Schnee überm Land

Der Schnee ist früh gekommen und erzählt davon, dass alles ruhen darf. Die Samen schlafen und erträumen, was sie werden wollen. Wahrscheinlich wüssten sie es im Frühling nicht wirklich, wenn es nicht die lange, stille Winterzeit gegeben hätte. Ein bisschen was vom Wintergeist will ich auch leben und sehr genau hinhorchen, wann was in die Welt will und wann was ruhen möchte und Zeit braucht. Deshalb wird es hier unregelmäßig und winterstiller. Für die guten Wege durch den Winter! Schnee überm Land weiterlesen

Der alte Herbst

Zum Ahnefest übergibt Morden, die Rote, den Stab an Cailleach, die Winteralte. Es ist Zeit, dass die Stabübergabe auch in mir passiert. Wenn die Nebel aufziehen und über Nacht Schnee in den Bergen liegt, wenn Elsa zum ersten mal den Winterahnungsduft im Fell hat, dann spüre ich, wie die rote Zeit des Jahres dem Ausatmen, der Ruhe, dem Rückzug den Stab übergibt. Die Aussenfeuer wollen nach innen wandern. Einkehr. Jetzt wird es sich zeigen, wie verjahreszeitet ich bin. Der alte Herbst weiterlesen

Begleitet

Wintergestalten tauchen auf – im Nebel, im Kaminfeuer, im Zweilicht, im Rauch vom sommerlichen Räucherwerk. Im Nebel zeigen sie sich. Die Schleier sind dünn. Die Tiere rücken näher zusammen und nachts sind wir eng beieinander im Rudel. Der Atem der Katzen und die Wärme der Körper erinnern mich an uralte Zeiten des nahen Miteinanders. Wir haben uns gebraucht, gerade im Winter. Der Winter ruft den Gemeinschaftssinn wach. Wir haben überlebt, weil wir zusammen waren. Wenn die Zaunreiterin, die Tunritha, im Winter über den Hag hinaus ins wilde Land geht, dann weiß sie, wie sie sich verbündet, wer sie begleitet und … Begleitet weiterlesen

Fragen

Es gibt so viele Gründe, warum die winterliche Rückzugszeit kostbar ist. Einer ist der, dass aus der Ruhe Fragen auftauchen. Die Stille ist einer der Geburtsorte von Fragen. In der Infoflut und dem Trubel kommen uns die Fragen abhanden. Sie brauchen Zeit und das Wissenwollen. In der Atemlosigkeit sind sie nicht zuhause. Fragen brauchen Atem. Erst die Fragen werden die guten Antworten bringen, die aus der Tiefe. Die Welt bräuchte gerade viele weise Antworten. In der Winterzeit hätte es den Raum. Die Fragen müssten gestellt werden, an die Steine, das Land, die Spirits, die Wolken, die Nachbarn, an uns selbst. … Fragen weiterlesen

Schauen

Was, wenn wir die meiste Zeit einfach nur schauen und lauschen würden? In den Himmel schauen und ins Feuer, ins Land hineinhorchen und dem Wind zuhören. Noch ist die Herbstumtriebigkeit spürbar – alles einholen, winterfest machen, Vorräte anlegen, einkochen. Ich will achtsam sein, dass es sich nicht in den Winter hineinzieht. Es dauert ja immer, bis das „Viel“ des Herbstes in mir ausklingt. Darauf hoffen, dass es im Aussen ausklingt, brauche ich nicht, ganz im Gegenteil, die Dynamik wird noch Fahrt aufnehmen im Dezembertrubel, im Weltgeschehen. Deshalb beginne ich jetzt schon mal, möglichst viel einfach nur zu schauen – vor … Schauen weiterlesen

Perchtenlauf

Winter in der wirklichen Winterkraft – dunkel und wild, uns Menschen so viel abverlangend an Reife und weisem Unterwegssein. Dahin geht meine Ausrichtung in diesem Winter mehr denn je und mit der Frage, wie ich sie in mir aufstehen lassen kann. Wie kann ich noch tiefer spüren, was wirklich damit gemeint ist? Ein neues Perchtengesicht ruft. Im alten Herbst bin ich eingetaucht. Papier und Zweige, Geweihe in den Bäumen sehen, mich erinnern an Perchtengänge. Sammeln, Spurensuche. Wie sieht mein Perchtengesicht am alten Feuer aus? In jungen Jahren war es sehr alt. Wird es am alten Feuer jünger? Die Winterkraft verkörpern, … Perchtenlauf weiterlesen

Die wilde Jagd

Die Rauhnächte beginnen und die wilde Jagd zieht übers Land. Im Gefolge der Percht, so hört man immer mal, seinen auch Unholdinnen. Ein recht eigenartiger Ausdruck. Was ist denn eine Unholdin? Ist sie schiach, gruusig, alt, wild und eben alles andere als anmutig und lieblich, von zarter Schönheit und hold?Wenn ich vor meinem alten Gesicht oder Körper erschrecke, dann begebe ich mich am besten in die Obhut der Percht. Sie bläst mir die Sicht auf die Schönheit und die Weite von alter Winterkraft ein. Die ist auch nicht lieblich oder hold und doch von so großer und tiefer Schönheit. In … Die wilde Jagd weiterlesen

Erkältung und Winterverständnis

Fast vergessen – noch einen Monat ist Winter. Eine kleine Erkältung erzählt davon. Sie erfreut mich allerdings auch ein bisschen. Es ist eine, die in jedem Niesen etwas über Hybris lehrt. Wie war das mit Isa und der gefährlichsten Zeit des Winters? Die kleine Erkältung erzählt von einer Frau, die mit den Jahreszeiten gehen will und mitten im Februar, frühlingshaft gekleidet – dauert es ihr etwa zu lange? – über die Felder hüpft. Sie spricht mit einer anderen weisen Frau, die auch weiß, wie wichtig es ist, mit den Jahreszeiten zu gehen. Auch diese Frau hat eine Erkältung und beide … Erkältung und Winterverständnis weiterlesen