Ein ganz normaler Tag

Morgenseiten, Edeka-Stehcafé, nochmal ins Café der Blumenschule, in Trödelscheunen nach alten Kochlöffeln und Mörsern gesucht wegen eines Kunstprojekts – aha – Post … ein Überraschungspaket. Schau an, was bist denn du für eines – versehrte Wörter, die auf Reisen gehen wollen und in eine bayrische Reha-Station kommen. Brigitte Schwarz schickt sie mir, sie gesellen sich zu meinen Wörtern auf Reha, albern ein bisschen rum mit ihnen und atmen Frühling in Blauweiß. Ich gehe zum Dorfweiher mit Christine, dort wo die Frösche so laut singen und die Seerosen im Sommer blühen. Ich werde meinen Kontrollfreak verabschieden. Wasser wird ihm guttun – … Ein ganz normaler Tag weiterlesen

Von der Magie des Säens

Säen war immer schon Alltag, war heilig, war voller Magie und Heilkraft. Ich säe mein Morgen. Vielleicht werden es Samen sein, die mir Früchte bringen oder Blumen. Vielleicht gibt es Nahrung für andere Wesen. Oder es sind Samen, die nicht aufgehen und auch das will ich anerkennen. Auf die Lieder der Vögel höre ich und beobachte Katalina, lege die Samen in die Erde, vertraue der grünen Ewigkeit, dem Weg im Lebensrad. Dann singe ich mein Lied dazu und hole Wasser. Tausendschön und Sonnenblumen, Lichtnelken, Eisenhut, Nektarblumen, Mutsamen und eine kleine, bunte Kühnheit dazu, die Leichtigkeit des Gebens, die Freude des Annehmens. … Von der Magie des Säens weiterlesen

Regenbogentage

Reisetage, die dem Neuanfang, der Regenbogentänzerin, dem Säen, den tragenden Gemeinschaften gewidmet waren. Synchronizitäten – bei der Ankunft in Heidelberg beginnt es in den strahlenden Himmel hinein zu regnen und ein Regenbogen spannt sich über den Himmel. Ich sammle Zeichen während ich auf Reisen bin, Regenbögen, Uhrzeiten wie 16:16 oder 12:34, Wörter, die mir zufallen, Strassennamen und Farben. Vielleicht setze ich sie später zusammen. Mit Ulla einen Tag im bunten Wasser. Während gelbe Füsse und rosa Hände tanzen, der lila Körper floated, wird der Geist ganz leicht und beschäftigt sich mühelos mit den Herausforderungen der Tage. Mit unserem Kopfkino, das … Regenbogentage weiterlesen

Eine „DIE“-Schwalbe macht noch keinen Sprachsommer

Alltagssprache, Sprachräume. Wiesbaden, im Hotel der zwei Italienerinnen, Reisebuch – ich lese vorne den Standardsatz: Der Einfachheit halber und den Gepflogenheiten der deutschen Sprache folgend, wird die männliche Form verwendet. Gemeint sind natürlich alle. Dieser Satz ist extra für mich geschrieben. Er soll mir erklären, warum ich ab dann nicht mehr vorkomme und mich milde stimmen. Es gelingt nicht. Wir waren schon mal weiter, bewusster bei diesem Uraltthema. Also, back to the real basics. Ich fordere für mich als Frau einen sichtbaren und hörbaren Sprachraum. Ich will vorkommen. Das ist ja, wie wenn jemand sagt, fühl dich gemeint und dauernd … Eine „DIE“-Schwalbe macht noch keinen Sprachsommer weiterlesen

Etiketten und Identitäten im Kleiderschrank

Die Etiketten durchforsten, im Mantel, den Jacken, auf der Schuhsohle. Meine Etiketten, meine Identitäten. Im Kleiderschrank, im Teatro di Vida, im Seminar, im Edeka-Stehcafé, im Stall. Was steht denn da jeweils drin? Label, Etiketten, Dokumente, Pässe, Identifikationsnummern und Wörter, dieses Wer-bin-ich. Ich habe richtig gute Etikettierungen, die Vita lebt davon. Alternativ, freigeistig, bewusst, das kommt doch gut. Ich merke, die ersten bereiten schon eine Reha-Box vor für manches Wort. Alternativ in Large, small Bohèmien, XXL Indie Nation und so weiter. Ein Lieblingslabel von mir ist Universumsbürgerin. Das bin ich gerne, es ist offen und nicht so kleinkariert eng. Das muss man … Etiketten und Identitäten im Kleiderschrank weiterlesen

Was soll ich von Klassentreffen halten?

