Vom guten Zeitpunkt

Für was ist es gerade die richtige Zeit? Wie gut gehe ich mit Kairos – dem Spüren und Wissen wann es für was die Zeit ist? Wenn ich zum Beispiel tief im Westen bin, dann ruft alles nach Rückzug. Dann will ich träumen und ruhen und nach innen schauen. Dann bin ich langsam und horche viel. In unserer Zeit kann ich nicht einfach in die Wälder gehen und dem Westen den ganzen Raum geben und die Zeit, die es braucht. Zumal ich es ja dort draussen abwarten müsste, wann die Westzeit gerundet ist. Wenn dann Nordstruktur gefragt ist, etwas getan … Vom guten Zeitpunkt weiterlesen

Einsatz

Mit den Winden gehen, klug den Routen des Lebens folgen – das ist die Weisheit unserer uralten nomadischen Menschenseele. Es gibt Zeiten, da ist Einsatz gefragt. Da gilt es, nicht zu diskutieren, ob ich bereit bin oder erst später und mich im Hadern verstricke, da braucht es den Sprung in den Einsatz. Den Moment packen. Wenn der Streunerkater in der Not ist oder wer neben mir im Supermarkt hinfällt, dann bin ich gefragt. Dann ist es nicht Zeit, um zu knurren, weil ich was verschieben muss oder grad so gut im Flow bin mit dem Einkauf oder dem Malen. Im … Einsatz weiterlesen

Wetterwende

Die Herbstalte übernimmt. Es wird auch Zeit. Auch für die Normalzeit, die Winterzeit und, dass das unnatürliche Verlängernwollen des Tages zu Ende geht. Es darf dunkler und stiller werden. Im Moment will ich vor allem in der Ruhe bleiben, wach und ruhig. Vielleicht kann ich dann die Geschehnisse aufträumen. Im besten Fall sehen wir beim nach innen Schauen unser inneres Leuchten. Diese Zeit kann unser Leuchtendsein brauchen. Wetterwende weiterlesen

Freudensammeln

IKIGAI – ein Wort, das mir gefällt, ein Wortgeschenk aus Japan. Vom Leben und vom Sinn. Gerade, wenn die großen Geschehnisse so irrsinnig sind, so aus dem Ruder laufen, dann hilft mir der Blick auf die naheliegenden Freuden. Auf das, was mein „Ikigai“ ist. Das Gold meiner Tage heben. Wenn mich jemand anlächelt und die Augen blitzen, so nebenbei an der Kasse. Die erfrischende Morgenkühle, die Tasse Tee, meine Beschäftigung mit … Ich sammle mal all die Quellen von Lebensfreude. Sie haben Namen. Wie die Schnurrkatzenquelle, die windwilde Herbstlaubtanzquelle, die kreative Verrücktheitsquelle oder die Spinnstubenquelle, an der es immer einen … Freudensammeln weiterlesen

Ein Weisheitsfunke fliegt mich an

Solche Weisheitsfunken entzünden immer wieder mein inneres Feuer und gleichzeitig finde ich sie herausfordernd. Sie lassen mich so einiges überprüfen – mein Leben, meine Welt, mein Unterwegssein darin. Das passt zum Herbst, die Sortierstation, die Spreu vom Weizen trennen, mit den Schatten tanzen, nach innen schauen, den Dingen auf den Grund gehen, tief schauen … Der Weisheitsfunke, den ich in einem Artikel gefunden habe sagt: „Wenn Du Dir eine bessere Welt wünschst, mögest Du vorleben, was Du darunter verstehst.“ Schon mal die Frage, was ich darunter verstehe. Sie impliziert ja, dass es etwas ganz anderes sein könnte als das, was … Ein Weisheitsfunke fliegt mich an weiterlesen

