Allerlei

Sommertagesfreuden, Ferienstimmung, Eis und Geschichten geniessen, mit Luisa im Café, Hollerblütenschorle, viele Ideen, ihr wunderbares neues Buch gleich als Superinspiration für ein Sommermädchenfederkleidbild von mir erfahren … zum Staffelsee, kajaken, schwimmen, Erinnerungen an den letzten Sommer kommen lassen, Kanada. Es sieht am Staffelsee ein bisschen aus wie in Kanada. Bilder schieben sich dazwischen. Duckenterl und Adler begegnen sich. Und die Entscheidung, mein Land zu erkunden und mich immer wieder von der Schönheit überraschen zu lassen, gefällt mir sehr. Allerlei weiterlesen

Sommerarbeit, vom Seminar zum Heu

Morgenseiten auf der Ostbank schreiben, Nachklang vom Seherinnenseminar. Auf der Wiese vor dem Haus wird Heu gemacht, Sommerduft, Gedanken sortieren, die Hitze des Tages kosten, die schon in der Luft liegt. Gespräche klingen nach. Ich habe einen ganz wichtigen Satz mitgenommen. Nie mehr arbeiten als die, um deren Prozess es geht. Begleiten, einen Schritt dahinter, wach dabei sein, anbieten, nichts pushen. Warten können, bis etwas reif ist. Akzeptieren, dass manches sich in diesem Leben nicht umsetzen wird. Anerkennen, dass ich die großen Bögen nicht kenne, nicht überschauen kann. Vertrauen, dass es dennoch stimmig ist. Drei Seherinnen mit ihrem Stab gemalt, … Sommerarbeit, vom Seminar zum Heu weiterlesen

Spieglein, Spieglein an der Wand

was darf ich sehen von meinem Land? Manchmal was ganz anderes, als ich erwartet habe oder worauf ich Lust habe. Es ist morgens und ich stehe vor dem Spiegel, sehe mich, den Raum hinter mir. Und lese den Lippenstiftsatz auf meinem Spiegel. Ich bin die Heldin meines Alltags. Wen, was sehe ich im Spiegel? Mich, meine Schatten, mein Potenzial? Ich klopfe die Lehnswörter zu Spiegel ab. Da kommt Schattenbehälter, Schattensehen. Schatten und Spiegel werden mit demselben Wort bezeichnet. Das ist mir neu. Das Selbstsehen im Spiegel, das Sehen der Seele. Die Furcht vor Selbstverzauberung gab es auch, gar nicht so undumm … Spieglein, Spieglein an der Wand weiterlesen

Sommerkinderzauber

Es ist die Sommermädchenzeit. Im Zuge des mich Verjahreszeitens, widme ich ihr die kommenden Monde. Was ist ihre besondere Weise, die Welt zu betrachten, im Leben zu sein, was ist ihre Medizin? Was gehört jetzt in den Sommer? Was davon kann ich mir einladen, was leben? Sommerleicht trägt sie vieles, spielend begegnet sie den Umständen. Den Regentagen zum Beispiel. Sie zieht ihre Schuhe aus und hüpft durch die Pfützen, sie juchzt dabei und bespritzt ihr buntes Kleid. Sie weiß, dass es Waschmaschinen gibt und gäbe es sie nicht, wäre es ihr auch egal, weil der Moment einfach so prickelnd ist. … Sommerkinderzauber weiterlesen

Eine Schale voller Sommer

Zur wetterwilden Sonnwende habe ich heute morgen eine Schale voller Sommer gefüllt. Weit weg ist der Winter dieses Jahr, weil der Frühling schon vor so langer Zeit ins Land gezogen ist. Warme Sommerwinde wehen heute. Ein Tag für das Boot, den See, die Esel, das Feuer in der Nacht. Ich fülle eine Schale mit Rot, mit Sonne, Kirschen, Johannisbeeren, Klatschmohn. Schmetterlinge und Hollerkircherl, Kindheitserinnerungen an klebrige Puderzuckerfinger, barfuß über sandige Dorfwege schlendern, Eis essen, in die Wolken schauen, Zeit vergessen. Das ist Sommer für mich. Katzen und Pferde, die wilden Tiere, Fell, Haare, Sinnlichkeit, rubinroter Granatapfelsaft, Heuduft und Blumen im … Eine Schale voller Sommer weiterlesen

