Ritueller Gummitwist

Vor der Haustüre hüpfen die Kinder über gezogene Kreidelinien. So könnte es also gehen, der schnelle, spielerische Wechsel zwischen den Ebenen, der alltäglichen- und der nichtalltäglichen Wirklichkeit, dem Alltäglichen und dem Besonderen. Ich hole mein Ritualsach aus der Ritualzone in die Alltagszone herüber. Feder und Kristall neben den Rechner, die Trommel griffbereit in der Küche, Glocke und Räucherequipment ins Bad, weil es zum Duschen passt. Es ist an mir, über die Schwelle zu springen. Ein Tagesablauf mit schnellen, kurzen Übergängen.Weiterlesen

Hallo Medizin, finde mich bitte!

Sie legt mich lahm auf den Aussenebenen, die Erkältung. Alles absagen und sofort wissen, dass es gut ist, runterfahren, ausruhen, in andere Schichten tauchen, keine neuen Aussenimpulse. Traumzeit, Körperinnenzeit, ins Spüren gehen, meine Medizin einnehmen. Apfelessig mit Fenchelhonig, mein Wundermittel, das ich literweise trinken könnte, greift nicht. Ich mache grundsätzlich nichts, was ich grausig finde, wie Zwiebel um den Hals über Nacht. Da muss es was anderes geben. Mit dem Leiden habe ich es ja nicht so, davon bin ichWeiterlesen

Erkältung macht neuen Raum auf

Eine heftige Erkältung lässt mich einen seltsamen Raum betreten. Nichts geht mehr. Wie gehe ich jetzt gut damit? Mich einlassen. Die Stimme sagt, ich kann nicht telefonieren. Das, was mich gestern noch brennend interessiert hat, ist heute unwichtig. Liegen, dösen, wegtrancen, schlafen, Zeit verstreichen lassen. Ich bin in einem Leerraum. Ich fange an, genau hinzuhorchen, auf den Körper, die Bewegungen, folge den seltsamen Gedankenlinien. Wie unwichtig wird auf einmal vieles. Zeit dehnt sich und ganz andere Dinge werden wichtig. JeWeiterlesen

Erkältung und Winterverständnis

Fast vergessen – noch einen Monat ist Winter. Eine kleine Erkältung erzählt davon. Sie erfreut mich allerdings auch ein bisschen. Es ist eine, die in jedem Niesen etwas über Hybris lehrt. Wie war das mit Isa und der gefährlichsten Zeit des Winters? Die kleine Erkältung erzählt von einer Frau, die mit den Jahreszeiten gehen will und mitten im Februar, frühlingshaft gekleidet – dauert es ihr etwa zu lange? – über die Felder hüpft. Sie spricht mit einer anderen weisen Frau,Weiterlesen