Auskosten

Gedanken aus dem älter werdenden Sommer – zum Auskosten der Augenblicke, zu gestern und morgen.

Das Gewesene braucht nicht zu viel an Groll oder an Denkmälern.
Und das Morgen kommt früh genug, ich brauche es nicht gestern schon dauernd bedenken. Das heißt nicht, dass mir nicht bewusst ist, dass der Moment kommt, wo das Eis am Stiel schmilzt. Es sollte mich nur nicht bremsen. Jetzt ganz da sein. Dann fürchte ich mich auch nicht allzu lange vor der Zukunft.
Pläne machen ist möglich. Und doch bereit sein, sie jederzeit loszulassen wie schweres Gepäck, das macht mich frei. Jetzt leben und tief in die Momente eintauchen. Dann höre ich am besten, was die Stunde geschlagen hat. Von da aus weiß ich auch am besten, wo´s langgeht. Wenn heute ein guter Tag ist, dann lass ihn uns voll auskosten.