Schnittmengen

Wenn ich eine Schnittmengen-Landkarte erstelle, kommt Erstaunliches heraus. Mit wem ich alles wo Schnittmengen habe, das ist wirklich viel. Von rechts bis links, von oben nach unten. Wollte ich Schnittmengen aus Feldern vermeiden, die nicht lupenrein sind, dann müsste ich mich komplett aufgeben. Im Laufe des Älterwerdens habe ich mich mit Schnittmengen auch in schwierige Felder hinein ausgesöhnt. Der eigenen Spur und Wahrheit folgen und dazu zu stehen, das zieht manchmal Alleinwege nach sich. Die Pazifistin zum Beispiel sitzt gerade an sehr kleinen Feuern. Es ist ihr egal.

Es ist wie mit der Etikettierung, auch da bin ich entspannt geworden. Früher hätte ich mich empört oder gerechtfertigt. Jetzt denke ich mir: „Wenn Du meinst …“. Es dort lassen, wo es herkommt. Es ficht mich nicht mehr an und ich bin damit meistens nicht mehr zu kriegen. Wir alle werden so schnell zugeordnet, kategorisiert und damit entweder mit einem Gut-Zettelchen belohnt oder beschimpft.
Was ich in letzter Zeit alles war, das hätte ich mir nie träumen lassen.
Noch nie habe ich so gut verstanden, was es heisst, dass die Närrin auch deshalb so frei und so stark ist, weil sie hinter die Angst vor Beschämung, Ausgrenzung, Diffamierung, Bestrafung und all dem gegangen ist. Zuschreibungen oder Etiketten kümmern sie nicht weiter. In mir ist eine Ahnung erwacht, was damit wirklich gemeint ist. Und ein Hauch von wunderbarem Duft und ein Lachen weht aus dem „Dahinter“ her.