Herbstgestalten

Je näher mir etwas ist, zeitlich, örtlich, umso besser kann ich damit umgehen. Dann ist es greifbar. Darin spüre ich meine Wirkkraft, meine Gestaltungsmöglichkeiten. Je ferner es liegt, umso unfassbarer wird es und es entzieht sich meiner Möglichkeit, etwas zu bewirken, zu wandeln, Antworten zu finden. Mir immer wieder bewusst machen, dass ich hier und jetzt in Gedanken, im Berühren, im Sprechen, Träumen und Tun wirke. Das gibt mir Kraft und Weite. Naheliegend, gestaltend mit Blättern, Nüssen und Zweigen etwas ausbalancieren. Kiefernnadeln, Steine und Beeren für etwas, das ich rufen will. Die Natur als Heilerin spüren. Natürliche Ordnungen visualisieren. Etwas … Herbstgestalten weiterlesen

Schauen

Was, wenn wir die meiste Zeit einfach nur schauen und lauschen würden? In den Himmel schauen und ins Feuer, ins Land hineinhorchen und dem Wind zuhören. Noch ist die Herbstumtriebigkeit spürbar – alles einholen, winterfest machen, Vorräte anlegen, einkochen. Ich will achtsam sein, dass es sich nicht in den Winter hineinzieht. Es dauert ja immer, bis das „Viel“ des Herbstes in mir ausklingt. Darauf hoffen, dass es im Aussen ausklingt, brauche ich nicht, ganz im Gegenteil, die Dynamik wird noch Fahrt aufnehmen im Dezembertrubel, im Weltgeschehen. Deshalb beginne ich jetzt schon mal, möglichst viel einfach nur zu schauen – vor … Schauen weiterlesen

Fäden und Linien

Text und Textiles. Worte und Geschichten, Gewebe, geknüpfte Netze, Ersponnenes. Wenn die Spinnstubenzeit nahe rückt, dann wird etwas Altes wach – die Zeiten, als Frauen die Geschicke der Gemeinschaft gewebt haben. Als sie in den Spinnstuben zusammensaßen und das Gewebe ihrer Gemeinschaft befühlt haben und dabei Wolle gesponnen, gewirkt, geflickt, verbunden, gelöst, verknüpft, durchtrennt. Da kommt eine uralte Sehnsucht auf – nach Zusammensein, gemeinsam wirken, nach Austausch und visionieren, Geschichten teilen, Freude und Schmerz da sein lassen und lebensweise die Gemeinschaftgeschicke in Händen halten. Fäden und Linien weiterlesen

Verschiedenste Geschenke

Mit heute klingt die Ausstellung „Kunst bekommt Flügel“ im frauen museum wiesbaden aus.Mit vielen habe ich darüber gesprochen, was wir alle zu schenken hätten, wenn wir ohne Tausch und Geld in unserem kleinen weisen Dorf leben würden. Manchmal war es gar nicht so klar, weil unsere Geschenke so leicht in die Welt gehen, weil es freudig ist und wie nebenbei, selbstverständlich. Ziemlich hinderliche Glaubenssätze geben ja vor, dass es z.B. Anstrengung braucht und richtig „Arbeit“, damit es was wert ist. Meiner Erfahrung nach sind wir ganz nah an unserem Potenzial, wenn es genau das nicht ist, sondern leicht geht und … Verschiedenste Geschenke weiterlesen

Gesprächscollagen

aus den Telefonfeuern mit Sarah Eileen – am GeschenktischSarah, eine junge, wilde Wanderin und ich sitzen oft zusammen am Feuer und loten vieles aus. Manches wird dabei gesät, anderes gepflückt, geerntet, kompostiert oder eingemacht. Wir sprechen übers Schenken. Die Gesprächscollage:Schenken ist was völlig anderes als Tauschen, geschweige denn Verkaufen. Schenken ist harter Tobak in einem System, das so vom Geld beherrscht wird. Alles wird verkauft, angefangen bei der Mutterliebe. Alles – Flüsse, Wasser, Wissen, Zuneigung …Es gibt so gut wie keine „Ohne-Geld-Geschichten“. Frag mal rum, kaum jemand kann es sich ohne Geld vorstellen. Wenn Du sagst „raus aus dem Geldsystem“ … Gesprächscollagen weiterlesen

