Regensonntag macht Zeitfenster auf

In den Regensonntag getanzt, Morgenseiten, Regenlied, ein bisschen sinnloses Zeug gemacht, ein bisschen sinnvolles Zeug gemacht. Und immer noch so viel Zeit, ein Hauch von langer Weile haben, weil Regen Zeit macht. Zum Glück ist meine Lieblingsgalerie im Nachbardorf. Inspirationsquelle, illustre Gäste, Kunst in der Küche. Galerie- und Arbeits- und Lebensräume vermischen sich. Die Übergänge sind fliessend. Alltag und Kunst befruchten sich. Herumspazieren, mich den Bildern vorstellen. Manche reden mit mir, andere haben keine Lust. Ich höre mir spannende Bildergeschichten an in der Galerie Josephski-Neukum von Joschi und Helga. Regensonntag macht Zeitfenster auf weiterlesen

Die Sinn-Falle Teil II

Sinnfragen und Sinnkrisen, ausser den Menschen hat die kein Lebewesen. Wir sind wirklich die einzigen, die ihren Platz im Universum nicht kennen, verloren glauben, suchen. Was weiß ich schon, was Sinn macht. Weil die Warumfrage zum Sinn gehört, schicke ich sie in Ferien. Scheinbar sinnlose Dinge tun. Auf Bäume klettern. Nicht, um den Sinn zu finden oder den Überblick, sondern einfach so. Rauf, runter. Das versteht Katalina wieder. Weil sie eine erfahrene Lehrerin für Unsinn und Absurdes ist, dada-erfahren, paradoxienerprobt, grotesk-kundig, lasse ich mir von ihr Tipps zum verschwenderisch-sinnlosen Umgang mit Zeit geben. „Du brauchst Übungen, die helfen, sinnlose Dinge … Die Sinn-Falle Teil II weiterlesen

Die Sinn-Falle

Seit ein paar Tagen kann ich eine meiner Fallen benennen. Die Sinn-Falle. Es ist eine komplizierte Falle, weil sie so edel, unantastbar bemäntelt daherkommt und ziemlich erfolgreich ist. Wenn ich meine Sinnkiste aufmache, dann merke ich, dass etwas in mir glaubt, dass mein Tun und Sein irgendwie immer sinnvoll sein muss. Je mehr, desto besser. Und, dass es doch nicht wirklich reichen kann, einfach nur Da zu sein. Katalina findet das zum Beispiel schon, sie ist da entspannter. Ich nehme die Fährte auf. Was, wenn es nicht um den Sinn geht, dann lande ich beim Blödsinn, beim Unsinn, dann macht … Die Sinn-Falle weiterlesen

Körpermalerei an einem Maientag

Freundinnentreffen mit Anke. Zwei Frauen sitzen miteinander am Frühstückstisch. Wir könnten uns bemalen, sagen sie. Das passiert so, wenn sie zusammen sind. Es braucht manchmal nur einen Maientag, eine rote Couch, Maibaumgespräche und Farben. Sie bemalen sich und leben in den Tag rein. Pinselstriche auf der Haut, Musik und Rasenmäher, Wind und Sonne, Farbenklang. An der Ammer gestellte Steine und versteinerte Echsen finden die Frauen, sie lachen viel und bekränzen sich. Wie leicht es ist, am Fluss zu sitzen und zu verweilen. Zeit verstreichen lassen, das Miteinander genießen. Leben lieben.                Dieses Jahr ist … Körpermalerei an einem Maientag weiterlesen

Suppenmagie

Ich liebe Suppen und mache mir eine Frühlingssuppe mit Blumen und Kräutern, mit der ganzen Erneuerungskraft, mit Lebenskraft und bunter Vielfalt, mit Gelb und Sonnenschein und einer Grüngeschichte. Feuer und Wasser eingeladen, ein Lied reingesungen und mit dem Zauberstab umgerührt. Brotsuppe, Blumensuppe, Totensuppe, Wurzelsuppe, Steinsuppe, mir manchmal ein Süppchen eingebrockt, mein Süppchen ausgelöffelt, Glückssuppe, Weinsuppe, Hochzeitssuppe … Kraftspeise, Gemeinschaftsmahl. Es gibt die Morgensuppe für die HirtInnen im Frühling beim ersten Austrieb, die Trollsuppe zu Brigid für die wechselnden Dienstleute, Jahresfestsuppen, Kohlsuppen für die Hausgeister. Sogar eine Grenzsuppe gibt es, welche drei Amtleute verschiedener Bezirke aus einer Schüsselvertiefung im Stein mit … Suppenmagie weiterlesen

