Offen bleiben

In dem Vielen, Undurchsichtigen mit all den Überlagerungen Wahrheit herauszulesen ist schwierig. Immer öfter merke ich, dass ich etwas nicht beurteilen kann, weil es zu komplex ist. Da hilft mir nur, geerdet zu bleiben, es anzuerkennen, offen zu bleiben für eine unerwartete Wahrheit. Nur nicht dogmatisch sein. Im Älterwerden sehe ich ganze Berge an vermeintlichen Wahrheiten, die ich über den Haufen werfen musste im Laufe des Lebens. Und dann gibt es in allem Unklaren und Gewirre vieles, das nie verlorengegangen ist und allen Stürmen und Prüfstationen standgehalten hat, wie die Weisheit des Friedens und die Kraft der Freiheit. Offen bleiben weiterlesen

Impulse bekommen

Spirit-Impulse oder Musenküsse zu bekommen ist schon schön. Meistens jedenfalls. Allerdings finde ich, dass die Spirits und die Musen manchmal übertrieben impulsfreudig sind. Wenn ich einen Ball nach dem anderen zugeworfen bekomme, dann reicht´s mir. Das sage ich dann auch. Letzthin hat ein Schrättli gemeint, dass man mir auch nichts recht machen könne, gerade wegen meiner Beschwerden über Musenflauten. Naja, es kann schnell was zu wenig und schnell was zu viel sein. Als Königin unseres Lebens braucht es manchmal Ansagen. Wenn was zu schnell, zu viel, zu intensiv oder nicht zum richtigen Zeitpunkt ist. Da sind wir gefragt. Es wird … Impulse bekommen weiterlesen

Perchtenzeit

Dieses Jahr zur Perchtenzeit gehen wir hinaus in die Schneeweite. Die vielen Rauhnachtsfunken – die Freiheit- und Friedensfunken, die uralten wilden, die Mütternachtsimpulse … sie alle nehme ich mit auf die lange Reise durchs Jahr. Die Percht, die Holle, sie mögen der Königin unseres Lebens die weisen alten Kräfte geben. Die Königin in ihrem Winter braucht die Weise Alte. Die unbestechlich ist und in den Stürmen tanzen kann.Sie gehört zu uns allen, die Weise Alte. Und doch, sie zeigt ihr ganz eigenes Gesicht in uns erst deutlicher im Älterwerden. Sie hat viele Gesichter, wild und rauh, dunkel und geheimnisvoll, sanft … Perchtenzeit weiterlesen

Spinnen

Es ist eine gute Zeit, um miteinander in die Spinnstuben zu gehen. Fäden spinnen, Ideen erspinnen, an Kommendes hinträumen. Ins Blaue hinein wilde, sanfte, verrückte, geerdete Pläne schmieden. Wortfäden aus dem Mund ziehen und schauen, was sie erzählen. Nichts muss sich davon umsetzen, es ist Spinnzeit. Mir scheint, als ob durch die dünnen Schleier viele Impulse kommen, wenn der Raum dafür geöffnet wird. Die Fäden werden kühn gesponnen, hauchfeine, kaum greifbare, dicke, bunte, oder erheiternde Wirrwarrfäden. Spinnstubenzeit miteinander ist spielerisch und inspirierend und auch etwas verwegen, was da so alles rauskommt. Es ist eine gute Zeit, um Spiritkinder zu zeugen. Spinnen weiterlesen

Die Schärfe

Manchmal braucht es Schärfe, um dem Geschehen zu begegnen und Radikalität. Zähne zeigen und ein scharfer Blick. Gefällig ist anders, schön auch. Aussortieren, loslassen, nochmal „Guten Tag“ sagen und dann „auf Nimmerwiedersehen“ – Kon´nichiwa und Ade. Nur Nein zu sagen und zu entrümpeln, Übereinkünfte fallen zu lassen und Schein und baren Unsinn loszulassen kann uns nach vorne werfen. Die Schärfe weiterlesen

Begleitet

Wintergestalten tauchen auf – im Nebel, im Kaminfeuer, im Zweilicht, im Rauch vom sommerlichen Räucherwerk. Im Nebel zeigen sie sich. Die Schleier sind dünn. Die Tiere rücken näher zusammen und nachts sind wir eng beieinander im Rudel. Der Atem der Katzen und die Wärme der Körper erinnern mich an uralte Zeiten des nahen Miteinanders. Wir haben uns gebraucht, gerade im Winter. Der Winter ruft den Gemeinschaftssinn wach. Wir haben überlebt, weil wir zusammen waren. Wenn die Zaunreiterin, die Tunritha, im Winter über den Hag hinaus ins wilde Land geht, dann weiß sie, wie sie sich verbündet, wer sie begleitet und … Begleitet weiterlesen

Fragen

Es gibt so viele Gründe, warum die winterliche Rückzugszeit kostbar ist. Einer ist der, dass aus der Ruhe Fragen auftauchen. Die Stille ist einer der Geburtsorte von Fragen. In der Infoflut und dem Trubel kommen uns die Fragen abhanden. Sie brauchen Zeit und das Wissenwollen. In der Atemlosigkeit sind sie nicht zuhause. Fragen brauchen Atem. Erst die Fragen werden die guten Antworten bringen, die aus der Tiefe. Die Welt bräuchte gerade viele weise Antworten. In der Winterzeit hätte es den Raum. Die Fragen müssten gestellt werden, an die Steine, das Land, die Spirits, die Wolken, die Nachbarn, an uns selbst. … Fragen weiterlesen

Lauschen

Still werden und lauschen. Am Winterfeuer sitzen und in die Glut schauen. Dem Feuer zuhören. Und draussen dem Wind und dem leisen Schneefall. Das wäre der Geist dieser alten Herbstzeit. Manche Tage führen mich allerdings raus in den Trubel. Dann stellt sich gar nicht die Frage, ob ich lieber in den Wäldern herumstromere oder einfach nur zum Fenster rausschaue und zeitweit werde. Weil ich das Lauschen und Horchen hüten will, überlege ich mir, ob ich nicht dem Trubel zuhören könnte, den Fremden, die vorbeigehen, all den Geräuschen und horchen, was sie mir erzählen. Wenn ich wirklich lausche und ganz Ohr … Lauschen weiterlesen

Das Herbstalte

Die Ernte ist eingefahren, der Herbst wird alt. Im besten Fall kehrt langsam Ruhe in die Tage und das Herbstalte in uns ein. Kein Output mehr. Zeit, uns zu nähren, mit Impulsen, Süßem, Verrücktheiten, Stille, Innenklängen … Es braucht Quellwasser und Winterruhe für die Samen in uns, um kommende Wege zu erträumen. Das braucht Zeit, herbstalte Windlieder, Blättertanz, Höhlen, Dunkelheit, Stille, eine Schneedecke irgendwann. Kerzenlicht ist gut und Herbstlaub auf dem Küchentisch. Ofenknistern und Katzenschnurren sind auch wohltuend. Und in die frühe Dämmerung schauen, wenn der Tag die Nacht umarmt. Es ist ein altes Lied, das ich singe, so viele … Das Herbstalte weiterlesen