Auswildern

In den Städten ist kaum etwas von unserer schönen Wildnatur zu spüren. In musealen Räumen ist es ruhig und gesittet und man ist unter sich. Die Zeit der Ausstellung im frauen museum wiesbaden ist vorbei und ich merke, was für eine Kraft und Schönheit es hat, die Kunst hinauszutragen – ins Leben, in die Wälder, aufs Feld. Dorthin, wo es sich auf ganz natürliche Weise wandeln kann, wo Regen und Sturm und Vögel und Katzen mitwirken, wo Füchse an den Samenzetteln riechen und der Wind die Asche mitnimmt. Wo nachts die Rehe all die Geschichtenbänder beäugen und die Eulen mit … Auswildern weiterlesen

Der Sommer ist endlich

Wenn die Katzenmütter im alten Sommer anfangen, ihre Jungen wegzuschicken, könnten wir ganz viel von ihnen lernen.  Sie lassen ihre Jungen immer häufiger allein, um Nahrung zu suchen. Die Katzenkinder finden das genauso bitter wie viele Menschenkinder. Ich war auch sehr empört, als meine Eltern entschieden haben, dass sie mich selbständig werden lassen, weil sie an mich glauben und auch daran, dass ich nicht verhungern werde und meinen Weg gehe. Die Kätzlein sind gut vorbereitet worden. Das ist anders als bei uns. Und dennoch, wenn sie auf sich allein gestellt sind und selbstständig jagen und überleben müssen, dann gibt es … Der Sommer ist endlich weiterlesen

Gehen für …

Die Sommerwege haben für mich immer viel mit Körperlichkeit zu tun – Hitze spüren, baden, Wind auf dem Körper … Sinnlichkeitszeit im besten Fall. Lange Sommernächte mit vielen Tierbegegnungen, Beerenköstlichkeiten und noch vielem mehr. Die Sommerzeit lässt mich analoger werden und über die Sommerwochen entfaltet sich die Analogkraft. Sie ist mein Königinnenweg. Dann bin ich viel weniger am Rechner, werde dem Digitalen gegenüber ignoranter, meine Aufmerksamkeit geht woanders hin und es bekommt mir gut. Unsere Aufmerksamkeit ist ja bedeutsam, auch politisch. Deshalb wird sie so stark umworben. Vielleicht ist es gut, sie mal als etwas wirklich Kostbares zu sehen, das … Gehen für … weiterlesen

Samen legen

Samen in die Erde legen, Visionen, Bilder, Gebete für kommende Zeiten. Seeds for a bright tomorrow. Was sind denn meine Samen? Welches Leuchten im Morgen kann ich sehen? Wenn ich es imaginiere, dann ist es schon ein Same. Ich glaube, es braucht wirklich gute Visionen, welche, die die Kraft haben uns zu leiten, zu ziehen, zu nähren. Deshalb habe ich in der Ausstellung im frauen museum wiesbaden einen Bereich den Visionen, den Samen gewidmet. Mein Same ist der für die großen Friedensbündnisse, die ich so sehr herbeisehne. Dass die, die dafür gehen mit allen Mitteln ausgestattet werden statt derjenigen, die … Samen legen weiterlesen

Sprachschatz

In eine Wortpralinenschachtel werden Wortschätze eingespeist. Köstlichkeiten, Kuriositäten, Sprachversüssungen, sowas wie Hüftgold für den Geist und dergleichen. Gerade gefallen mir etwas theatralische Wörter wie Furore, Tamtam, Bohei, Trara oder Brimborium. Warum nicht mal Furore machen? Die Elsakatze möchte das Wort „klabautern“ in die Schachtel legen. Die Wortpralinenschachtel steht für Einspeisungen und zum Kosten gerade im frauen museum wiesbaden, in der Ausstellung „essential areas“, im Wortbereich. Sprachschatz weiterlesen

