Ahnenfest

Feiern, uns bemalen, zusammen kochen, speisen und ruhen, tanzen und unterwegs sein. Santa Muerte begrüßen und in die Weite des Ahnenfeldes hineinhorchen, hineinschwingen – von den dynastischen Ahnen zu den Naturahnen, den mythischen, den Ahnen der Träume und denen der praktischen Ideen. Ich spüre meinen Ahnenfluss die Isar und erinnere die Geschichten vom Lankesberg. Buche und Wölfin sind da und Oma Wetterwachs, die Tara und die Erfinderin der Spätzlereibe. Ihre Namen singen, am sich drehenden Mühlenrad eine Kerze entzünden, dem Rad des Lebens zuschauen, zur Schönachquelle, dem Ursprung gehen und ins Zwielicht hinein besondere Geschichten herholen, die ich mit den … Ahnenfest weiterlesen

Der Erntetisch

Die Herbstzeit, in der Tag und Nacht noch fast gleich lang sind. Die Nächte werden langsam länger. Licht und Dunkelheit befühlen. Das Leben kosten – den Sommer des Lebens einverleibt, Kirschkerne gespuckt und so neue Bäume gepflanzt. Das Miteinander von Leben und Tod. Mama Vida und Santa Muerte, die zusammen am Erntetisch sitzen. Lebensgeschenke, so köstlich wie Kirschen und die Zeiten des Verabschiedens – sie alle liegen auf dem reichen Erntetisch des Jahres. Der Erntetisch weiterlesen

Lebensfelder

Es ist die Zeit des Schnitterns. Der hohe Sommer wird langsam älter, die Zeit des Erntens und Schneidens ist gekommen. Die Königin bereist ihr Land bis an die fernsten Grenzen, die Ähren küssen ihr Gewand, sie segnet sie alle mit reicher Hand. Wie golden sie stehen und glänzen. Die Quellen des Lebens fließen. Es ist ein sattes Genügen, Genießen. Die Königin reitet auf rotem Ross, hält auf der Mittagsheide, als sie die Schnitterin sieht, im wehenden Kleide. Die Sensenfrau summt eine alte Weise, sie erzählt vom letzten Ziel einer jeden Reise. Lebensfelder abgehen, die Sichel in der Hand und schauen, … Lebensfelder weiterlesen

Die wilden Wege

Wo sind die wilden, freien, die uralten weiblichen Wege und Landstriche? Wer bewohnt sie? Wie kommen wir dorthin? Diese Landstriche sind fremd in dieser lauten, überbeleuchteten Gesellschaft. Für manche sind es furchteinflößende Zonen, für andere verheißungsvolle. So oder so, sie sind wichtig für die Balance und die Kraft. Sie sind herausfordernd, weil es dort so pur ist und ungeschminkt, so kraftvoll und wahr. Weil es so zärtlich und sinnlich ist und auch das ist herausfordernd. Es hat eine Zeit gegeben, da war ich dorthin unterwegs und wollte dort wohnen, dauerhaft. Ich habe viel davon gehört und es hat so gerufen. … Die wilden Wege weiterlesen

Knochentanz

Ein Knochentanz in die dunkle Zeit hinein. Die Schleier zu anderen Welten, zum Ahnenfeld sind dünn. Inspiriert von den großen, freudigen Festen in Mexiko zum Ahnenfest, haben wir uns getroffen. Neun Frauen und unzählige Ahnen, die zusammen gefeiert haben. Mit Bemalung und Geschichtenaustausch, mit dem Weg zum Ursprung, mit Speis und Trank und als Sterbeammen für das alte Häuschen im Dorf, das der Ort vieler Tänze und Fotosessions mit Anke und mir war. Die Tödin und unser Verhältnis zu ihr und zum Leben, das darf sich wandeln, darf selbstverständlicher, tiefer und weiter werden. Die Dunkelheit tanzen und das Leben feiern. … Knochentanz weiterlesen

Ahnenfest

Dieses Jahr erinnere ich ganz besonders diejenigen, mit denen ich schwierige Geschichten befrieden konnte. Einmal haben wir zusammen sanft die Türe hinter einer problematischen Wegstrecke geschlossen und sind danach verbundener zusammen weitergegangen. Ein anderes mal konnte ich mit wem etwas gut sterben lassen. Und dann wiederum habe ich mich alleine aufgemacht, um für unseren Frieden im Miteinander zu gehen, was ungleich schwieriger war. Diejenigen, die hinübergegangen sind – Ahnen, Freundinnen oder Lebensbegegnungen – und mit denen es eine gelungene Geschichtenbefriedung gegeben hat, die rufe ich besonders. Weil es groß und wichtig ist. Weil ich durch sie erfahren durfte, wie befreiend … Ahnenfest weiterlesen

Wer leben will …

„… muss sterben können“, sagt sie. Santa Muerte, die Tödin, die Sensenfrau, die Schnitterin … Zu Schnitterin, wenn die Sichel das Korn einholt, um Nahrung zu haben und die Tage schon merklich kürzer werden, spüre ich die Tödin ganz nah.Wie in Mexiko, wo die Santa Muerte verehrt wird, lade ich sie ein, will sie sichtbar machen mit Farben, über die Bemalung. Und so bemalt wollte ich einmal durchs Dorf radeln und am Spaghettitopf stehen, in verlassenen Häusern Geheimnisse entdecken, Beeren pflücken, Dorfleuten und Katzen begegnen, unterwegs sein … Eine Santa-Muerte-Figur steht in der Küche und erinnert mich an ihre Allgegenwärtigkeit. … Wer leben will … weiterlesen