Frühlingsmüde Schlafzimmergedanken

Weil ich so frühlingsmüde bin, bin ich zur Zeit gerne im Schlafzimmer. Ins Zwielicht dösen, die Morgensonne wandern sehen, dem Vogelzwitschern lauschen, das mich als erstes weckt, mich von ihm wieder in den Schlaf singen lassen. Genussvolle Frühlingsmüdigkeit. Schlafzimmer, Schwellenraum zur Traumzeit. Im Bett liegen wie im Boot, das mich aufs Meer hinausträgt, in die Weite des Nagual. Vom Schlafzimmer aus die Traumpfade betreten. Der Ort, vom dem aus ich jeden Tag losreise in die Traumzeit. Wie gestalte ich diesen besonderen Raum, wie mein Boot? Gerne lasse ich mich von Lavendelduft auf der Reise begleiten oder lege Schafgarbe unters Kissen, … Frühlingsmüde Schlafzimmergedanken weiterlesen

Sinnengeweitetes und Grünfindung

Mit grünen Siebenmeilenstiefeln und Reinigungsbegleitung ziehe ich durch Frühlingsland, schaue auf meine Wege, halte meine Nase in die Luft und folge dem Ostwind. Wenn meine Gedanken zu sehr kreisen, blende ich die Lieder der Vögel völlig aus. Ich werde das Lied, wenn ich einfach nur da bin. Es ist meine Aufmerksamkeit, meine Wachheit und Offenheit, welche meine Schritte lebendig werden lassen. Dann grünt es auf meinem Weg. So ist es, wenn ich über die Wiesen laufe, mit Eseln, Pferden, Hund und den Frauen die Wälder durchstreife und den Tiere zuschaue, wie sie ins Abendlicht hinein über die Weide galoppieren. Dann … Sinnengeweitetes und Grünfindung weiterlesen

Dämonenfüttern oder der Kampf gegen die Dämonen

Ich freue mich nicht, wenn jemand liquidiert wird und ich finde es ungeheuerlich, wenn Staatsoberhäupter, die angeblich für Rechtsstaatlichkeit, Demokratie etc. gehen, sich hinstellen und zum einen jemand liquidieren, wie Bin Laden, oder das freudig begrüßen. Kampfrhetorik, sich in genau das Feld begeben, das man angeblich vernichten möchte, das nähren, was man auslöschen will. Keine Gerichtsverhandlung, Mord, Fanatismus, ins Meer kippen, was ich loswerden will und so weiter. Warum gibt es keine Grundkurse im Rollentausch für PolitikerInnen? Oder im Dämonenfüttern? Für was gehe ich denn? Was habe ich denn anzubieten an anderem, welche Sprache spreche ich? Die Dämonen nähren sich … Dämonenfüttern oder der Kampf gegen die Dämonen weiterlesen

Masken, Walpurgis und Maibaum

Walpurgische Klänge und Feuergesänge, Regennacht am See, Wolfsrudel dabei, vom Feuer getrocknet werden und in den Sternenhimmel gelacht miteinander. Mit Christine und Ulla Walpurgis gefeiert nach einem langem Maskentag. Die Geschichten der Masken kommen mit ans Feuer, sie erzählen etwas von der Clanmutter, der Gelassenen, dem Reh oder der Tödin. Wir haben die Länder unserer letzten Maske bereist. Es sind Medizinmasken und wir ergründen, wie diese Medizin ergänzt und vertieft werden kann oder welche neue Spur sich auftut. Wieder die Frage, was es macht, so kurz vor Neumondin rituell zu arbeiten, ob es nicht doch hilfreicher ist und alles klarer gesehen … Masken, Walpurgis und Maibaum weiterlesen

An den Trennlinien entlang gehen

Das mit den Trennlinien, den Abgrenzungen spinne ich weiter in Gesprächen, im Council, mit Xenia, Ulla, Sirilya. Erforschungen. Im Moment schreite ich Trennlinien ab, will Trennendes erkennen, entlarven, überwinden. Viele Frage wie das gehen kann. Manchmal steige ich auf einen Stuhl, um den Überblick zu bekommen. Angefangen habe ich mit dem Grenzenauflösen bei Alltag und Spiritualität, bei dem Begreifen, dass meine alltägliche Wirklichkeit und die nichtalltägliche Wirklichkeit sich durchdringen, dass sie zusammen die Gesamtwirklichkeit ausmachen. Es geht weiter. Ich beginne, Wildnis einzuladen, sie zu zeigen und ich merke, dass es berührbar und verletzlich macht auf einer Ebene. Die festen Grenzen … An den Trennlinien entlang gehen weiterlesen