Vom Geisterdorf nach Pontevedra

Schauen, verweilen. So viele Pflanzen wachsen am früheren Miño-Ufer. Zum ersten Mal nach vielen Jahrzehnten ist es möglich, dass sie blühen. Samen, die lange warten können, so lange, bis die Zeit reif ist und es möglich ist. Der Miño begleitet meine Tage. Heute in Pontevedra. Ich bin hier, weil mich der Name gelockt hat. Irgendetwas ist da angeschwungen. Noch finde ich nichts hier, ausser einer zauberhaften Altstadt. Früher hätte ich mich sofort überall auf die Spur gemacht, nach dem, was mich nach Pontevedra gerufen hat. Heute sitze ich ganz entspannt im Café und denke, wenn es wichtig ist, dann zeigt … Vom Geisterdorf nach Pontevedra weiterlesen

Im Geisterdorf

Um mich mit dem Land zu verbinden, betanze ich es gerne, erzähle der Erde tanzend, wer ich gerade bin und horche mit den Fußsohlen, was mir das Land an Geschichten schenkt. Ein Tag in Mourulle, einem Geistedorf am Rio Miño, dem heiligen Fluss Galiciens. Das Dorf wurde vor 50 Jahren für den Miño-Stausee aufgegeben. Umsiedelung, Abschied, viel Zurückgelassenes, Trauer. Geschichten werden mir erzählt über Leute, die hier geboren wurden, gearbeitet haben, geliebt, gelebt. Neugier, was mich hier in Galizien erwartet. Rückschau, verlassene Häuser, neues Grün in den Ruinen. Das Dorf war nicht mehr zu sehen seit der Flutung. Ich tanze … Im Geisterdorf weiterlesen

In Galicien – En la Tierra de las Meigas

In Galicien, dem Land der Meigas, der Magierinnen. Die keltischen Wurzeln sind immer noch zu sehen, zu  spüren. Ich bereite Carmen darauf vor, dass ich mich mit ihrer Hilfe  – als Übersetzerin und Türöffnerin – auf die Spuren der Meigas machen will. Die anderen lachen, weil sie das schon kennen. Carmens Mutter war eine Meiga, was ihr erst in unserem Gespräch bewusst wird. Es war wohl sehr selbstverständlich, was sie gemacht hat. Die Leute kamen zu ihr, um sich heilen zu lassen und wenn sie etwas verloren hatten. „Sie hat etwas gesprochen, sich Zeit genommen und dann gesagt, ob es … In Galicien – En la Tierra de las Meigas weiterlesen

Eine kleine Herbstreise

Wieder einmal in Spanien, Altkastilien, bei der Verwandtschaft. Im Dorf umherstromern, die vielen Sommer vorbeiziehen lassen. Das Dorf ist leer, ein Pferd, Hunde, Hühner. Die alte Schule ist zugewachsen wie ein verwunschenes Schloss. Einstmalsgewesenes. Ich öffne die alten Türen, schaue auf gegangene Wege, begrüße die Tiere und höre auf die Stille. Das Dorf ist leer, von den Alten gibt es kaum mehr welche und die Veraneantes, die Sommerbewohner aus Bilbao sind schon gefahren. Herbst zieht ein. Ein kurzer Besuch in Machorras, einem Dorf in den Bergen bei den Pasjegos, den Bergbauern. Das was wie ein Auslaufmodell schien – Subsistenzwirtschaft in … Eine kleine Herbstreise weiterlesen

Aus der Katzenbronx

Hallo Du, ich schreibe heute für dich, wie es mir geht und so. Also naja, zum Glück ist Tante Olga Maria hier. Sie ist meine Katzennanny. Froh bin ich, dass sie nicht gehen kann, dann bleibt sie bei mir. Ich werde mich auf sie drauflegen, dann kann sie zusätzlich nicht weg. Besser so. Mein Pferd ist auch da, es ist ein Geschenk und ich hüte es. So ein schwarz-weißes Pferd wollte ich immer schon. Cambra ist in Galizien. Sie vertraut der Technik und will von dort aus schreiben. Als Baskin habe ich von Galizien gehört. Ob sich Cambra auf die … Aus der Katzenbronx weiterlesen

