Sommer miteinander kosten

Miteinander Sommer kosten – oder Alltag. Das hat etwas ganz Verbindendes, Wärmendes. Leben teilen, mit LebensgefährtInnen, FreundInnen, Nachbarn, den Menschen vom Dorf. Mit Monika, Ursula, Christine in die laue Nacht hinein ratschen, die Süße der Früchte genießen. Musik hören, einfach miteinander sein, jede auf ihren Reisen. Wir wandern in das weite Feld der langen Weile, des Verweilens, der Ruhe, des Einfach-Seins, des Nichtstun-Müssens, des Es-ist-genug-wie-es-ist. Miteinander arbeiten, schamanisieren, in Prozesse gehen und sonstige gewichtige Angelegenheiten teilen ist das Eine, einfach nur miteinander sein und so vor sich in den Tag hinein leben das Andere. Es braucht beides. Und manchmal ist … Sommer miteinander kosten weiterlesen

Hommage an die Nachbarschaft

An dem Platz hier in Hagenheim bin ich auch deshalb so gerne, weil das Netz der Nachbarschaft so tragfähig ist und die Unterstützung sehr kraftvoll. Meine Nachbarinnen Ruth, Barbara und Helena sind wunderbar. Ich natürlich auch, hihi. Es gibt auch noch zwei Kinder, acht Katzen, drei Männer, zwei Hasen und einen Hund. Wir schauen aufeinander, lassen uns Freiraum, versorgen die Tiere gegenseitig und haben voneinander die Schlüssel. Ich weiß alles bestens behütet, wenn niemand von uns da ist. Wir teilen unsere Trauer und unsere Freude, leihen uns das aus, was die anderen brauchen. Wir sind sehr unterschiedlich und wir sind … Hommage an die Nachbarschaft weiterlesen

Dorfplatz und Supermarkt

Die Supermärkte sind so etwas wie die alten Dorfplätze geworden. Dort, wo sich alle treffen, verweilen, austauschen. Vielleicht bin ich auch deswegen gerne im Edeka-Stehcafé, weil ich eigentlich die Dorftreffs mag. Ich lasse mich da gerne sehen, schaue wer vorbeikommt, wer sich dazustellt, ratscht, Einkauf, Tages- und Dorfgeschehen mit mir bespricht. Oder ich höre anderen zu und mache mir meine Gedanken. Immer mehr siedelt sich an im Supermarkt, Schuster, Reinigung, Lotto und Paketversand und so wird der Dorfsupermarkt immer mehr zum Drehpunkt. Anfangs war ich sehr gegen den Supermarkt, aber da es bei uns keinen Laden gab und auch keinen … Dorfplatz und Supermarkt weiterlesen

Auf der Wäscheleine

Sie hängen jetzt auf der Wäscheleine, die Hosen und Hemden, die Gedanken und Bilder. Wind und Sonne lassen sie trocknen und Sommerduft flicht sich ins Gewebe. Kräuterbüschel, Gedichte und einen Blumenzopf hänge ich dazwischen. Schwebfliegen und Schmetterlinge geben ihren Segen dazu. Es sind auf Wäscheleinen aufgefädelte Geschichten. Ich hänge meine Bilder, Wünsche und Geschichten gerne in den Wind, neben Jacken und Socken. So hängen sie gut miteinander, die Materie und das leicht Flüchtige. Wie Gebetsfahnen im Wind. Ich schaue den wehenden Wäschestücken zu, schicke zwischendurch ein Lied zum getupften Rock, lasse meine Gebete mit den roten Socken in die Wolkenweite … Auf der Wäscheleine weiterlesen

Reinigungsritual bayrischer Indigener, westliche Ammerseegegend

Oft gibt es bei Indigenen keine extra Ritualräume, es findet alles dort statt, wo die Menschen leben. Für Reinigungsrituale (mind-clearings, Textilsäuberung, Entschmutzung von Themenkomplexen etc.) bietet sich die Waschküche (interessantes Wort) an. Ich mache es folgendermaßen: – wahlweises Anlegen von Ritualkleidung – einfüllen, was der Reinigung bedarf (Gedanken, Geschichten, Textiles) – je nach Lage mit Opferungen, Räucherung im Vorfeld, Gesängen … Mein Hilfsteil heißt Waschamascha. Mit vier Jahren habe ich sie so genannt, seitdem heißt sie so. Im Weiteren freie Ritualgestaltung, je nachdem, ob der Schonwaschgang reicht, ob es eine Tiefenreinigung braucht oder eine Extraschleuderung. Wahlweise eignet sich auch eine … Reinigungsritual bayrischer Indigener, westliche Ammerseegegend weiterlesen

