reiseunlustig. Weil ich auf die Trommelfaxen jetzt keine Lust mehr habe, gibt es eine zusätzliche. Eine aus Plastik, Vollplastik. Sie sollte eine Nebenbeisicherheitstrommel sein. Ohne weitere Ansprüche. Dann kam sie. Groß … Zwei Trommeln und das Heilige weiterlesen

Die Träumerin im Westen

Die schwierige Westpassage – unsere Gesellschaften, die so viel Mangel haben an Initiationsweisheit, an Trauerkultur, an Ältesten … wir erahnen, erspüren, gehen über die Schwelle der Schamanin, machen uns auf, die heiligen Träume unserer AhnInnen ans Feuer zu bringen. Starke Winde kommen auf, die den Regen mitnehmen. Die Blumen auf dem Salat bleiben, ebenso wie das reiche Dessert. Das freut das Sommermädchen. Die Träumerin im Westen weiterlesen

Das Sommermädchen des Südens

Sinnlichkeit und Lust, trotz Temperatursturz um zwanzig Grad und Regen. Blumen im Salat, Lieder, mein Südland erkunden, die Versehrtheiten des Sommerkindes in mein Herz legen, ihnen Bilder und Klang geben, Wunden in Kraft verwandeln. Wild und frei, ungebändigt und voller Sinnenlust bewegen wir uns im Sommer des Lebensrades. Ein lustvoll zerrissenes Kleid, Erdenhände, vergessene Zeit, Schmatzen und zerzauste Haare – Leben feiern. Das Sommermädchen des Südens weiterlesen