Wort-Reich

Wörter und Worte. Sie sind mächtig. Mit ihnen kreieren wir Wirklichkeit. Fragen weben sich aus ihnen und Geschichten, Gebete, Wünsche, Flüche und Lügen, Liebeserklärungen, Segen, Zaubersprüche und noch so manches. Sie sind Schöpfungssubstanz. Wortmagie. Was tun mit den versehrten, den ausgelutschten und missbrauchten Wörtern? Mit den leer gewordenen, mit den Worthülsen, den vergifteten oder völlig entkräfteten?Sie auf Reha schicken. Je nach Schweregrad, Pflegestufe 1, 2 oder 3.Als erstes stecke ich die „Experten“ in die Reha-Box mit Pflegestufe 3, geschlossene Abteilung. Und ich lasse mich nicht blenden und für blöd verkaufen, wenn sie sich schon bald als genesen oder geläutert präsentieren. … Wort-Reich weiterlesen

Fragen im Wind

Die Fragen fragen, sie ehren, sie hüten, sie wenigstens zulassen, das ist essentiell. Für Wachstum, für alle Forschenden, weil wir gwundrig sind und Freude daran haben im besten Fall. Im besten Fall werden wir darin bestärkt, Fragen zu stellen und lernen es von klein auf. Denn gut gefragt ist halb erleuchtet. Wir leben nicht in einer halb erleuchteten Gesellschaft, was schon schade ist. Das mag daran liegen, dass wir nicht für das Fragen gehen. Die Angst vor den Antworten scheint groß zu sein. Fragen gehören zur Freiheit. Lasst uns hellhörig werden, wenn Fragen zur brandheissen Mangelware werden. Sie sind Gold … Fragen im Wind weiterlesen

Medizinen

In der Fluxus-Ausstellung im frauen museum wiesbaden geht es um essentielle Bereiche (die essential areas). Wie können wir Wirklichkeit kreieren, wandeln, gute Wege finden? Ein Bereich ist der mit den Medizinen. Ich sammle und nichts ist mir zu klein, um es nicht auszuprobieren und zu ehren. Alles, was hilft ist gut – um in die Kraft zu kommen, um in der Kraft zu bleiben, für die Lebensenergie, das Vertrauen, die Zuversicht, für gute Nahrung auf allen Ebenen. Ich sammle alles, wovon ich denke, dass es heilsam und segensreich ist. Manchmal stärkt es allein schon, die Wörter zu sagen, zu singen … Medizinen weiterlesen

flux flux fLUXUS

Der Wiesbadener Kunstsommer ist dem Thema Fluxus und die Frauen gewidmet. Sechzig Jahre Fluxus, mein Alter. Vom frauen museum wiesbaden ist eine Einladung gekommen, dazu auszustellen. Wo ist der Fluxusgeist heute noch relevant? Für mich und überhaupt? Was und wie war FLUXUS? Fluxus war immer nah am Zeitgeschehen und hat dazu Statements abgegeben – Kommerz verweigernd – die festen Grenzen verwischend zwischen profan und heilig, Alltagsraum und Kunstraum – Kunst und Leben als eines verstehend. Der Fluxusgeist erzählt davon, die Kunst nicht in den Elfenbeintürmen einzufrieren, sondern auf die Straße, ins Leben zu holen und dort zu schenken – weg … flux flux fLUXUS weiterlesen

Souverän

Der Königinnenweg zur Souveränität geht durch teils unwegsames gesellschaftliches Gelände. Wie gut, wenn es in unserer Erziehung gewisse Lücken gibt. Wir haben beispielsweise des öfteren lose Reden geschwungen familiär und das bleibt. Das war normal für mich. Wir durften uns auch vergleichsweise viel daneben benehmen, da waren die Grenzen weit gezogen. Und jetzt finde ich es oftmals not-wendig. Eine Freundin, die eine etwas verwegene Kuchen-in-Kaffee-Eintunkweise hat, sagt im Café, wenn jemand entsetzt schaut: „Gell, wenn’s Dich graust, dann schaust einfach weg.“ In den USA dürfen sie mehr scheitern als wir und es wird sogar noch als wichtige Erfahrung gewertet. Sowas … Souverän weiterlesen