Mein Platz

Immer wieder tauchen die Fragen auf: Worum geht´s bei dem, was gerade hier auf der Erde passiert, also worum genau oder wirklich, was ist das für ein Gesamtgeschehen und was ist mein Platz darin? In die Fragen hineinlauschen, sie immer wieder befühlen.Es gibt ein Transformationsgeschehen, manchmal finde ich es verheissungsvoll und tröstlich, dann wieder ist es offen. Es ist der Weg der Raupe zum Schmetterling. Die Zeit der Raupe ist irgendwann zu Ende. Dann entstehen in ihrem Körper neue Zellen, Imagozellen, die bereits die Vision des Schmetterlings in sich tragen. Erstmal werden sie angegriffen, weil sie fremd sind. Die ersten … Mein Platz weiterlesen

Tanzen

Miteinander den alten kosmischen Reigen tanzen und uns die Herzenskraftländer jenseits der Grenzen wieder erobern. Neues Land besingen, unbelebtes Land umarmen und verlorene Weisheit zurückrufen. Grüße an die wilden Vorschwestern und die Kommenden in die Weite flüstern. Den frischen Wind des Augenblicks in den Knochen spüren. Wild bleiben und zärtlich, wahrhaftig und lebensfreudig. Tanzen weiterlesen

Offen bleiben

In dem Vielen, Undurchsichtigen mit all den Überlagerungen Wahrheit herauszulesen ist schwierig. Immer öfter merke ich, dass ich etwas nicht beurteilen kann, weil es zu komplex ist. Da hilft mir nur, geerdet zu bleiben, es anzuerkennen, offen zu bleiben für eine unerwartete Wahrheit. Nur nicht dogmatisch sein. Im Älterwerden sehe ich ganze Berge an vermeintlichen Wahrheiten, die ich über den Haufen werfen musste im Laufe des Lebens. Und dann gibt es in allem Unklaren und Gewirre vieles, das nie verlorengegangen ist und allen Stürmen und Prüfstationen standgehalten hat, wie die Weisheit des Friedens und die Kraft der Freiheit. Offen bleiben weiterlesen

Fragen

Es gibt so viele Gründe, warum die winterliche Rückzugszeit kostbar ist. Einer ist der, dass aus der Ruhe Fragen auftauchen. Die Stille ist einer der Geburtsorte von Fragen. In der Infoflut und dem Trubel kommen uns die Fragen abhanden. Sie brauchen Zeit und das Wissenwollen. In der Atemlosigkeit sind sie nicht zuhause. Fragen brauchen Atem. Erst die Fragen werden die guten Antworten bringen, die aus der Tiefe. Die Welt bräuchte gerade viele weise Antworten. In der Winterzeit hätte es den Raum. Die Fragen müssten gestellt werden, an die Steine, das Land, die Spirits, die Wolken, die Nachbarn, an uns selbst. … Fragen weiterlesen

Schauen

Was, wenn wir die meiste Zeit einfach nur schauen und lauschen würden? In den Himmel schauen und ins Feuer, ins Land hineinhorchen und dem Wind zuhören. Noch ist die Herbstumtriebigkeit spürbar – alles einholen, winterfest machen, Vorräte anlegen, einkochen. Ich will achtsam sein, dass es sich nicht in den Winter hineinzieht. Es dauert ja immer, bis das „Viel“ des Herbstes in mir ausklingt. Darauf hoffen, dass es im Aussen ausklingt, brauche ich nicht, ganz im Gegenteil, die Dynamik wird noch Fahrt aufnehmen im Dezembertrubel, im Weltgeschehen. Deshalb beginne ich jetzt schon mal, möglichst viel einfach nur zu schauen – vor … Schauen weiterlesen

