Die Eselfrauen

Es waren immer schon die Esel. Als Kind hatte ich keinen Pferdekalender und bin nie geritten, weil mich Pferde einfach nicht interessiert haben. Esel dagegen sehr. Die Esel-Medizin des Willens, meinen Weg gehen, in Würde, meinen Weg, der anderen nicht gefallen muss. Im Dorf ist Christa (nicht die Wirtin) die Pferde, Esel, Hund und Katz hat. Sie besuche ich mit Olga-Maria. Eselspaziergänge, reden, abends dann zusammen ins Wirtshaus zur Wirtinchrista. Drei Eselfrauen zur Schmarrnrunde. Kaiserschmarrn mit Farbtupfer. Diesmal in rot-orange. Wieder ist der Frauenstammtisch da, die Wirtsstube rappelvoll. Lachen, erzählen, kichern, tiefer Austausch, Esel talk talk talk, Nähe, Besteckgeklapper, Ofenknistern … Die Eselfrauen weiterlesen

Die Überraschungen der Tage

Sie kommen aus allen Richtungen, mit unterschiedlichen Gesichtern, die Überraschungen. Ein Brief von Julia, ihres Zeichens Künstlerin. Voilá ich, hat sie einmal geschrieben und sich gezeichnet. Der Brief ist stoffummäntelt und zugenäht. Ein gülden Gürteltier von ihr und seltsam zaubrische Worte enthält er. Eine Überraschung, die duftet, klingt, befühlt werden kann. Sinnenreiches, Wundersames. Die Postkästen, Income-Stellen von Welt und Leben. Die Mails, drei Schritte weiter – das Finanzamt will meine Steuern prüfen, jetzt, gleich, sofort dies und das auflisten. Das wird eine Reise mit ungewissem Ausgang. Arbeit. Überraschung, ein kleines, graues Wunder. Tief durchatmen, die Yoruba-Schützerin füttern, zur Sicherheit. Der … Die Überraschungen der Tage weiterlesen

Blog-Gedanken kreisen

Ich wollte kein Projekt und habe eins, bin mitten in meinem Prozess mit dem Blog. Jetzt ist es eben so. Dabei erweitere ich meinen Kunstbegriff und nehme einen Bereich bisher ungenutzter Medien dazu, gehe noch mehr in die Verbindung von Kunst und Prozess. Mich interessiert das Zusammensetzen aus verschiedenen Schichten, mit dem was machen, was ich vorfinde und es zu etwas Neuem zusammensetzen, die Collage. Das Umgehen mit Leben in der Gesamtheit. Und seit ich mich wirklich in den Prozess Blog reinbegeben habe, verändert sich meine Sicht. Alltagsbilder sammeln, Augenblicke nochmal anders betrachten, mein Dorf anders sehen – in seiner … Blog-Gedanken kreisen weiterlesen

Ich und mein Gartenzwerg

Wie besonders ist Alltag doch mit all seinen Wesen, die darin vorkommen. Die Dorfkatzen zum Beispiel. Sie erzählen von freien Wegen und Sinnlichkeit. Ich liebe ihren Witz und ihre Eigenheiten, kreuze ihr Wege, frage sie nach ihrem Namen und freue mich darüber. Ich und mein Gartenzwerg, sagt Moritz. Christa wohnt bei ihm und arbeitet in seinem Haus als Dorfwirtin. Noch ist der Biergarten zu und der Zwerg träumt sich Richtung Frühling. Er und Moritz kennen sich schon lange. Ich finde den Zwerg eher langweilig mit seiner ewigen Träumerei. Dennoch ist er einer der eindruckvollsten, die ich kenne. Moritz (Schwarzekatzenfotoproblematik!) ist mein … Ich und mein Gartenzwerg weiterlesen

Der Zauber der Küchennotizen.

Einkaufszettel und Küchennotizen, oft Nebenbeiprodukt auf weißem, quadratischem Schmierzettel. Und doch sind es Sammelstellen, an denen verschiedene Menschen zusammentragen, was es braucht für das gehaltene Haus. Und da erlebe ich die Küchennotizenverzauberung bei Freunden. Eine bemalte Schiefertafel in der Küche und Kreide dazu. Es ist eines der wenigen verbliebenen Werke des Künstlergroßvaters. Sammelstelle mit Ahnengeist. So eine Tafel wünsche ich mir auch und schreibe es auf meine „Wie-ich-Zauber-in-meinen-Alltag-webe“-Liste. Diese Notiztafel erzählt mir immer Geschichten. Manchmal ist es wie ein Lied. Hier ist es das Staubsaugerbeutel-Honig-Oregano-Lied. Das hat einen ganz anderen Geschmack als Zimt-Mehl-Katzenzeug zum Beispiel. Ich höre auf den Klang, … Der Zauber der Küchennotizen. weiterlesen

Spraydosenpanik im Werkprozess

Die Spraydosenaktion ist verschoben. Magische, neue Wege. Monika hat nachgefragt, „was willst du denn ausdrücken mit dem roten Kreis, der gesprüht werden soll, wofür steht er?“ Das Feuer, die Gemeinschaft selbst, das Zentrum, das Verbindende. „Vielleicht passt es dann nicht, dass du es alleine machst, wenn es um Gemeinschaft geht und du ebendiesen Geist rufst. Kannst du dir vorstellen, dass wir mit den Frauen zusammen das Feuer aufrufen, es betanzen, nähren und du dann erst sprühst?“ Ja, ein großes Ja, so werden wir es machen. Es hat Zeit. Spraydosenpanik im Werkprozess weiterlesen

Maori – Nähmaschine – Haida – Werkprozess

Im April halte ich im frauen museum wiesbaden einen Vortrag. Der Prozess, bis der Vortrag steht, hat dort keinen Raum, weil die Ergebnisse, die Essenz genug an Zeit und Intensität sind. Wie entsteht so ein Vortrag, ein Buch, eine Ausstellung? Im Blog ist Raum für genau diesen Teil meiner Arbeit. Der Raum hinter den Kulissen, der Werkraum, das Atelier. Das Banale, scheinbar Unscheinbare. Blog-Raum für das Prozesshafte, die Nebenbeibilder, die Zwischenstadien, das Unfertige. Für meine Fragen, das Hin und Her, das Scheitern und Verwerfen. Für die verworfenen Konzepte. Der Blog selbst ist ja sowas wie ein Werkprozess. Skizzenhaft, wie die … Maori – Nähmaschine – Haida – Werkprozess weiterlesen

Isa und die Sonne

Minus acht Grad und Sonne. Endlich. Alles in mir hat sich danach gesehnt. Ich stelle Fragen, was hatte diese Jahreszeit für eine Qualität, für Die NomadInnen, ihre Herden, für unsere Ahnen. Ich will verstehen, was in uns sich da zu erinnern scheint, was Isa für eine Botschaft hat, was die Zellen wissen, wovon die Erstarrung erzählt. Jetzt ist die gefährlichste Zeit des Winters. Kurz vor dem Frühling. Vielleicht gab es bis hierher noch Vorräte, der Winterspeck hat gehalten. Die Tiere werden dünner, zehren auf, was im Herbst da war, Brennholz geht zur Neige und die Wurzelvorräte. Wenn wir den Winter … Isa und die Sonne weiterlesen