Magische Zeitdehnung

Uhren fressen Zeit. Ich bin mir mittlerweile sicher, dass sie das tun. In den Wintermonaten vor allem und wenn ich Verweilezeit brauche, dann drehe ich alle Uhren um. Jetzt ist Sommerpause und ich schicke alle Uhren in Ferien. Weil ich noch nie eine Armbanduhr hatte, ist meine innere Uhr gut entwickelt. Ich kann ihr vertrauen. Wenn es keine Uhren mehr gibt, auf die mein Blick fällt, beginnt sich die Zeit zu dehnen. Sie geht aus dem starren Gefüge und fliesst rhythmischer. Manchmal hänge ich eine Uhr auf, die vom Lebensrad erzählt, von den großen Gezeiten, von den ganz eigenen Tempi, … Magische Zeitdehnung weiterlesen

Krisenzeiten und die schamanische Kraft

Die Nachrichten erzählen davon, die Zeitungen sind voll von Krisenszenarien. Zerbrechende Finanzmärkte, Ängste, Fragen, Umweltzerstörung, eine Gesellschaft, die in vielerlei Hinsicht versagt und antwortlos ist. Es macht etwas mit uns allen und wenn es nur Fragen sind. Fragen zum Wie und Was. Wie gehe ich mit all dem gut um? Was würde ich mitnehmen, behalten, was bleibt mir, wenn Geld, Arbeit, Sicherheiten wegfielen? Ich sammle das, was mir bliebe. Ich lege es in Form von Blumen und Perlen, Federn, Steinen auf eine Zeitung zu den Meldungen der Tage. Bunt wird es, Geschenke sind dabei, Steingewichtiges, Federleichtes … Meine Lebendigkeit, mein Vertrauen, die … Krisenzeiten und die schamanische Kraft weiterlesen

Packen – ein, aus

Die Zeit des Unterwegsseins. Packen – auspacken, einpacken – Packzettel – sortieren – Wichtiges, Gewichtiges – Transportbehältnisse auswählen – Koffer, Trolly, Rucksack, Handtasche, Tragetasche – prüfen – ist es regenfest, tauglich, groß genug, leicht genug, übersichtlich, stabil, multifunktional … Weil in den Taschen so viele gewichtige Angelegenheiten und Dinge transportiert werden, behänge, verziere, bemale ich sie. Manchmal nehme ich die geschichtenreichen Tragetaschen aus anderen Ländern, wie die mit dem Inukshuk aus Kanada. Die Steinsetzung, das Bild des Inukshuk, erinnert mich an meinen Weg, damit ich ihn nicht verliere. Dann ist es wieder die mit den Spiegeln und dem Rauchduft. In … Packen – ein, aus weiterlesen

Sommerdose mit eingemachten Köstlichkeiten

Das ist eine Sommergeschichtenaufbewahrungsdose. Sie enthält eine Spezialkraftnahrung für kalte Wintertage. Wenn die Rosen ganz offen sind und die Sonne scheint, wenn Lavendel alle Sommerkraft in sich hat, dann pflücke ich Rot und Blau, Duft und Zartheit, dann lege ich die Perlen dazu, die Sommergeschichten, das Feuerknistern und die Kühle des Wassers, das Lachen, die Blumenschulenzeit, den Trommelklang der Seelenflugzeit, das Krähen vom Bipperl und noch viel mehr. Zum Schluss schreibe ich drauf Bitte an kalten, grauen Wintertagen öffen, damit ich es nicht vergesse. Sommerdose mit eingemachten Köstlichkeiten weiterlesen

Der freie Flug der Seele

Sommerseminarwoche in der Blumenschule. Malen im Gewächshaus, der Lebensraum, die Küche ist Ritualraum. Es ist so wie bei fast allen Indigenen, alltäglicher Lebensraum und ritueller Raum sind eins. Die schamanische Kraft ist wieder im Alltagsraum angekommen. Im Gewächshaus spüren wir den Wind, hören das Regenlied, Blitze und Donner sind ganz nah, die Hitze des Sommers liegt in der Luft. Abschied vom Wohnzimmerschamanismus. Wiederverwetterung, die in die Bilder fließt. Ich schaue in den Spiegel. Adios Vollklimatisierung, adios Comfort Zone. Frei fliegen, barfuß im Regen, mit windzerzaustem Haar, über steinige oder mossweiche Wege gleiten. Der freie Flug der Seele weiterlesen

