Wenn der alte Sommer geht

September, Altweibersommer. Der Sommer ist alt. Wenn ich den alten Sommer tanze, weiß ich, dass es nicht mehr mein Lebensfeuer ist, dass ich am Schwarzmondfeuer sitze. Gedanken zum alten Feuer.

Vielleicht spüren wir das Nicht-initiiert-sein im Alter hin zu den Ältesten nochmal schärfer als das Nicht-initiiert-worden-sein in unsere Medizin. Weil es auf den weissen und den roten Lebenswegen noch mehr Lehrende gab, sind wir in unsere Medizin noch mehr geführt und begleitet worden. Im alten Nordland wird es stiller und es sind weniger unterwegs.

Je weiter wir auf dem Lebensrad gehen, umso dünner wird die Luft, wie in den hohen Bergen. Es gibt immer weniger, die im Norden des Lebensrades gut und wirklich initiiert angekommen sind, genauso wie es immer weniger feste Routen gibt. Die Landkarten mit den Routen hören irgendwann auf. Irgendwann sind es nur mehr Steige, diese kaum sichtbaren Wege ganz oben in den Bergen, die auch nirgends eingezeichnet sind. Dann geht es um Gehörtes, ums Ungefähre oder darum, selber die Tritte zu finden. So fühlt es sich für mich an im Schwarzblumenreich, am alten Feuer in einer Gesellschaft, die so wenig vom reifen Wintergeist versteht.

In den Bergen ist es ja wirklich so, je weiter man hinaufsteigt, desto weniger Leute begegnen dir. Die Luft wird dünner und die festen Wege verlieren sich. Oben sitzen, alleine, dem Wind zuhören, weit weg vom wurligen Geschehen, in die Wolken schauen, ganz still dasitzen, lauschen. Und dann auch lachen mit den Gefährtinnen, die schon dorthin gewandert sind. Gegangene Wege ehren, ein Ja für das Unbekannte, das auf uns wartet. Vielleicht wird dort oben etwas frei und weit. Vielleicht ist es dafür nicht mal wirklich wichtig, ob wir geleitet und initiiert worden sind oder nicht. Dann ist es einfach pures Dasein, pures Lebendigsein. So wie in den Momenten oben in der Bergstille.

Das große Abenteuer am alten Feuer gilt es zu erkunden. Wenn wir unsere wenigen Landkarten austauschen, dann werden wir kraftvoller, zuversichtlicher und sicherer unterwegs sein. Ich hoffe sehr auf die vielen Facetten und kostbaren Landkartenteile, um gute Routen zu finden.