Investmentfragen

Die Närrin will an die Börse und zu Banken. Es geht um Investments. Sie fragt, in was ich investiere. So grundsätzlich. Sowas fragt sie immer, wenn ich da noch ganz viel Luft nach oben habe. Sie meint am besten wäre es, in die eigenen Fähigkeiten, Ideen, Gaben zu investieren. Investieren wir in uns und unseren Weg? Zeit, Energie, Geld, Gedanken, Herzblut … 

Auf den Mehrwert schauen. Statt in Materie in Erlebnisse investieren, ins Gelebte, ins Unterwegssein, in Freundschaften, in Projekte, die scheitern dürfen. Besonders die sind verheißungsvoll. Wir wachsen ja oft erst dort, wo etwas verloren geht.
Vielleicht werden wir deshalb mit dem Älterwerden radikaler und klarer. Go old. Ist das der Goldstandard?
Radikal für mein Vermögen gehen, für das, was ich vermag und daran glauben. Was vermag ich? Was ist vom Herzen befeuert? Und dann die Renditefrage. Was lohnt sich? Allerdings nicht im irren Selbstoptimierungswahn.

Bilanzieren – mein Mut bringt mir Zinsen, meine Erfahrungen schütten Dividenden aus, ehrliche Gespräche sind zutiefst wertsteigernd. Viele der intensivsten Momente des Lebens lassen sich ökonomisch nicht greifen – Berührungen, ein wilder Sommerabend am See, ein Risiko, das wir eingegangen sind, wild, lustvoll und gefährlich gelebt, ein kreatives Funkenfeuer, ganz in dem Moment zu sein und vieles mehr. 

Investitionen. Vielleicht ist die radikalste Anlageentscheidung unserer Zeit, in uns selbst zu investieren – in Ideen, in das, was uns am Herzen liegt, in Irrwege, in das eigene Vermögen, in unsere wilden Gaben. Darf das, was ich vermag, in Beziehung zur Welt treten? Welche Investitionen erhöhen wirklich den Wert unseres Lebens? Und welche halten uns nur beschäftigt, damit wir diese Frage nicht stellen? Wortfelder abwandern, vom Börsenjargon zu Existenzfragen, Wortmagien und schöpferischer Kraft. Ursprünglich haben sie getragen: Vermögen, ich vermag etwas – Erfahrungsschatz – Einfalls-Reichtum – Rendite des Gelebten – Wertschöpfung …
Bedeutungsarchäologien, als würde die Sprache selbst sich erinnern und uns wichtige Botschaften geben.

Erlauben wir unseren Einfällen, uns reich zu machen, manchmal finanziell als Nebenerscheinung, um die es aber nicht ging. Die andere Ebene ist tiefer und nachhaltiger. Einem reich gelebten Leben und dem, was wir vermögen vertrauen, unserer Wirkkraft, unserer Kreativität, unseren freien Wegen. Wenn wir unser Vermögen, unser Potenzial ernst nehmen, werden wir lebendig. In unseren Schatzkammern sind zahlreiche Geschenke, öffnen wir sie. Was fließt in die Gemeinschaft? Ideen. Trost. Humor. Berührung. Heilkraft. Widerstand. Klarheit … Wir haben was zu bieten, wir alle.

Und in manchen Momenten taucht Santa Muerte auf und fragt uns: „Wenn Du Deine wilden Gaben so frei und lustvoll, so großzügig und eigen leben würdest wie es nur geht, wie würde das aussehen, wie klingen, auf welche ganz eigene Weise leuchten?“ Ob sie damit den Weg der kostbarsten Investments abfragt?