Der Tanz dieser Zeit

Das vielschichtige Unterwegssein in dieser Zeit. All die Tänze, die Bewegtheiten, die Gedanken dazu. Angerührt sein, Kräfte sammeln, stark sein, fallen, aufstehen … Tänze von Zartheit, von Widerstand, von Loslassen und neu Sortieren. Und es geht weiter. Die Hoffnung war da, dass ein lebensdienlicher Wandel näher ist. Weit gefehlt, nahtlos gehen die umwälzenden Tänze im Weltgeschehen weiter. Die Tänzerin tanzt so viel Paradoxes, sie übt sich drin. Die tanzende Forscherin sagt: “Entweder hat alles einen Sinn oder nichts.“ Also loslassen, laufenlassen, aus allen Ebenen Kraft holen und das ungewisse Ende des Wahnsinns anerkennen, irgendwie so. Ich halte mich mit der … Der Tanz dieser Zeit weiterlesen

alles geklärt

Wenn die Stimmung gereizt ist und die Gesamtsituation am Anschlag, dann hole ich gerne unsere Klärungstafel raus. Jeder Tag wird wem zugeordnet und die Person oder die Katze sind dann schuld, wenn es ihr Tag ist. An allem. Ich habe was beim Einkauf vergessen und Elsa ist schuld. Es ist ihr Tag. Oder Lucy pieselt neben das Katzenklo und ich übernehme. Je mehr wir den Kreis erweitern von denen, die mitmachen, umso leichter wird es für alle. Dann ist mal die Wirtin wetterschuldig oder es entschuldigt sich wer und jemand sagt, „nein nein, ich war’s. Ich habe heute Kapazitäten, ich … alles geklärt weiterlesen

Geflickt

Flicken – ich werde Gewebe, das zerschlissen ist, sichtbar flicken. In anderer Farbe, großzügig und mich im Unvollkommenen und Vergänglichen zeigen. Die alten Kittelschürzen, die ich geschenkt bekommen habe, sind alle geflickt und darin ist eine große Schönheit. Die Zerbrechlichkeit von textilem Material ebenso wie die Risse vom Gewebe der Gesellschaften wollen gewusst und gesehen sein. Kein Verschleiern, kein möglichst perfektes Überdecken von Löchern, Wunden oder Narben. Mein geflicktes, lange getragenes, geschichtenvolles Gewand ist intimer als perfektes, neu erworbenes. Es braucht ganz individuelle Lösungen für jedes Loch und so wird es immer mehr eine Persönlichkeit mit mehr Ausdruckskraft, ein kostbares … Geflickt weiterlesen

Im Auge des Sturms

Im Weltgeschehenswirrwarr, im Wirbelsturm, in der Unruhe – verwurschtelt, verknotet, verstrickt. Was tun? Und wohin, wenn so viele Stürme über die Erde fegen? Zeichnend begebe ich mich ins Auge des Orkans. Dort müsste es ruhig sein, wenn ich es wage hineinzugehen, wenn ich diesen Ort in mir finde. Zuerst die Figur setzen, dann die Qualität all der unsteten Kräfte erzeichnen. Im Zeichnen erspüre ich etwas davon, die Unruhe, das Gezacke, die Wut, die Emotionen, die sich zusammenbrauen. Im Auge des Sturms findet mein wilder Aktionismus ein Ende. Dort ist es ruhig. Und wolkenfrei. Die Vernebelung im Hirn verschwindet. Das Auge ist … Im Auge des Sturms weiterlesen

Balancen

Was tun, um immer wieder die Balance in dem Weltenwanken zu finden? Tages- und Zeitqualitäten schieben, umgruppieren, gewichten. Es ist eine Art Mesa mit Papieren und Bildern – erspüren, was wieviel Raum braucht. Gewichtungen – sehen, verändern, lassen. Es entzieht sich dem Verstand. Es erzählt nicht, wo es wie wirkt und ob überhaupt. Es ist wie Musik in der Suppe. Oder Geschichten im Erdbeerfeld. Es scheint mir manchmal absurd und gleichzeitig stimmig in diesem absurden Gesamtgeschehen. Papiere, Farbblöcke, Linien verrücken. Zurechtrücken. Imbalancen erkennen, ganz subjektiv, so wie eh alles. Ausgleichen, beheben, begrenzen oder weiten, Raum geben oder nicht. Etwas von A … Balancen weiterlesen

