Oha, Veränderung

Diese Zeiten sind nichts für Starrsinnige wie mich. Die Angst vor Veränderung macht das geschmeidige Mitgehen recht sperrig. So eine Starrsinnige neigt ja blöderweise dazu, in wilden Aktionismus zu verfallen. Das sieht von Außen dann aus wie Flexibilität und Lebenskunst. Weit gefehlt. Es handelt sich um Überlebenskunst und entspricht dem Kontrollfreak-Modus. Wahlweise gilt es jetzt, sich scheinbar blitzschnell mit dem Fremden vertraut zu machen und sich wild entschlossen ins Geschehen zu werfen, weil dann die Kontrolle umso schneller wieder da ist. Oder erstarren, das ginge auch. Daran würde sich das Leben die Zähne ausbeissen. Was tun? Erstarren oder todesmutig springen? … Oha, Veränderung weiterlesen

Gemeinschaft

Erzählend formen wir Beziehungen. Es ist ein kreativer Akt von Gemeinschaftsbildung. So werden Zusammenhalt, Identität und Stabilität von Gemeinschaften und Kulturen geschaffen. Wie beim Entstehen eines Teppichs verweben sich die Fäden und ergeben ein zusammenhängendes Muster. Gemeinschaften formen sich durch ihre Geschichten. Sie sind Bindemittel, die eine Gemeinschaft zusammenhalten. Unser Leben in Gemeinschaft wird geprägt durch die Gesamtheit der Geschichten, unserer Träume und Hoffnungen, unserer Erfahrungen, unseres Wirkens, unserer Beziehungen, durch die kulturellen Geschichten und die, die über uns erzählt werden. Wir werden die, die wir uns selbst und anderen erzählend beschreiben. So kreiert sich unsere Gemeinschaft. Gemeinschaft entsteht im … Gemeinschaft weiterlesen

Im Zuge des Auslichtens

Vieles loslassen, Materie, Konzepte, Bilder von mir und der Welt. Im Zuge des Auslichtens stolpere ich immer wieder über Leichen. Es sind Projektleichen. Sie liegen in Schubladen oder ganz hinten im Gedankenschachterl, mache sind recht aufgeräumt, andere recht chaotisch. An manche erinnere ich mich nicht mal mehr. So richtig beerdigt und losgelassen habe ich sie aber dennoch nicht. Es wird Zeit. Die Hoffnung auf Reanimation darf auch gleich weiterziehen. Ich finde Buchleichen, Performanceleichen, Gartenleichen, Reiseleichen und noch andere. Sie brauchen unmerklich Energie, wenn auch nicht viel. Einige verstehen es sogar, mir ein schlechtes Gewissen zu machen, jedesmal, wenn ich über … Im Zuge des Auslichtens weiterlesen

Spiegel

Narrare – Erzählen Zu dem lateinischen Wort narrare (erzählen) hat das Narrische, die Närrin, der Narr eine Verbindung. Also dorthin, wo Geschichten humorvoll erzählt werden, auf Coyote Narren Crazy Wisdom Teaching-Weise. Sowas könnte es sein. Im mächtigen Feld des Narrischen, des Humors geht es darum, Geschichten entstehen oder sterben zu lassen, mit ihnen zu spielen, sie ein- und auszuatmen, sie zu vergrößern, damit man sie besser sehen kann. Es geht darum, Geschichten so zu heben, dass sie verstanden und angenommen werden können oder darum, sie zu verwandeln und lachend neue Möglichkeiten ins Spiel zu bringen. Wenn die Geschichten um uns … Spiegel weiterlesen

Die Macht der Sprache

Wortmagie weiß um die Macht der Sprache. Ihrer bedienen sich viele. Neue Begriffe tauchen auf, wenn eine Geschichte neu- oder umgeschrieben werden soll. Dann bekommen die Geschehnisse Wortzuschreibungen und oftmals eine ganz bestimmte Geschichte verpasst. Sie werden damit vielleicht sogar in Wortgefängnisse gesteckt. Das passiert, wenn viele bereitwillig und unhinterfragt vorgegebene Geschichten und Zuschreibungen übernehmen. Durch die Geschichten formt sich die Wirklichkeit – innen und außen.  Wer bestimmt, welche Wörter welche Bedeutung haben? Wie sprechen wir über etwas? Zum Beispiel über Viren. Was für eine Geschichte gibt es zum Miteinander von Viren und Menschen auf dieser Erde? Erzählen wir von  … Die Macht der Sprache weiterlesen