Kunst und Heilen

Wilde, köstliche Filmtage mit Andrea Lötscher, einer Dokumentarfilmerin. Mondrosen – Dokumentarfilme heisst ihr Kanal und ihr Filmstudio. Sie hat mit mir Interviews gemacht, Rituale gefilmt und wir sind im Eibenwald und an der Windach herumgestromert. Der Film geht um Kunst und Heilen. Was Interessantes – wenn man 1000 AbonnentInnen hat beim Filmkanal auf YouTube, dann gibt es die Wahl zwischen Geld verdienen oder werbefrei. Wir würden uns beide für werbefrei entscheiden und gegen das Geldverdienen. Kunst und Heilen weiterlesen

Bilder, die in die Welt geflogen sind

Viele Bilder und Objekte haben den Raum gefüllt. Am Abend war er leer. Er füllt sich wieder. Es ist eine große Freude, um die vielen neuen Orte für die Bilder zu wissen. Interessante Fragen und Überlegungen zum Schenken sind zu mir gekommen. Ob die Zeit reif sei für wirkliches Schenken? Dass wir meinen könnten, immer etwas ausgleichen und zurückgeben zu müssen. Das tun wir, indem wir das, was wir vermögen in die Welt geben. Was das Schenken betrifft, dazu haben wir wenig gelernt. Das Vertrauen, dass es reicht, wenn alle das geben, was sie möchten, was sie können, was gerade … Bilder, die in die Welt geflogen sind weiterlesen

In der Schwebe

Zwischen Sommer und Herbst – der Morgen und die Nächte erzählen Herbstliches, der Mittag ist sommergetränkt. Ein allererster Nebel, kurz nur und doch …Zeiten im Übergang. Ich wünsche mir den Herbst herbei, den kühlen, goldenen, den eindeutigen, den Nebelherbst, den wilden Blättertanz im Wind, die Stürme. Das Dazwischen, die Zeit zwischen Sommer und Herbst, lässt mich die Bereiche erkunden, wo etwas in der Schwebe bleibt, Graubereiche, wo es ambivalent ist. Eindeutig finde ich einfacher. Die Närrin wohnt in den Landstrichen dazwischen, sie ist ja auch nicht einfach. Sie lockt mich, die nichtdualen Felder zu erkunden. Wildnis und Alter sind damit … In der Schwebe weiterlesen

Im Wind

Es braucht viele Wunsch- und Segens-, Gebets- und Freudenfahnen, die im Wind wehen. Wie Blüten im Wind, wie Lebensfreudeblumen. Ich schmücke den Lebensraum wie für ein Fest und jedes Bild und jede Wunschfahne soll gute Gedanken, Friedensrufe, Dank und Samen in die Winde fliegen lassen, damit sie auf dem Rücken des Windes in die Welt reiten. So wie bei den tibetischen Gebetsfahnen oder den Hagazussenbändern in den Bäumen. Es sind viele Wunschbilder – Textiles, geschrieben, gemalt, belacht und beweint, gerufen, daran geglaubt, vertrauend, besungen, hinausgeatmet. Die Winde mögen sie in die Möglichkeitsräume des Morgen bringen. Im Wind weiterlesen

Ein früher Herbst

Er deutet sich heuer an. Es ist Sommer und die Endlichkeit liegt in der Luft. Gerade weil es heuer ein früher Herbst ist, zeigt sich der alt werdende Sommer deutlicher und früher. Und doch ist es noch so warm und üppig. Wie ist sie denn, die Sinnlichkeit der alten Königin, der Sommer der Silberfüchsin? Wie sieht all das aus? Es sind die Füße, die über die Wiese laufen, die über die ersten Stoppelfelder gehen. Füße, die weit gegangen sind. Da sind die Jahrzehnte alten Hände, die viel gehalten haben, viel berührt, gewirkt, gewiegt, losgelassen. Wie tanzen wir den alten Sommer? … Ein früher Herbst weiterlesen