Humor weiblich

„Die lachende Frau,“ das ist viel komplizierter als nur „Lachen“. Da sind wir wieder bei der Frage, wer über was oder wen lachen darf. Frauen über Männer? Über Macht und Machthabende und das, was sie tun und sind? Es ist doch so, dass normalerweise Frauen die Witze machen, den humorvollen Input geben und Männer darüber lachen. Wenn jemand den Lebensunterhalt mit Humor verdient, dann sind es Frauen. Sie haben auch weniger Sorge, sich lächerlich zu machen oder anzuecken. Im Kabarett sehen wir hauptsächlich Frauen und wenn man Clowns sagt, dann denken alle sofort an Frauen. Natürlich nicht. Alle Forschungsergebnisse widersprechen … Humor weiblich weiterlesen

Medizin Lachen

Lachen ist eine der geheimnisvollsten Medizinen. Es ist eine mächtige Medizin und es hat mit Macht zu tun. Deshalb haben die Machthabenden Angst vor dem Lachen. Lachen und Souveränität – wenn ich über mich lachen kann, bin ich souverän. Lachen und Mut – lachend auf dünnem Eis unterwegs sein. Lachend Magie in den Augenblicken entdecken. Lachen entfaltet Lebenskraft, Lachen ist lebendig, es belebt und erfrischt. Es hat eine große bewusstseinerheiternde Magie. Es reißt mit, es weitet und entspannt, es rüttelt auf und verändert die Körperchemie. Subversiv kann es auch sein. Lachen antidotiert Angst. Keine Angst freut sich über Freude. Lachen ist der Schritt in den … Medizin Lachen weiterlesen

Contraries – Gegenteilsleute

Auf den Coyotewegen komme ich ab und an in die Gegend der Contraries. Manchmal katapultiert es mich hinein, dann wieder schleiche ich herum, beobachte, wundere mich. Ich bin froh, dass es prozentual überschaubar ist, was ich von der Contrary-Kraft habe. Die Medizin der Gegenteilsleute, der GegenspielerInnen ist eine ziemlich spezielle. Sie ist sehr alt, sie gehört dazu. Alle kennen diese Kraft mehr oder weniger. Am intensivsten erfahren wir sie bei uns zu Pubertätszeiten. Es ist die Kraft von Jugend und vom jungen Erwachsensein, da, wo die Rebellion hingehört, wo die Tradition aufgemischt wird zur Erneuerung. Bei Menschen, deren Gabe und Medizin es ist, verfeinert, vertieft sich … Contraries – Gegenteilsleute weiterlesen

Schirme im Weltzirkus

Im Großen, im Kleinen, im Alltäglichen, im Weitreichenden, im Geschehen unserer Tage stimmig und gut unterwegs sein – wie kann es gehen, für mich? Vielleicht, indem ich auf der Bühne des Weltzirkus einfach meinen Platz …, ja was? Finde, verteidige, behaupte? Oder einfach nur einnehme, mit meinem Sosein, meiner Wahrnehmung, meiner Erkenntnis, meiner Medizin und vertraue, dass ich es auf meine ganz eigene Weise tun soll. Mein Platz, das ist meine besondere Weise, Teil einer größeren Geschichte zu sein, das geben, was speziell ich zu geben habe, auf meine Fähigkeiten vertrauen und darauf, dass genau das gebraucht wird und reicht. Meinen Platz … Schirme im Weltzirkus weiterlesen

Die Fährfrau und das Narrenschiff

Die Fährfrau und das Narrenschiff, auch sie kommen wieder, wie die Schrate. Vielleicht immer wieder oder immer mal wieder. Das Narrenschiff trägt ins Unbekannte. Es ist eine Fahrt ins Ungewisse. Die Gewässer sind unruhig, wir treiben in stürmischen Zeiten in einem schwer navigierbaren Gefährt durch kaum auslotbare Felder. Die Fährfrau kennt Leitsterne in diesen Gewässern, die vielleicht auf neuen, ungeahnten und passierbaren Routen hindurchleiten. Angst, dass die Ordnung zerfällt, kennt sie nicht. Die geweihte Fährfrau trägt mich hinein in die Nebel, hin zu uralten Geisterritualen, dorthin, wo widerstreitende Kräfte miteinander ringen und die MeisterInnen der Unordnung gefragt sind. Sie können sich in … Die Fährfrau und das Narrenschiff weiterlesen

