Katzenalltag

Katalina meint, dass es Zeit wird, sich mal mit ernsthaften Themen zu beschäftigen, beispielsweise Tieren. Sie, die Pferde und die anderen. Also gut, ich lasse mich überreden. Die größte Herausforderung bei schwarzen Katzen ist das Fotografieren (ein schwarzer Fleck) und bei weißen Pferden, dass sie so schnell einschmutzen. Man überlege es sich also gut. Das war der Tipp des Tages. Katalina will einen ernsthaften Artikel zur wichtigen Angelegenheit „Katalina“. Zum Selberschreiben hat sie heute keine Lust. Was soll ich schreiben? „Weißt du, was wir uns dieses Jahr an Heizkosten sparen?“ so ihre Frage. Sie ist sehr pragmatisch. Sie hat Investitionspläne … Katzenalltag weiterlesen

Blumenkohl bringt ein Gedicht

Es ist die Zeit von Blumenkohl, Schnee und Katalinas Landliebe-Griesbrei. Weil alles so weiß ist, male ich Löffel farbig an. Seltsame Geschichten male ich, von Pfeife rauchenden Frauen und ihren Geistertieren. „Solche Tiere gibt es gar nicht,“ sagt Katalina. „Doch.“ „Ich glaubs nicht.“ „Mir egal.“ „Ja soll ich jetzt gar nichts mehr sagen?“ „Mir auch egal.“ „Solche Tiere gibt es nicht.“ „Du kennst sie halt nicht.“ „Du auch nicht. Du malst sie nur so, weil du sie nicht anders malen kannst.“ „Doch,“ „Wer´s glaubt wird selig.“ „Du bringst mich dauernd draus.“ „Beim komische Tiere malen?“ „Beim wichtige Dinge tun.“ „Haaaahahahahaha…….“ Katalina … Blumenkohl bringt ein Gedicht weiterlesen

Ein Buch fliegt nach Riga

Gestern ist mein Buch fertig geworden, die letzte Seite. Jetzt wird es dann nach Riga fliegen zum Druck. Ich habe lange überlegt, ob ich es begleiten soll. Die letzten Texte waren die über die Samen und das Säen. Es hat Frühlingskraft und passt zum Neubeginn des Jahres. Die letzten Seiten haben die ganze Zeit gewartet, wie die Samen in der Erde. Am Perchtentag sind sie aufgegangen. Ich konnte dann alle Wörter und Bilder zusammentragen. So klingt es: Wortsamen Was sind meine Wortsamen in der Alltagssprache? Ich sage Wörter und lade die Kraft damit ein. Ein Same für die Begeisterung, ein … Ein Buch fliegt nach Riga weiterlesen

Luxus-Spezie

Katalina hat neue schwarze Mäuse bekommen. Wegen der Tierarztbesuche, der Spritzen und überhaupt. Sie kann Fett schlecht verstoffwechseln, ich muss sie spritzen und das Essen ist umgestellt. Das Essen ist das Dramatischste für sie. Ich frage mich, wie sich eine Spezies eigentlich den Luxus erlauben kann, so stur zu sein beim Essen. Wenn jemand vor vollen Kühlschränken verhungert, dann Katzen. Die Diät bringt neue Lebensgeister, wir werden den ganzen Tag animiert, bespielt und dennoch will der Zusammenhang zwischen neuen Essgewohnheiten und Wohlbefinden nicht hergestellt werden. Ich weiß, dass es keine Frage der Intelligenz, sondern der Sturheit ist. Jetzt haben beide … Luxus-Spezie weiterlesen

Zwischenbericht

Ich bin´s, Katalina. Ich habe sie gesehen, die Schattenmaske. Mein lieber Schieber. Am Schluss hängt sie irgendwo im Haus rum. Alles wollen wir ja nicht kultivieren, ich stopfe sie dann in den Ofen – falls sie sich nicht trennen will von ihr. Ein Zeug machen die immer. Hast du schon mal eine Katze gesehen, die sich Masken macht zur Selbsterkenntnis? Auch so macht sie das nicht. Ich geniesse den Nebel und das Feuer, die frische Leber und mein Kuschelfell. Einen vergnüglichen Tag wünsche ich dir. Zwischenbericht weiterlesen