Ein Klassentreffen der Mädchen-Grundschule, zum ersten Mal. Was mache ich dort? Ein paar Entdeckungen, wie ein Geheimschriftenbüchlein, das meine alte Freundin mitbringt. Die Zeichen finde ich in meinen Bilder von heute wieder, der roten Faden. Da finde ich mich richtig gut. Dann die Sprüche aus dem Poesiealbum, eisenhart und gruselig. Erfolgreich vergessen. Meiner ist mir richtig peinlich und es ist einer der allerblödesten. Aha, ich erweitere das Bild von mir, gezwungenermaßen, auch in andere Richtungen. Ein Foto gibt es, das aussieht wie die Anfänge meiner Hippiejahre. In Ermangelung von Perücken hatte ich mir die Haare toupiert und sitze links. Merkwürdiges … Was soll ich von Klassentreffen halten? weiterlesen

Frühlingsfeuer und Hoagascht

Mit den Eselfrauen haben wir am Wochenende ein riesiges Feuer gemacht und den Winter noch einmal verabschiedet. Herbstzweige, Winterbretter, alte Zäune, Feuer besungen, den Sternenhimmel des Frühlings begrüßt, erzählt und den Duft der Frühlingsnacht eingeatmet. Es gibt da die Frauen, die nur mit Holz heizen, eine von der Feuerwehr und die Bäuerin – sie gehen viel vorsichtiger um mit dem Feuer, dem Funkenflug als Olga mAria und ich. Unser leichter Sinn, der das Feuer gut anfacht und die Vorsicht, die es gut hütet. Nach dem Feuer schauen wir zur Christa ins Wirtshaus, zum Hoagascht oder Hoagartn. Heimgarten, Besuch bekommen mit … Frühlingsfeuer und Hoagascht weiterlesen

Geschichten am Feuer

Die Feuer, die Menschen, mit denen ich an den Feuern zusammensitze, sie sind so kostbar. An den Feuern relativiert sich manches, wird gespiegelt, schaukelt sich in eine andere Leichtigkeit und eine andere Tiefe. Die Geschichten wollen ans Feuer, so wie die Lieder, das miteinander Schweigen können, das Lachen. Am Feuer werden die Geschichten gesehen, gewürdigt, genährt, manchmal gewandelt. Sie werden bezeugt. Geschichten teilen, wissen, dass meine Geschichte eine des großen Gewebes ist. Seit einigen Jahren sitze ich mit Xenia, Geseko, Inga, Tobias und Sabine im Council. Wir begleiten einander auf den großen Nomadenzügen unseres Lebens und wir spiegeln einander die … Geschichten am Feuer weiterlesen

Die Kultur der Dorfläden

Der letzte Dorfladen hier macht zu. Es gibt die Idee, dass das Dorf einen aufmacht, getragen vom Kollektiv. Gemeinsam arbeiten, der Gemeinschaft geschenkte Stunden, zusammen etwas erwirtschaften. Real funktionierender Sozialismus in Bayern? Eine Art Musterdorf für Kollektiv und tragende Gemeinschaft? Wir-Gefühl? Solche Ideen hat unser Bürgermeister. Ich wäre dabei, hätte Lust darauf. Das Miteinander und die Erfahrung wäre der Gewinn für mich. Die Dorfläden als soziale Treffpunkte. Bei uns früher, im Altai, in Kirgistan, Spanien … minimalistisch, karg und doch so reich. Und alle in Hellblau. Eloina in Spanien hatte so einen Laden. Er war Einkaufsstelle, Poststelle, Milchabholstelle, Bar, es gab Brot, das … Die Kultur der Dorfläden weiterlesen