Lernen und Denken

Mit der Närrin im alten Schulhaus der dörflichen Zwergenschule. Risse, Verfall, ein verlassener Ort. Hier ist es gut, über unser Lernen und Denken, über das Schulsystem und das System überhaupt nachzudenken. Es ist ein für das Ganze bezeichnender Ort. Es gibt keine Mittel für Renovierungen, schon lange nicht mehr und es ist dem Verfall preisgegeben.  Ist uns eigentlich das Denken beigebracht worden? Oder eher das Lernen? Die Närrin sucht die Nullräume auf. Dort können wir alles ausatmen und neu beginnen. In jedem Schulhaus einen Nullraum, in dem wir feste Meinungen oder Zuschreibungen austamen können. In dem wir uns neu gebären … Lernen und Denken weiterlesen

An der Tankstelle

Zeiten wie diese brauchen ein gutes Energiemanagement. Die Närrin empfiehlt eine Tankstelle, das wäre das Naheliegendste. Ich gehe an eine große Tankstelle. Dort gibt es verschiedenste Energietankversprechen. Überall steht es: Energy Drink, Power, Boost, Maxx, Turbo. Und Sprit natürlich. Treibstoff klingt nochmal anders. Ich will genau hinschauen, wo ich Energie tanke und was der Stoff ist, der mich treibt. Ich stehe und schaue, was kommt. Fragen, natürlich. Sie kommen immer, wenn ich lang genug stehe. Was gibt mir Energie? Wo sind meine Tankstellen auf der roten Straße des Lebens? Welches sind gute Rast- und Tankstellen auf den weiten Lebensreisen? Wo … An der Tankstelle weiterlesen

Auf der Jagd

Es geht weiter mit der Närrin, ich mache ein poetisches Tagebuch mit ihr und heute ist es eine Art Spiegel unserer „Jagdgesellschaft“, von der ich ein Teil bin. Die Närrin schickt mich auf einen Jägerstand. „Für den Überblick“, sagt sie. Ich klettere hinauf, etwas unsicher, wie eine, die eigentlich nur schauen wollte und plötzlich merkt: Es wird ernst. Von hier oben sehe ich alles. Oder zumindest denke ich das – was schon die erste Täuschung sein könnte. Mäuse huschen durch das Unterholz, Hasen gestaltwandeln und können sich unsichtbar machen, Beeren und saftige Blätter bieten sich verlockend an und lassen offen, ob es … Auf der Jagd weiterlesen

Auskosten

Gedanken aus dem älter werdenden Sommer – zum Auskosten der Augenblicke, zu gestern und morgen. Das Gewesene braucht nicht zu viel an Groll oder an Denkmälern. Und das Morgen kommt früh genug, ich brauche es nicht gestern schon dauernd bedenken. Das heißt nicht, dass mir nicht bewusst ist, dass der Moment kommt, wo das Eis am Stiel schmilzt. Es sollte mich nur nicht bremsen. Jetzt ganz da sein. Dann fürchte ich mich auch nicht allzu lange vor der Zukunft. Pläne machen ist möglich. Und doch bereit sein, sie jederzeit loszulassen wie schweres Gepäck, das macht mich frei. Jetzt leben und tief … Auskosten weiterlesen

Lernen

Katzen und Mäuse tanzen auf den Tischen, es wird Frühling. Das Leben genießen, wenn die Sonne scheint, Kleinigkeiten freudig kosten wie Grashalme kauen oder Mücken fangen. Ich lerne von ihnen. Sie pflücken die Frühlingsmomente wie süße Beeren. So, als wäre es ihr erster und ihr letzter Frühling. Lernen weiterlesen

Das Küchengefüge

Zu jeder Tageszeit tauchen Schattenbilder auf. Morgens ist es der Schatten von Bastet, der Katzengöttin und von Santa Muerte. Sie sind zur Frühstückszeit da und erzählen zu Beginn des Tages von Sinnlichkeit und Lebensfreude und von der allgegenwärtigen Tödin. Die Schattenblätter vom Baum vor dem Haus tanzen dazu. Es sind die Sommerschatten. Im Herbst sind sie verschwunden. Da kommt dann etwas später am Morgen der Schatten des Besens vor dem Fenster. Und im Winter werden die Küchenschatten abstrakter mit den klaren Kanten der Teekanne und den kahlen Zweigen. Gerade in Zeiten von weltengroßen Geschehnissen und Bildern überall bringen mich die … Das Küchengefüge weiterlesen