Die Lust und die Tragik der freien Wahl

Heute muss ich wieder tun, was ich will. Ich sollte wissen, was ich will. So geht´s schon los. Ich suche also das Will. Im Moment habe ich nicht mal eine Ahnung wie es aussieht oder wie groß es ist. Wie soll ich da anfangen zu suchen? Wenn das Will winzig klein ist, dann kann es ja überall sein. Auf Rufen reagiert es nicht. Ich gehe im Haus rum, überlege, finde nichts. Kein Will für diesen Tag? Jetzt habe ich so einen schönen, freien Tag und finde kein Will, geschweige denn den nächsten Schritt eines Tuns. Das ist so blöd wie … Die Lust und die Tragik der freien Wahl weiterlesen

Mich treiben lassen am Nebelsonntag

Sonntagsdynamik. Nebel und Langsamkeit, keine Pläne. Durchs Dorf gehen, die wilden Katzen in der Scheune besuchen, sie füttern, ihnen sagen wie schön sie sind. Eine davon hätte ich gerne. Also eigentlich vier. Vermitteln kann ich sie nicht, weil sie sich nicht nehmen lassen. „Wenn ihr euch nehmen lasst, dann suche ich gute Plätze für euch,“ das sage ich ihnen jedesmal. Weiter zur Christa in die Dorfwirtschaft. Heute ist Flohmarkt, ich erwerbe zwei Jacken von Maria, alte gestickte Borten und eine Tischdecke von Gela. Ratschen mit vielen, Kaffee trinken, Brezen essen und mich dahintreiben lassen. Lilian, eine Ärztin-Heilerin aus Abchasien ist … Mich treiben lassen am Nebelsonntag weiterlesen

HerbstZeitLos

Tanz-heilige Feuer-Kunsttage im frauen museum wiesbaden klingen fein, bunt, lebendig nach. Beste Nahrung für die Wintertage. Jetzt beginnt meine Innenzeit, der langsame Rückzug Richtung Winter. Und weil ich mich nach einer intensiven Arbeitszeit auf das freie Land vor mir so freue, mache ich meist gleich To-Do-Listen und Herbstfeuerpläne. Alles, was ich jetzt machen will, ganz besondere Dinge, alles auf einmal am besten, ganz viel ganz heiliges Zeug, alles, was ich geschoben habe, all die Treffen, Kinofilme, Konzerte, Spaziergänge, alle Bilderideen umsetzen und ganz ganz viele Gewänder nähen, dichten und singen und auch meditieren, zu Amma fahren und zum Einkaufen und … HerbstZeitLos weiterlesen

Der, dessen Name man nicht sagen durfte

Zum Thema altersmilde werden. Ich zeige dir jetzt jemand, der meine Verfassung sehr durcheinander bringen konnte. Sein Name war lange tabu. Und weil ich ja an mir arbeite, wie du sicher auch an dir, kann ich ihn jetzt nennen. Georgie. Und sogar ein Bild zeige ich von ihm. Gut, ein bisschen habe ich rumgekrikselt und reingeschmiert. Er ist ein Rassekater, was uns Katzen ja komplett wurscht ist, und mein Nachbar. Durch mich durfte er viel lernen, zum Beispiel wie man sich zurücknimmt und anderen nicht auf die Nerven geht. Oder, dass man nicht in fremde Gärten spritzt. Ich spritzte noch … Der, dessen Name man nicht sagen durfte weiterlesen

Erleuchtungspfade

Ich – mit Selbstauslöser. Cambra ist in Wiesbaden – trägt was vor, tanzt ein bisschen und hängt abends wahrscheinlich mit Kim und Beatrixe in Spelunken rum. All das kratzt mich nicht, weil ich altersmilde werde, das ist schön. Es tut meinen Nerven gut. Der Weg zur Erleuchtung führt direkt über das Dösen in der Herbstsonne, entspanntes Atmen, wenn sich Gäste im Garten tümmeln wie Igel, Vögel oder andere Katzen und langes Schauen in den blauen Himmel. Ich muss auch nichts mehr werden, was ich nicht eh schon bin. Ein Blindenhund zum Beispiel, sie gefallen mir. Letzthin hat mal jemand gesagt, … Erleuchtungspfade weiterlesen