Gesprächscollagen

aus den Telefonfeuern mit Sarah Eileen – am GeschenktischSarah, eine junge, wilde Wanderin und ich sitzen oft zusammen am Feuer und loten vieles aus. Manches wird dabei gesät, anderes gepflückt, geerntet, kompostiert oder eingemacht. Wir sprechen übers Schenken. Die Gesprächscollage:Schenken ist was völlig anderes als Tauschen, geschweige denn Verkaufen. Schenken ist harter Tobak in einem System, das so vom Geld beherrscht wird. Alles wird verkauft, angefangen bei der Mutterliebe. Alles – Flüsse, Wasser, Wissen, Zuneigung …Es gibt so gut wie keine „Ohne-Geld-Geschichten“. Frag mal rum, kaum jemand kann es sich ohne Geld vorstellen. Wenn Du sagst „raus aus dem Geldsystem“ … Gesprächscollagen weiterlesen

In der Schwebe

Zwischen Sommer und Herbst – der Morgen und die Nächte erzählen Herbstliches, der Mittag ist sommergetränkt. Ein allererster Nebel, kurz nur und doch …Zeiten im Übergang. Ich wünsche mir den Herbst herbei, den kühlen, goldenen, den eindeutigen, den Nebelherbst, den wilden Blättertanz im Wind, die Stürme. Das Dazwischen, die Zeit zwischen Sommer und Herbst, lässt mich die Bereiche erkunden, wo etwas in der Schwebe bleibt, Graubereiche, wo es ambivalent ist. Eindeutig finde ich einfacher. Die Närrin wohnt in den Landstrichen dazwischen, sie ist ja auch nicht einfach. Sie lockt mich, die nichtdualen Felder zu erkunden. Wildnis und Alter sind damit … In der Schwebe weiterlesen

Im Wind

Es braucht viele Wunsch- und Segens-, Gebets- und Freudenfahnen, die im Wind wehen. Wie Blüten im Wind, wie Lebensfreudeblumen. Ich schmücke den Lebensraum wie für ein Fest und jedes Bild und jede Wunschfahne soll gute Gedanken, Friedensrufe, Dank und Samen in die Winde fliegen lassen, damit sie auf dem Rücken des Windes in die Welt reiten. So wie bei den tibetischen Gebetsfahnen oder den Hagazussenbändern in den Bäumen. Es sind viele Wunschbilder – Textiles, geschrieben, gemalt, belacht und beweint, gerufen, daran geglaubt, vertrauend, besungen, hinausgeatmet. Die Winde mögen sie in die Möglichkeitsräume des Morgen bringen. Im Wind weiterlesen

Was es braucht

Wenn die Weisen Alten einen Rat abhalten. Die Roggenalte, Ahnfrauen, eine Alte im Blutgewand, die alte Spinnenfrau, die Stammmütter, sie alle versammeln sich ums Feuer. Die Wanderalte spürt in die Nacht hinaus. Sie beginnen zu beratschlagen. Darüber, was es für Auswirkungen hat, wenn die Alten nicht mehr geehrt werden, wenn niemand mehr was vom Schenken versteht und Frieden ein Projekt im Kopf bleibt, wenn das Wissen um Würde verlorengeht und überhaupt über diese Zeit mit all den schwierigen Wegen und Zerwürfnissen. Jetzt sei es endgültig genug, befinden sie einstimmig. Sie beschließen, dass es an der Zeit ist, Feuer zu entzünden, … Was es braucht weiterlesen

Analog

Immer wieder lande ich im digitalen Wahnsinn bei irgendeiner notwendigen Umstellung oder Beantragung. Dann reicht kein Hochschulstudium, keine digitale Kompetenz, nix. Dann spüre ich wirklich sowas wie Wahnsinn, Überkontrolle, absurde Valentinesken und komme mir vor wie in einem Kafka-Roman, so einer Art absurdem Alptraum. Es muss das Recht geben, nicht digital unterwegs zu sein UND Teil der Gesellschaft. Ich will ohne Handy und Rechner und ohne Kreditkarten am Leben teilhaben können. Ich gehe für die analogen Wege, auch wenn sie nicht zeitgemäß scheinen und obwohl ich digital halbwegs gut unterwegs bin. Ich will die Wahl haben, immer. Es verknüpft sich … Analog weiterlesen