Textile Verwertschätzung III

Das Projekt „Keine neuen Klamotten“ ist im Jahr Drei angekommen. Aus einer Lieblingsjacke, die zu alt geworden war, ist eine Tasche geworden. Aus einer umgenähten Tasche, die an entscheidenden Stellen löchrig geworden war, ist eine Kitteltasche geworden. Aus einem Kleiderfitzel ist ein Kopf geworden. Weil er der einzige seiner Art ist, ist er ein Schmuckstück geworden. Und es ist ein geschichtenreiches Projekt geworden.  Es gibt textile Sammelbehälter, in die Knöpfe, Spitzen, Bänder, Stoffteile wandern, um sich in neuen Zusammenhängen wiederzufinden. Die Verwertschätzung bringt ungeahnte Textilfreundschaften. So wie mein Heimatgewand ein Patchworkgewand ist, genauso wie meine „Heimaten“, so ist mein Bekleidungsbestand ein … Textile Verwertschätzung III weiterlesen

Schnittmengen

Wenn ich eine Schnittmengen-Landkarte erstelle, kommt Erstaunliches heraus. Mit wem ich alles wo Schnittmengen habe, das ist wirklich viel. Von rechts bis links, von oben nach unten. Wollte ich Schnittmengen aus Feldern vermeiden, die nicht lupenrein sind, dann müsste ich mich komplett aufgeben. Im Laufe des Älterwerdens habe ich mich mit Schnittmengen auch in schwierige Felder hinein ausgesöhnt. Der eigenen Spur und Wahrheit folgen und dazu zu stehen, das zieht manchmal Alleinwege nach sich. Die Pazifistin zum Beispiel sitzt gerade an sehr kleinen Feuern. Es ist ihr egal. Es ist wie mit der Etikettierung, auch da bin ich entspannt geworden. … Schnittmengen weiterlesen

Sammelsurien

Es gibt viele Wege, sich selbst besser kennenzulernen oder zu verstehen. Die Selbsterforschung ist einer davon. Ich ethnografiere – meine Tagesabläufe, meine Gedanken, Wege und Lebensräume. Und komme mir auf die Spur, auch auf die geheime, auf manche Schattenpfade und hin zu Quellen und Schatzkammern.Mich erforschen, beobachten, entdecken, studieren. Die Forscherin möchte dokumentieren, was ich da alles sammle. Ich hinterfrage mich, meinen Konsum, meine Gedankenwege, das Unbeachtete in meinem Lebensraum, den produzierten Abfall, das Zu-viel-von … , Miniaturschätze, Schatten, die Morgenteespuren und noch vieles andere. Und so sortiere ich, arrangiere die Ergebnisse und lasse der Künstlerin freie Hand beim Kartografieren. … Sammelsurien weiterlesen

Vision und Entscheidung

Pazifismus ist keine Illusion, es ist eine Entscheidung. Und eine große Vision. Für manche von uns ist es eine Vision, ein Entscheid seit Jahrzehnten, vielleicht sogar schon in jungen Jahren geboren. Ich kann dafür gehen, wenn es mir was bedeutet. Ich kann für diese Vision gehen und sie jetzt sofort in mein Leben holen – in mein Sprechen, Denken, Handeln, in meine Verantwortung. Entschieden, radikal. Vision und Entscheidung weiterlesen

Körperweisheit

Hinspüren an uralte Weisheiten des Lebens. An dieses so unendlich komplexe Leben. Komplex – das, was in unserer Zeit nicht gewollt ist, weil zu kompliziert und nicht kontrollierbar. Es wird alles zunehmend mehr als „simpel, kontrollierbar und machbar“ hingestellt und verkauft. Und genau das ist es eben nicht. Es ist tief und weit und komplex. So wie unsere Körper. Körperlichkeit ist das, was zu unserem Menschsein gehört, was uns ausmacht. Über unser Mondblutwissen sind wir beispielsweise zutiefst angebunden an Zyklen, an Körperweisheit, an Leben und Tod, an tiefste Lebendigkeit. Unsere Körper sind wie die Weise Alte, ganz nah am Geheimnis … Körperweisheit weiterlesen