Mit dem „UN“ kündigt die Närrin die Spielregeln auf, stellt etwas in Frage, verrückt dies und das. Es ist die andere Seite der Medaille. Wenn uns wer ein „UN“ zuschreibt, könnte das ein Närrintitel sein. „Du bist so unbequem, so unverschämt, so un…“. Warum nicht das Contrary-Wort annehmen und den Ball fangen. Einen Test machen – bei einer UN-Zuschreibung einfach mal bestätigen, keine Erklärung, kein Korrigieren, nix. „Du bist so unkooperativ.“ „Das hast Du messerscharf erkannt, gratuliere!“ Das war´s.

Die Närrin fragt auch Unbequemes ab, ob wir wirklich frei sind zum Beispiel. Und wo es UNfrei ist. Wo was ehrlich ist und wo es UNehrlich wird. Und auch, wo die UNgeheuer sitzen, innen und aussen.
Ich sammle UN-Wörter und lege sie in eine Orakelkiste. Bei UNklarheit ziehe ich einen Zettel – für die Klarheit und um die Spur aufzunehmen. Ich will den UNvoreingenommenen Blick, das UNgetrübte Hinschauen. Worum geht es? Was braucht es? Was hilft, gerade zu UNzeiten? So komme ich aus der ein oder anderen Nummer wieder raus und finde hier und da gute Wege. Orakel-Spektakel.
