HerbstZeitLos

Tanz-heilige Feuer-Kunsttage im frauen museum wiesbaden klingen fein, bunt, lebendig nach. Beste Nahrung für die Wintertage. Jetzt beginnt meine Innenzeit, der langsame Rückzug Richtung Winter. Und weil ich mich nach einer intensiven Arbeitszeit auf das freie Land vor mir so freue, mache ich meist gleich To-Do-Listen und Herbstfeuerpläne. Alles, was ich jetzt machen will, ganz besondere Dinge, alles auf einmal am besten, ganz viel ganz heiliges Zeug, alles, was ich geschoben habe, all die Treffen, Kinofilme, Konzerte, Spaziergänge, alle Bilderideen umsetzen und ganz ganz viele Gewänder nähen, dichten und singen und auch meditieren, zu Amma fahren und zum Einkaufen und … HerbstZeitLos weiterlesen

Der, dessen Name man nicht sagen durfte

Zum Thema altersmilde werden. Ich zeige dir jetzt jemand, der meine Verfassung sehr durcheinander bringen konnte. Sein Name war lange tabu. Und weil ich ja an mir arbeite, wie du sicher auch an dir, kann ich ihn jetzt nennen. Georgie. Und sogar ein Bild zeige ich von ihm. Gut, ein bisschen habe ich rumgekrikselt und reingeschmiert. Er ist ein Rassekater, was uns Katzen ja komplett wurscht ist, und mein Nachbar. Durch mich durfte er viel lernen, zum Beispiel wie man sich zurücknimmt und anderen nicht auf die Nerven geht. Oder, dass man nicht in fremde Gärten spritzt. Ich spritzte noch … Der, dessen Name man nicht sagen durfte weiterlesen

Erleuchtungspfade

Ich – mit Selbstauslöser. Cambra ist in Wiesbaden – trägt was vor, tanzt ein bisschen und hängt abends wahrscheinlich mit Kim und Beatrixe in Spelunken rum. All das kratzt mich nicht, weil ich altersmilde werde, das ist schön. Es tut meinen Nerven gut. Der Weg zur Erleuchtung führt direkt über das Dösen in der Herbstsonne, entspanntes Atmen, wenn sich Gäste im Garten tümmeln wie Igel, Vögel oder andere Katzen und langes Schauen in den blauen Himmel. Ich muss auch nichts mehr werden, was ich nicht eh schon bin. Ein Blindenhund zum Beispiel, sie gefallen mir. Letzthin hat mal jemand gesagt, … Erleuchtungspfade weiterlesen

Altäre und Reisevorbereitung

Von den Nomadinnen habe ich das Reisevorbereiten mitgebracht. „Vielleicht kommst du nicht mehr wieder, also verabschiede dich gut.“ Und so gehe ich durchs Haus, nehme mir Zeit für Gustav und Katalina und lege Blumen und Speisen auf die Altäre. Möge meine kleine Reise eine behütete sein. Am liebsten komme ich wieder und die Mülleimer sind leer, alles gesaugt, der Schreibtisch aufgeräumt und bereiteter Raum für Neues. Das heißt, mir Zeit nehmen vor der Reise und alles so richten, dass ich genau das vorfinde bei meiner Rückkehr. Dieses Mal gelingt es nicht so recht. Ein bisschen rumgehudelt, riesige Menge wegen der Frühjahrsausstellung … Altäre und Reisevorbereitung weiterlesen

Müllthematik Teil II

Am Donnerstag breche ich auf nach Wiesbaden zum großen Jahresabschluss meiner Aussenarbeit. Und weil ich vor Reisen gerne den Müll entsorge, geht das Entsorgungsthema noch weiter. Abfalleimer, Grünkübel, Leergutabteilung, Katzenklo im Freien … Für alles habe ich Entsorgungsbehältnisse, auch Katalina wählt einen Streifen im Garten für ihre Toilette. Klug von ihr, weil unsere Ausscheidungen ja in die Erde gehören und nicht ins Wasser. „Das zum Thema Intelligenz,“ sagt sie. „Beste Verwertung und schnelle Umwandlung.“ Aber das ist ein eigenes Thema. Zurück zum Abfall. Wohin mit inneren Altlasten, feinstofflichem Müll oder Ähnlichem? Ich erinnere mich an eine alte Tonfigur, die ich vor langer … Müllthematik Teil II weiterlesen