Schnittern

Die Zeit des Schnitterfestes. Es ist das Fest, an dem wir immer am wenigsten Frauen bei den Festen waren, weil die einen in Ferien waren, die anderen Seminare hatten, die noch anderen mit den sommerbewegten Winden auf den Meeren des Lebens unterwegs waren. Schnittern – ich hatte, wie die meisten wenig Erfahrung damit. Ich konnte mit den Sensen nicht mähen, geschweige denn sie dengeln. Ich habe die Bauersleute gefragt, in Spanien gelernt, wie ich mit meiner Spucke und einem Schleifstein die Schneide scharf bekomme, wie viel Feinarbeit und Zeit es braucht und hier habe ich lange alles plattgedrückt mit der … Schnittern weiterlesen

Trancetechniken oder nicht jede Katze, die im Regen steht, will gerettet werden

Ich wieder. Ob ich den Blog übernehme? Warum man immer wegfahren muss, um zum Beispiel ausgefeilte Trancetechniken zu lernen, verstehe ich nicht. Es hat alles vor Ort und ich wüsste auch wie es geht. Aber mich fragt ja niemand. Jetzt sag ich es halt ungefragt. Ich bin eine Regenkatze, ich liebe strömenden Regen. Das ist Trancezeit vom Feinsten. Im Idealfall regnet es nachts. Dann kannst du dich zusammengekauert vor das Haus in ein Eck setzen. Wenn dich jemand sieht, dann wollen sie dich wahrscheinlich alle retten und ins Warme bringen. Das gilt es zu vermeiden. Mach dich möglichst unsichtbar und schau … Trancetechniken oder nicht jede Katze, die im Regen steht, will gerettet werden weiterlesen

Gedanken und Schrankinhalte sortieren

Nachklangzeit von der Schweibenalp, Vorbereitung für die Ruachzeit. Am Schreibtisch sitzen und langsamer werden, sich verknotende Gedanken, genervt von der Unordnung, die sich in alles hineinschiebt. Viel zu viele Ideen, unsortiert, aufeinander liegende Stapel von Bildern, Texten, alles mögliche gesammelte Zeug. Gefühltes Schubladengeramsche, Leichen im Keller und Gerümpel im Speicher. Auf einmal spüre ich es richtig und unterbreche die Arbeit. Jetzt ist Zeit, die magischen Wege einzuschlagen und ein Entrümpelungsritual zu machen. Freie Wege für freie Gedanken. Ich rufe die Hausgeister, lade Katalina ein, mitzuwirken und beginne, den Hof zu fegen. Ich summe dazu, sehe Lebensgeschenke und inspirierende Gäste kommen, … Gedanken und Schrankinhalte sortieren weiterlesen

Ahnenschamanismus

Zurück von der Schweibenalp und fünf Tagen Ahnenschamanismus. Neuschnee eines Morgens, die Kühle des Sommers auf der Alp, Ahnenaltar, mit der Ahninlehrerin gearbeitet, Muster meiner Sippe angeschaut, eine Figur geschnitzt, die Ahninlehrerin getanzt, vieles mitgebracht, was im Laufe der Zeit einsickern wird. Nachklangtag. Das Mitgebrachte will integriert werden. Die kommenden Monate und vielleicht Jahre werden zeigen, wie sich die neuen Impulse einweben, wie sie das Gefüge verändern. Ahnenschamanismus weiterlesen

Wie gut kann ich meine Positionen wechseln?

Kurz vor Abflug. Heute fahre ich auf die Schweibenalp, als Teilnehmerin bei Beth Beurkens. Im Anschluss daran mache ich für Orna die Assistenz und dann leite ich die Sommerwoche in der Blumenschule. Drei Positionen, drei sehr unterschiedliche Herausforderungen. Manches ist alt und vertraut, eine Assistenz mache ich zum ersten Mal. Deswegen hatte ich auch große Lust darauf. Mich in neuen Umständen erfahren. Alle drei Positionen will ich ganz einnehmen, ganz auskosten, mich einlassen und auch den klaren Blick darauf haben, wo etwas unscharf wird. Kann ich mich mühelos einlassen? Verändert es etwas in mir, je nachdem welche Position ich einnehme? … Wie gut kann ich meine Positionen wechseln? weiterlesen