Die geheimen Treffpunkte

Wen soll ich danach fragen? Vielleicht die Alte im bemalten Dirndl. „Ein guter Treffpunkt ist links hinten,“ sagt sie, „zwischen dem Geröllfeld und der Tankstelle. Du wirst sie dort alle treffen. Wenn du dich dort öfter sehen lässt, wirst du herausfinden, wann die beste Zeit ist.“ „Gut,“ sage ich und gehe los. Ich bin eine Erforscherin geheimer Treffpunkte. Mittlerweile kenne ich den Ort, an dem sich im Frühjahr die Zaunköniginnen treffen oder die Wegkreuzung, an der die Percht mit ihrem Gefolge und den hiesigen Ortsgeistern zusammenkommt. Ich habe herausgefunden, wo sich nächtlichst die Katzen der Strasse versammeln und auch wo … Die geheimen Treffpunkte weiterlesen

Alltägliche und nichtalltägliche Treffunkte

Treffpunkte, Wegkreuzungen, Begegnungen, Feuer. Wo trifft sich wer, was wird dort gemacht, wann ist der richtige Zeitpunkt, wo der passende Ort? Ich klopfe meine Tage auf Treffpunkte ab. Heute und am Wochenende zum Beispiel in der Schweiz, in Wil, beim Council im Tipi und zur Mythenschöpferin. Die Begegnungen in der alltäglichen Wirklichkeit finden an scheinbar banalen Orten wie Café, Dorfwirtschaft, Einkaufsladen statt. Heiliger Morgentreffpunkt mit dem alltäglichen Leben. Freundschaftsweben an den Feuern. Zu diesen Treffpunkten fahre ich sogar durch Schnee und Nacht, weil sie mir so kostbar sind. Für die Begegnungen mit den Spirits, den Ahnen, Ortsgeistern oder anderen brauche … Alltägliche und nichtalltägliche Treffunkte weiterlesen

Herbsttagundnachtgleiche und die Ernte

Tag und Nacht sind übermorgen gleich gewichtet. Herbstpunkt. Ich schaue auf meinen Erntetisch. Vor einem Jahr habe ich beschlossen, das jetzige Jahr der Verwertung meiner reichen Ernte zu widmen. Ein Teil der Bilder, Reisen, Erfahrungen ist eingekocht, neu zusammengesetzt, hat Worte und Bilder bekommen und ist als Fotobuch, das es nur einmal gibt – einer Art Einweckglas – verwertet und konserviert. Ich habe Mus gemacht und Marmeladen, Vorträge und den Blog und immer noch liegt so viel auf dem Erntetisch. Es braucht eine Verlängerung der Verwertungswidmung. Von Hannover bringe ich Geschenke mit, Äpfel, bei denen der Saft herausläuft, wenn man … Herbsttagundnachtgleiche und die Ernte weiterlesen

Herbstweisheit

In Hannover beim Seminar. Herbstlandkarten erstellen, Erntetische bestaunen. Die Sommerkraft ans innerste Feuer holen, damit sie uns in der Winterzeit nährt. Herbst sagt: Hast du deinen Sommer gut gelebt, wird der Winter gut zu dir sein. Loslassen, was in diesem Zyklus nicht vollendet werden kann. Was wollte ich und muss es nun loslassen, weil der Winter bevorsteht und es nicht mehr genügend Licht und Wärme gibt, damit es reift, wächst, blüht? Anerkennen, dass Wachstum abgeschlossen ist in diesem Zyklus. Die Knospe am Rosenstrauch wird nicht mehr aufblühen. Am Morgen glitzern die Spinnweben. Wenn die Göttin Holle ihren Schleier auf Rosensträuchern … Herbstweisheit weiterlesen

Bemalte Wände – Einfallsreichtum oder Standard

Malgedanken, weil ich gerade in Hannover bin zum Seminar. Schamanische Kunst – Alltagskunst? Das gestrichene Schlafzimmer, mit dem ich sehr zufrieden bin, ist wohl Letzteres. Es ist kein rasend einfallsreicher Anstrich. Gelb mit weißem Sockel. Ich bin eher bequem, will schnell fertig werden, weil Streichen nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zählt und Baustellen schon dreimal nicht. Deshalb die Einfachvariante und meine Zufriedenheit damit. Es ginge auch anders, es würde auch viel besser zu meinem Thema passen – Zauber und die schamanische Kraft im Alltag. So sehen bemalte Wände in Bauernhäusern aus. Die Menschen haben die Sockel verziert, haben Geschichten und Schutzzeichen … Bemalte Wände – Einfallsreichtum oder Standard weiterlesen