Zwei Trommeln und das Heilige

Aus dem Altai habe ich eine ganz besondere Trommel mitgebracht, sie ist so eigen und geheimnisvoll, so superheilig und schön und besonders und und und – und sie hat ein paar kleine Nachteile, sie reagiert auf minimale Luftfeuchtigkeit und hängt dann wie ein nasses Handtuch rum und so hört sie sich dann auch an. Wie im Moment bei dem rauhen Wildwetter. Groß ist sie und schwer und sie ist reiseunlustig. Weil ich auf die Trommelfaxen jetzt keine Lust mehr habe, gibt es eine zusätzliche. Eine aus Plastik, Vollplastik. Sie sollte eine Nebenbeisicherheitstrommel sein. Ohne weitere Ansprüche. Dann kam sie. Groß … Zwei Trommeln und das Heilige weiterlesen

Begegnungszeit in der Sperrmüll-Lounge

Bei Carmen Hauptmann und Menni Bachauer, ganz alten Freunden, in der Galerie Webams. Über zwanzig Jahre Künstlerweg verbindet uns, gemeinsame Ausstellungen, viele Lesungen und Performances, die ich dort gemacht habe. Mennis Skulpturen anschauen, das Überraschungskonzert von beiden geniessen, Erinnerungen, Begegnungen an einem meiner ganz wichtigen künstlerischen Wurzelorte. Dort hat viel angefangen. Wie schön, dass sich die Galerietüren nach einer längeren Pause wieder geöffnet haben und einmal im Monat in der Sperrmüll-Lounge – die alles andere als so aussieht – ein Kunst- und Ratschtreff möglich ist. Begegnungszeit in der Sperrmüll-Lounge weiterlesen

Die Schwelle, Übergangsort, Geisterort

Heute ist ein Tag, an dem ich Schwellen wahrnehmen. An der Haustüre, den Fenstern, Übergänge. Ich beginne, sie zu fegen, die Zeichen zu erneuern, darauf zu spucken, mit der Katze einfach auf der Schwelle verweilen. Ich räuchere die Schwellen, bei manchen stelle ich ein Salzschälchen hin. Wünsche darüber gesprochen – dass alles, was über diese Schwellen hin- und hergeht, was von mir in die Welt geht und was zu mir kommt, nährend ist und mit einem friedvollen Geist, einem weiten, freien, großzügigen kommt und geht. Dass die Freude Begleiterin ist und manches mehr. Manche Schwellen sind längst überfällig, was das … Die Schwelle, Übergangsort, Geisterort weiterlesen

Wie gehe ich durch eine Ausstellung?

Ein Ferientag mit Inga und Christine. Wir fahren mit dem Zug nach Rosenheim in den Lokschuppen zur Ausstellung über American Natives und die First Nations (Kanada). Vor langer Zeit haben wir eine interessante Weise entwickelt, wie wir durch Ausstellungen gehen. Zuerst geht jede alleine, schaut sich alles in ihrer Zeit an, bleibt da stehen, wo es sie hinzieht. Sie hat die anderen immer in Gedanken dabei. Jede schaut für sich und für jede andere, wo es eine besondere Resonanz gibt. Im Café tauschen wir uns aus und gehen dann nochmal gemeinsam durch. Dann zeigen wir uns die Teile, Fotos, Szenen, … Wie gehe ich durch eine Ausstellung? weiterlesen

Traumschachtel

Der Postbote bringt mir manchmal ganz Aussergewöhnliches. Eine Schachtel zum Träumen und Spielen mit Fundstücken von der Nordsee zum Beispiel. Es ist eine Überraschungsschachtel mit Steinen, Federn, Strandgut, zwei Flaschen – die eine mit Meerwasser und die andere mit Nordostwind. Der hohe Norden weht und spielt sich jetzt hier in meinen Südgarten. Sommer, Spielen, Südmädchen. Einmal hat jemand gesagt, ich kann es mir nicht leisten zu spielen. Ich finde, ich kann es mir nicht leisten nicht zu spielen. Das ist bestes Brennholz für die Winterfeuer. Es braucht jetzt die langen Tage, um dem Üppigen genug Raum zu geben. Alles wuchert, … Traumschachtel weiterlesen