Allerlei

Sommertagesfreuden, Ferienstimmung, Eis und Geschichten geniessen, mit Luisa im Café, Hollerblütenschorle, viele Ideen, ihr wunderbares neues Buch gleich als Superinspiration für ein Sommermädchenfederkleidbild von mir erfahren … zum Staffelsee, kajaken, schwimmen, Erinnerungen an den letzten Sommer kommen lassen, Kanada. Es sieht am Staffelsee ein bisschen aus wie in Kanada. Bilder schieben sich dazwischen. Duckenterl und Adler begegnen sich. Und die Entscheidung, mein Land zu erkunden und mich immer wieder von der Schönheit überraschen zu lassen, gefällt mir sehr. Allerlei weiterlesen

Sommerarbeit, vom Seminar zum Heu

Morgenseiten auf der Ostbank schreiben, Nachklang vom Seherinnenseminar. Auf der Wiese vor dem Haus wird Heu gemacht, Sommerduft, Gedanken sortieren, die Hitze des Tages kosten, die schon in der Luft liegt. Gespräche klingen nach. Ich habe einen ganz wichtigen Satz mitgenommen. Nie mehr arbeiten als die, um deren Prozess es geht. Begleiten, einen Schritt dahinter, wach dabei sein, anbieten, nichts pushen. Warten können, bis etwas reif ist. Akzeptieren, dass manches sich in diesem Leben nicht umsetzen wird. Anerkennen, dass ich die großen Bögen nicht kenne, nicht überschauen kann. Vertrauen, dass es dennoch stimmig ist. Drei Seherinnen mit ihrem Stab gemalt, … Sommerarbeit, vom Seminar zum Heu weiterlesen

Spieglein, Spieglein an der Wand

was darf ich sehen von meinem Land? Manchmal was ganz anderes, als ich erwartet habe oder worauf ich Lust habe. Es ist morgens und ich stehe vor dem Spiegel, sehe mich, den Raum hinter mir. Und lese den Lippenstiftsatz auf meinem Spiegel. Ich bin die Heldin meines Alltags. Wen, was sehe ich im Spiegel? Mich, meine Schatten, mein Potenzial? Ich klopfe die Lehnswörter zu Spiegel ab. Da kommt Schattenbehälter, Schattensehen. Schatten und Spiegel werden mit demselben Wort bezeichnet. Das ist mir neu. Das Selbstsehen im Spiegel, das Sehen der Seele. Die Furcht vor Selbstverzauberung gab es auch, gar nicht so undumm … Spieglein, Spieglein an der Wand weiterlesen

Sommerkinderzauber

Es ist die Sommermädchenzeit. Im Zuge des mich Verjahreszeitens, widme ich ihr die kommenden Monde. Was ist ihre besondere Weise, die Welt zu betrachten, im Leben zu sein, was ist ihre Medizin? Was gehört jetzt in den Sommer? Was davon kann ich mir einladen, was leben? Sommerleicht trägt sie vieles, spielend begegnet sie den Umständen. Den Regentagen zum Beispiel. Sie zieht ihre Schuhe aus und hüpft durch die Pfützen, sie juchzt dabei und bespritzt ihr buntes Kleid. Sie weiß, dass es Waschmaschinen gibt und gäbe es sie nicht, wäre es ihr auch egal, weil der Moment einfach so prickelnd ist. … Sommerkinderzauber weiterlesen

Eine Schale voller Sommer

Zur wetterwilden Sonnwende habe ich heute morgen eine Schale voller Sommer gefüllt. Weit weg ist der Winter dieses Jahr, weil der Frühling schon vor so langer Zeit ins Land gezogen ist. Warme Sommerwinde wehen heute. Ein Tag für das Boot, den See, die Esel, das Feuer in der Nacht. Ich fülle eine Schale mit Rot, mit Sonne, Kirschen, Johannisbeeren, Klatschmohn. Schmetterlinge und Hollerkircherl, Kindheitserinnerungen an klebrige Puderzuckerfinger, barfuß über sandige Dorfwege schlendern, Eis essen, in die Wolken schauen, Zeit vergessen. Das ist Sommer für mich. Katzen und Pferde, die wilden Tiere, Fell, Haare, Sinnlichkeit, rubinroter Granatapfelsaft, Heuduft und Blumen im … Eine Schale voller Sommer weiterlesen