Herbstliche Sortiergedanken am Mülleimer

Auf dem Weg durchs Dorf, in die Herbstgedanken hinein, betrachte ich Abfälle, sehe weggeworfene volle Mülltüten, Laub, Kompost. Es nimmt zu, dass Leute ihren Müll wieder in den Wald werfen. Diesmal liegt eine Tüte in der Wiese neben unserem Haus und so fällt sie in meinen Zuständigkeitsbereich. Ich entsorge also den Müll der anderen, denen die Müllgebühren zu hoch sind – Auto haben sie ja anscheinend noch – und übernehme die Verantwortung. Die Detektivin in mir macht den Müll auf und sucht nach Identifikationsteilen. Wehe, wenn ich was finde. Dann gibt es Zwangsteachings. Über Weggeworfenes und dem Sorgetragen, Gemeinschaftsgeist und … Herbstliche Sortiergedanken am Mülleimer weiterlesen

Kochlöffel und Kräuterkugeln

Es klingelt und ich bekomme Post. Eine große Schachtel mit Schokikugeln, Bitterkräuter, und einem Kochlöffel im warmen Reisemantel. Zwei befreundete Künstlerinnen, Andrea Michel und Brigitte Schwarz haben mir die Zauberporst aus dem Norden geschickt. Sowas macht mir Freude. Das neue Ritualwerkzeug ist wunderschön und gesellt sich zu meinen anderen. Ein Glöckchen ist dran und Hirschfelle, eine Feder von meiner Sommerliebe, dem Bipperl und seiner Freundin. Kiefernnadeln aus den Höhlen der Ile-de-France und Johanniskraut im Futteral. Ein Stein dazu aus Lesbos. So viel Frühling, so viel Sommer, Reisegeschichten, gemeinsame Feuererinnerung, Kraft aus altem Land. Ich koste die Kräuterkugeln, Katalina beschnuppert den … Kochlöffel und Kräuterkugeln weiterlesen

Reinigungsrituale

Regentropfen draussen und das Wasser aus der Wasserleitung. Auf einmal höre ich wie die Wasserklänge zusammengehen und ein ganz neues Lied anstimmen. Bilder von Wasserfällen und den wilden Flüssen in Spanien sind da. Regen-Fluss-Baden-Duschen-Abwasch-Reinigung. Die großen Reinigungszeremonien fallen mir ein, Korea, Sibirien, unsere Rituale hier. Wie Maria uns im Altai gerüffelt hat, wenn wir unsere Teetasse den Tag über stehen lassen wollten. Wir mussten benutztes Geschirr sofort reinigen, damit sich keine schwierigen Geister angezogen fühlen. Das gemeinsame Abspülen bei den Maori, wenn alle zusammen – Alte, Junge, Männer, Frauen, Gäste – hunderte von Tellern gespült haben und dabei gelacht wurde, … Reinigungsrituale weiterlesen

Ich biete feil – Waren, Worte, Sonstiges

Was einmal die Bauchläden waren, sind heute die Newsletter. Eigentlich gefällt mir der Bauchladen besser. Er erinnert mich an die Körbe der Kräuterfrauen, die früher im Herbst an unsere Haustüre kamen, um ihre feinen Produkte feilzubieten. Das „Krähweiberl“, wie meine Mutter sie nannte. In schönen Trachten kamen sie und ich fand sie beeindruckend, vor allem eine Alte, die wie ein Hutzelweib aus dem Wald aussah. Ich blieb in respektvollem Abstand hinter dem Rockzipfel meiner Mutter stehen und lugte interessiert vor. Eigentlich hießen sie bei uns in Bayern Krenweiber, von Merrettich, was ich aber nicht verstand. Es hörte sich wie Kräh … Ich biete feil – Waren, Worte, Sonstiges weiterlesen

In Bayern gelandet

Zurück in Bayern, ist erstmal die Technik ausgefallen. Nicht nur Regen macht Zeit, sondern auch der Ausfall der Technik. Keine mails, kein Blog gibt unerwartete Spielräume. Spanien ist in der Wildnis ausgeklungen, in der Engaña, dem Tal der Wölfe. Seit zwanzig Jahren ist es mein heiliges Tal, Geschichtenquelle für mein erstes Buch, die Töchter der Mondin, Spiegel, Andersweltreiseplatz. Dieses Mal hat mir die Engaña etwas zum Älterwerden gespiegelt. Es ist nicht mehr so einfach, im Flussbett hochzuklettern oder über die Felsen zu springen wie vor zehn Jahren. Ich erkenne es an und es ist stimmig. Der Fluss lässt mich auch … In Bayern gelandet weiterlesen