Von Banden und von Zärtlichkeit

Banden bilden macht richtig Spass und gute Banden wissen, wie sich gute Bande untereinander anfühlen und wie sie gewebt werden. In Zeiten großer Entwurzelung braucht es beste Gemeinschaften, nährende Kreise, ein wildes und lustvolles Miteinander. Bande ist ja so ein eigenes Wort. Es gefällt mir, gerade weil es kein Kaffeekränzchen ist und auch keine literarische Diskussionsgruppe. Eine Bande ist wild, abenteuernd, lärmend und johlend, bisweilen meuternd und noch so einiges. Ich sehe eine Bande von verrückten Alten, die es ernst meinen. Eine Alpen-Anarchistinnen-Bande. Die Alpen-Anarchistin fragt: Brauche ich eigentlich wen, der mich regiert? Dem ich die Macht gebe, mein Leben … Von Banden und von Zärtlichkeit weiterlesen

Herbstahnung

Mit den Ockerfarben und dem warmen Licht des jungen Herbstes fällt mein Blick auf die herbstlich werdende Erde und zu den Wolken hinauf. Die intensiven Züge der Vögel beginnen bald. Den Zugvögeln zuwinken, das mache ich seit meiner Kindheit. Weil sie das Unterwegssein verkörpern, die Freiheit, das Gleiten durch die Lüfte. Das fand ich immer sehr aufregend, farbig und lebenswert. Als flögen sie in eine Zukunft hinein, die verheissungsvoll ist. So habe ich es mir ausgemalt. Und heute? Spüre ich, wie kostbar es ist, für die Freiheit zu fliegen. Für den Lebensmut zu gehen, in Gemeinschaft zu fliegen, damit sich … Herbstahnung weiterlesen

Auswildern

In den Städten ist kaum etwas von unserer schönen Wildnatur zu spüren. In musealen Räumen ist es ruhig und gesittet und man ist unter sich. Die Zeit der Ausstellung im frauen museum wiesbaden ist vorbei und ich merke, was für eine Kraft und Schönheit es hat, die Kunst hinauszutragen – ins Leben, in die Wälder, aufs Feld. Dorthin, wo es sich auf ganz natürliche Weise wandeln kann, wo Regen und Sturm und Vögel und Katzen mitwirken, wo Füchse an den Samenzetteln riechen und der Wind die Asche mitnimmt. Wo nachts die Rehe all die Geschichtenbänder beäugen und die Eulen mit … Auswildern weiterlesen

Der Sommer ist endlich

Wenn die Katzenmütter im alten Sommer anfangen, ihre Jungen wegzuschicken, könnten wir ganz viel von ihnen lernen.  Sie lassen ihre Jungen immer häufiger allein, um Nahrung zu suchen. Die Katzenkinder finden das genauso bitter wie viele Menschenkinder. Ich war auch sehr empört, als meine Eltern entschieden haben, dass sie mich selbständig werden lassen, weil sie an mich glauben und auch daran, dass ich nicht verhungern werde und meinen Weg gehe. Die Kätzlein sind gut vorbereitet worden. Das ist anders als bei uns. Und dennoch, wenn sie auf sich allein gestellt sind und selbstständig jagen und überleben müssen, dann gibt es … Der Sommer ist endlich weiterlesen

Gehen für …

Die Sommerwege haben für mich immer viel mit Körperlichkeit zu tun – Hitze spüren, baden, Wind auf dem Körper … Sinnlichkeitszeit im besten Fall. Lange Sommernächte mit vielen Tierbegegnungen, Beerenköstlichkeiten und noch vielem mehr. Die Sommerzeit lässt mich analoger werden und über die Sommerwochen entfaltet sich die Analogkraft. Sie ist mein Königinnenweg. Dann bin ich viel weniger am Rechner, werde dem Digitalen gegenüber ignoranter, meine Aufmerksamkeit geht woanders hin und es bekommt mir gut. Unsere Aufmerksamkeit ist ja bedeutsam, auch politisch. Deshalb wird sie so stark umworben. Vielleicht ist es gut, sie mal als etwas wirklich Kostbares zu sehen, das … Gehen für … weiterlesen