Lernen und Denken

Mit der Närrin im alten Schulhaus der dörflichen Zwergenschule. Risse, Verfall, ein verlassener Ort. Hier ist es gut, über unser Lernen und Denken, über das Schulsystem und das System überhaupt nachzudenken. Es ist ein für das Ganze bezeichnender Ort. Es gibt keine Mittel für Renovierungen, schon lange nicht mehr und es ist dem Verfall preisgegeben. 

Ist uns eigentlich das Denken beigebracht worden? Oder eher das Lernen? Die Närrin sucht die Nullräume auf. Dort können wir alles ausatmen und neu beginnen. In jedem Schulhaus einen Nullraum, in dem wir feste Meinungen oder Zuschreibungen austamen können. In dem wir uns neu gebären können und mit anderen Bildern von uns und der Welt wieder herausgehen können. Es würde ja schon reichen, zu wissen, dass es diese Möglichkeit gibt, mit Wegweisern und einer Türe, an der Nullraum steht. Damit wir es nicht vergessen.

Stundenpläne, Unterrichtsfächer – was gäbe es für wichtige und bereichernde, lebenstauglich machende Schulfächer. Kommunikationsstunden, Council, Tanz, Konfliktstrategiestunden, Empathiekurse, Natur- und Wildniszeiten … Uns allen würden noch sehr viele essentielle Fächer einfallen. Und was dabei rauskäme? Ein kritischer Geist, Gemeinschaftssinn, Kreativität, ein starkes Selbstvertrauen … Ist das denn erwünscht?

Am Aushängebrett unserer Schule könnte, frei nach einem Zitat von Buddha, stehen: „Glaube nichts, nur weil viele davon sprechen oder weil es wo steht. Und auch nicht, nur weil es die Lehrer sagen! Glaube es erst dann, wenn du es selbst geprüft hast.“ Das Denken lieben, das macht uns frei.