Ein Gruß zur Schnitterin

In der Sommerhitze ruft die Tödin die Närrin zum Tanz. „Schnittert mal, beherzt, Ja oder Nein, kein Wischiwaschi.“ Sie findet, dass meine Grautöne nach Eindeutigkeit rufen. „Was jetzt, schnittern oder stehen lassen?“ Freundinnenwege mit Anke Firlefanz, wie so oft. Die Närrin geht mit uns shoppen. Sie wandert mit uns in der Flohmarkttenne an den Regalen entlang. Gewand und Geschirr, Kunst und Bücher, Sport und Spielsach. Es ist wie Lebensfelder abwandern mit der Frage: „Stehen lassen oder nicht?“ Immer mit der Sichel in der Hand. Schnitterinzeit.Warum nicht auslichten? Leere Schubladen, leere Felder. Was reif ist weggeben, schnittern. Oder aus den vollen Regalen … Ein Gruß zur Schnitterin weiterlesen

An der Tankstelle

Zeiten wie diese brauchen ein gutes Energiemanagement. Die Närrin empfiehlt eine Tankstelle, das wäre das Naheliegendste. Ich gehe an eine große Tankstelle. Dort gibt es verschiedenste Energietankversprechen. Überall steht es: Energy Drink, Power, Boost, Maxx, Turbo. Und Sprit natürlich. Treibstoff klingt nochmal anders. Ich will genau hinschauen, wo ich Energie tanke und was der Stoff ist, der mich treibt. Ich stehe und schaue, was kommt. Fragen, natürlich. Sie kommen immer, wenn ich lang genug stehe. Was gibt mir Energie? Wo sind meine Tankstellen auf der roten Straße des Lebens? Welches sind gute Rast- und Tankstellen auf den weiten Lebensreisen? Wo … An der Tankstelle weiterlesen

Verrückungen

Lasst uns Verrückungen vornehmen, da, wo wir den Impuls haben. Wir könnten dort, wo es uns anspringt, verrückende Dinge tun. In Zeiten, in denen es immer enger, unfreier und irrsinniger wird, sind Verrückungs-Geschichten heiss. Im besten Fall streuen wir heilsame Samen ins Betriebssystem der Gewohnheit. Wo auftauchen und dabei wunderliche und überraschende Dinge tun oder sagen, Unerlaubtes wagen, den Finger auf die Sollbruchstellen legen, Routinen aufkündigen und die festen Wege verlassen. Mit Herzfeuer, mit Witz in den Augen, mit Lippenstift auf den Zähnen. Liebesrebellisch bleiben Verrückungen weiterlesen

Ruhen

Die Närrin führt mich an Orte, die vom „Einstmals“ erzählen. Orte, die ihre Aufgabe, ihre alte Funktion nicht mehr erfüllen müssen. Die ruhen. An denen es still geworden ist. Die Natur beginnt, diese Orte einzunehmen. Die Wildnis kommt langsam näher und überwuchert Gewesenes. Sie kriecht durch die Ritzen im Beton und schiebt sich durch zerrissene Plastikplanen. Regen und Wind tun das ihre dazu. Es ist eine Art Nullpunkt – alles ausgeatmet. Das Alte ist nicht mehr, Neues ist noch nicht da. „Wirf Samen“, sagt die Närrin, „es ist eine gute Zeit dafür.“ Meint sie auch meine Innenräume? Und die Zeiten, … Ruhen weiterlesen

Vom „UN“

Mit dem „UN“ kündigt die Närrin die Spielregeln auf, stellt etwas in Frage, verrückt dies und das. Es ist die andere Seite der Medaille. Wenn uns wer ein „UN“ zuschreibt, könnte das ein Närrintitel sein. „Du bist so unbequem, so unverschämt, so un…“. Warum nicht das Contrary-Wort annehmen und den Ball fangen. Einen Test machen – bei einer UN-Zuschreibung einfach mal bestätigen, keine Erklärung, kein Korrigieren, nix. „Du bist so unkooperativ.“ „Das hast Du messerscharf erkannt, gratuliere!“ Das war´s. Die Närrin fragt auch Unbequemes ab, ob wir wirklich frei sind zum Beispiel. Und wo es UNfrei ist. Wo was ehrlich … Vom „UN“ weiterlesen

Investmentfragen

Die Närrin will an die Börse und zu Banken. Es geht um Investments. Sie fragt, in was ich investiere. So grundsätzlich. Sowas fragt sie immer, wenn ich da noch ganz viel Luft nach oben habe. Sie meint am besten wäre es, in die eigenen Fähigkeiten, Ideen, Gaben zu investieren. Investieren wir in uns und unseren Weg? Zeit, Energie, Geld, Gedanken, Herzblut …  Auf den Mehrwert schauen. Statt in Materie in Erlebnisse investieren, ins Gelebte, ins Unterwegssein, in Freundschaften, in Projekte, die scheitern dürfen. Besonders die sind verheißungsvoll. Wir wachsen ja oft erst dort, wo etwas verloren geht. Vielleicht werden wir … Investmentfragen weiterlesen

Auf der Jagd

Es geht weiter mit der Närrin, ich mache ein poetisches Tagebuch mit ihr und heute ist es eine Art Spiegel unserer „Jagdgesellschaft“, von der ich ein Teil bin. Die Närrin schickt mich auf einen Jägerstand. „Für den Überblick“, sagt sie. Ich klettere hinauf, etwas unsicher, wie eine, die eigentlich nur schauen wollte und plötzlich merkt: Es wird ernst. Von hier oben sehe ich alles. Oder zumindest denke ich das – was schon die erste Täuschung sein könnte. Mäuse huschen durch das Unterholz, Hasen gestaltwandeln und können sich unsichtbar machen, Beeren und saftige Blätter bieten sich verlockend an und lassen offen, ob es … Auf der Jagd weiterlesen

Wieder mal die Närrin

In ungeheuerlichen Zeiten rufe ich gerne die Närrin. Ihre Verrückungen und unsere Verrücktheiten könnten uns vor dem Wahnsinn bewahren. Närrin-Impressionen zu unserer Welt und unserer Gesellschaft wehen her. Geht es darum, zu bezeugen, was geschieht: Mit staunenden Augen, alles für möglich haltend, vielleicht das Sterben der alten Welt zu bezeugen? Oder darum, dem Geschehen zu begegnen wie die heiligen Clownsleute einstmals den Pockengeistern, dem Bedrohlichen, Unsteten begegnet sind? Furchtlos, allem ins Auge schauend, verhandlungsbereit, weil sie fähig waren, mit all dem zu tanzen und auch mächtige Chaos-Spieglerinnen waren? Die Närrin hat kein leichtes Spiel bei uns. Bis dahin, dass sie … Wieder mal die Närrin weiterlesen

Närrin-Zeit

An ungewöhnlichen Orten seltsame Dinge tun. Dem Stern der Närrin folgen und schauen, wohin sie uns führt. An den Grenzen des Vertrauten entlang und manchmal einen Schritt drüber. Unerschrocken und vielleicht sogar lachend den wundersamen Geschichten des Lebens begegnen. Für die wilden, freien Wege, fürs Spinnen und für die heilsamen Verrückungen. Für das Lachen – über mich und die Welt. – ein Film von mir, Anke Ramme Firlefanz, Gisela Keller und Sabinka Mondweib Sternthaler– aus dem Zyklus „Die Königin und ihre weisen Kräfte“ – eine davon ist die Närrin Der Film „Närrin-Zeit Närrin-Zeit weiterlesen