Fragen

Manche Geschichten werfen einfach nur Fragen auf, mehr tun sie nicht. Das ist ihr Sinn und Zweck. Die Fragen dürfen dann in uns hineinsickern. „Hüte Dich vor schnellen Antworten,“ sagen sie. Antwortlosigkeit kann das Wahrste sein zu bestimmten Zeiten. Manche Fragen sind allerdings brandheiss. Sie kommen möglicherweise von welchen, die an sehr heissen Feuern sitzen. Solche Fragen sind manchmal nicht nur nicht willkommen, sondern gar nicht erlaubt. Es braucht Mut, sie dennoch zu stellen. Zu hinterfragen. Ich danke allen, die diese Fragen stellen. Eine kraftvolle, heile Gemeinschaft hält solche Fragen aus. Sie braucht keine Antworten haben, sie braucht nur die … Fragen weiterlesen

Corona-Tanz

Als Seefahrerin würde ich die Wellen als kabbelig bezeichnen – die emotionalen, die Aussenwellen, das gesamte Meer, auf dem wir herumschippeln. Viele Bewegtheiten sind rundum. Die Wellen sind unruhig, ungleichmäßig, sich überlagernd, aus unterschiedlichen Richtungen. Die Winde sind böig. Es braucht recht geübte SeefahrerInnen für solche Umstände. Da mir bisher nur der Walchensee mit seinen heissen Fallwinden und der seltsamen Thermik solche Wellen beschert hat, fühle ich mich unsicher und eher weniger geübt. Deshalb tanze ich, da bin ich etwas sicherer. Das Vertraute und Bewährte im Unterwegssein scheint mir im Moment das Tragende. Neue Techniken greifen nicht wirklich. Ich höre mir … Corona-Tanz weiterlesen

Eine alte Geschichte

Möglicherweise sind die Künste mit all dem, was gerade gesehen, bezeugt und gewandelt werden will, mehr denn je gefragt. Es ist ja ein recht eigenartiges Gefühl, wenn im Raum steht, dass man nicht systemrelevant ist. Was für eine Aussage. Das betrifft im Moment einige, die das wahrscheinlich auch nicht von sich gedacht hätten. Ich möchte schon ganz gerne eine Relevanz haben für die Gemeinschaft, egal in welchen Zeiten. Ein bisschen empört bin ich da schon. Ich glaube an die Bedeutung der Künste in solchen Zeiten wie jetzt. Die Künste haben was zu bieten. Mit den Mitteln der Kunst, mit der … Eine alte Geschichte weiterlesen

Nahe liegend und normal

Wir sind gerade in ein befremdlich verworrenes Wir geworfen. Individuelle Geschichten färben sich mit den Wir-Geschichten und lösen sich darin auf. Die eigene und die kollektive Geschichte schieben sich ineinander, überlagern sich und bringen so manch eine Verwirrung. Diejenigen, die eine sehr gute Feldanbindung haben, werden das irritierend deutlich spüren. Es ist ein ineinander verschlungenes Wahrnehmungs- und Beziehungsgeflecht, das die Eigenverortung nicht einfach macht. Im Miteinander könnte es sich ein bisschen lichten – am Feuer sitzen, Sichtweisen, Geschichten, Wahrheiten austauschen und in der Tiefe zuhören.   Es ist eine seltsame Zeit. Um die Orientierung nicht zu verlieren, suchen die Hexen … Nahe liegend und normal weiterlesen

Das Publikum und die Rollen

Geschichten wollen erzählt und gehört werden. Sie ähneln Aufführungen, Theaterstücken, Filmen. In unseren Geschichten haben wir bestimmte Rollen, die wir einnehmen. Manche fordern diese Rollen sogar ein, die Geschichten selbst und die Zuhörenden. Wenn ich beispielsweise die Geschichte von mir als Abenteurerin erzähle, dann wollen die anderen auch eine Abenteurerin erleben und nicht eine, die regenscheu ist und nur auf der Couch liegt. Wir können schauen, wer gerade welche Rolle einnimmt.  Alle haben wir ein bestimmtes Publikum und bestimmte Bühnen, je nach Lebenszusammenhang. Je nach Bühne können die Geschichten schon mal variieren. Die verschiedenen Bühnen können das Zuhause sein, Treffpunkte, … Das Publikum und die Rollen weiterlesen