Die Schrate kommen weiterhin

Überraschenderweise kommen weiterhin Schrättlis. Die Technik sei ihnen egal, sagen sie. Es bräuchte sie weiterhin, die MeisterInnen der verrückten Weisheit oder die verrückten MeisterInnen, so oder so ähnlich jedenfalls. Je mehr das Weltchaos Fahrt aufnimmt, desto mehr bräuchte es sie. Ich tue mir nicht leicht, die Energie unseres Planeten zu tanzen, die Veränderung heißt. Auch im höheren Alter nicht, nicht mal bei so ungefährlichen Aktionen wie Zeichnen. Sie sind nicht salonfähig und als Systemverstörende möchten sie mich und meinen Ausdruck befreien. Die entgrenzte Linie würde mir den Weg in neue Gebiete zeigen. Weiter geht´s, sagen sie, Kriksel, Skrizzel, minimalistisch befreiter Ausdruck. Minutenbilder machen, … Die Schrate kommen weiterhin weiterlesen

Alltagsgegenstände und die Geister

Sie umgeben mich, ich lebe mit ihnen, ich habe Beziehungen zu ihnen, verschiedenartige. Manche sind älter als hundert Jahre und deshalb schon Geister. Unter den japanischen Schraten, den Yokai gibt es ja die Tsukumogami, „Artefakt-Geister“, die zu ihrem hundertsten Geburtstag zum Leben erwachen. Es sind beseelte Alltagsgegenstände, die durch ihr langes Leben besondere Kräfte erworben haben. Ich lebe mit einem Hammergeist, einem Kochtopfgeist und noch anderen. Eine Teeschale ist auch dabei. Sie hat immer Träume von roten Bäumen und Kirschblütenfesten. Sowas färbt ab. Manchmal tanze ich mit ihnen im Garten. Mit meinen Haushaltswaren, Kleidungsstücken oder alten Regenschirmen. Es kräftigt unsere Verbindung und so wird … Alltagsgegenstände und die Geister weiterlesen

Me, I, Moi – skizziert

Mich selbst befühlen und skizzieren, zuerst blind, dann mit halbgeschlossenen Augen, zuletzt erst mit offenen Augen. Zuerst fühlend, Innenbilder hinwerfen, ohne Ergebnisse zu sehen und zu beurteilen. Ich schreibe in der Skizze nieder, was ich „sehe“, als Art schnelle Befühlungs-Prozessdokumentation. In einem großartigen Seminar an der Freien Kunst Akademie Augsburg haben wir diese Übung gemacht. Eine Hand hat den Körper ertastet, die andere hat das Erspürte gezeichnet. Das Blatt ist gerutscht, Linien haben sich seltsam überlagert, sind ins Abstrakte gewandert. In einer Skizze bin ich zum Tier geworden, gestaltgewandelt, dann wieder war ich eine Landschaft. Vom Schamanischen her kenne ich diese Technik, zur Diagnose. Entweder zeichnet die … Me, I, Moi – skizziert weiterlesen

Straßengeschichten

Sie liegen vor meiner – vielleicht roten – Nase. Fitzel, Fetzen, fragmentiert, bereit für Neuzusammensetzungen. Diese Was–Wenn–Geschichten. Die Clownin findet die Fitzel und die Geschichten. Die Rotnase ist für mich die Südkraft der großen Wesenheit Clownsnärrinschelminheyoka. Die Rotnase clownt und sie lockt mich ins Spielen. Staunend findet sie Fitzel und Überraschungen am Straßenrand. Ich erinnere mich an Kindertage – mich verlieren in der Zeit, ganz körperlich sein, verrückte Dinge tun um ihrer selbst willen, einfach, naiv, verzückt von meinen Einfällen, das Verkehrtherum erkunden, lachend Fehler machen … Die Rotnase erinnert mich an meine ursprünglichen Erfahrungen in der Welt. Jetzt kenne … Straßengeschichten weiterlesen

Stranger than Paradise

Eine meiner großen Inspirationsquellen ist nachwievor das Supermarkt-Stehcafé im Nachbardorf. Dort bekommt meine Fünfzehnprozentclownin wertvolle Spielimpulse. Und die Neunundvierzigprozentnärrin bekommt Narrare-Nahrung. Ich gehe gerne an Orte, an denen Ungeheuerliches geschehen könnte. Dort erahne ich die geheimen Geschichten und erzähle sie mir. Narrare (erzählen) – wir erinnern uns. Der Supermarkt mit dem Stehcafé ist so ein Ort. Da komme ich Vielem auf die Spur, auch sehr aufregenden, bisweilen gefährlichen Geschichten, was zu einem äußerst abenteuerlichen Leben führt. In jedem Regal liegen Geschichten. Sie stapeln sich. Es gibt Geschichten in den Ebenen dazwischen und welche, die sich aus all den Wörtern, dem Radio, den Etiketten und … Stranger than Paradise weiterlesen