Von geweihten Katzen und Frauen, die auch auf eine Geweihung warten

Ich bin´s wieder, Katalina. Auftrag Nummer zwei. Ich schreib jetzt ganz was anderes, weil ich einen Traum hatte, der mich sehr beschäftigt. Also – ich weiß, dass ich eine geweihte Katze bin und kein Wolpertinger, wie jemand meinte. Und auf einmal im Traum sehe ich Cambra, sie malt sich an, murmelt vor sich hin, dass es doch was hätte, warum nur ich, es sähe auch schön aus und sehr sehr schamanisch und das würde ihr gefallen. Und dann geht sie zu einem Baum und pflückt ein Geweih runter und setzt es sich auf. Damit es dokumentiert ist, soll ich sofort … Von geweihten Katzen und Frauen, die auch auf eine Geweihung warten weiterlesen

Eine Option – nix tun

Hallo, ich bin´s, Katalina. Ich soll einen Artikel hochladen. Cambra ist auf der Schweibenalp. Das ist in einem anderen Land, das ich nicht kenne, Schweiz heißt es. Eigentlich ist mir egal, wo sie ist, nicht da jedenfalls. Ich bin leicht angepisst. Und weil ich das Blogadministrationskennwort habe, könnte ich jetzt reinen Katzentisch machen. Die letzten Krümel aus den hintersten Geheimnisschachteln auf den Tisch legen. Das überlege ich mir noch. Oder ich rede über mich. Ich bin ein Krafttier. Wir haben Fotos gemacht mit der Makrofunktion. Da sehe ich aus wie ein Stachelschwein. Deshalb mag ich keine Makroaufnahmen. Ich bin weitgereist, … Eine Option – nix tun weiterlesen

Sommerarbeit, vom Seminar zum Heu

Morgenseiten auf der Ostbank schreiben, Nachklang vom Seherinnenseminar. Auf der Wiese vor dem Haus wird Heu gemacht, Sommerduft, Gedanken sortieren, die Hitze des Tages kosten, die schon in der Luft liegt. Gespräche klingen nach. Ich habe einen ganz wichtigen Satz mitgenommen. Nie mehr arbeiten als die, um deren Prozess es geht. Begleiten, einen Schritt dahinter, wach dabei sein, anbieten, nichts pushen. Warten können, bis etwas reif ist. Akzeptieren, dass manches sich in diesem Leben nicht umsetzen wird. Anerkennen, dass ich die großen Bögen nicht kenne, nicht überschauen kann. Vertrauen, dass es dennoch stimmig ist. Drei Seherinnen mit ihrem Stab gemalt, … Sommerarbeit, vom Seminar zum Heu weiterlesen

Eine Schale voller Sommer

Zur wetterwilden Sonnwende habe ich heute morgen eine Schale voller Sommer gefüllt. Weit weg ist der Winter dieses Jahr, weil der Frühling schon vor so langer Zeit ins Land gezogen ist. Warme Sommerwinde wehen heute. Ein Tag für das Boot, den See, die Esel, das Feuer in der Nacht. Ich fülle eine Schale mit Rot, mit Sonne, Kirschen, Johannisbeeren, Klatschmohn. Schmetterlinge und Hollerkircherl, Kindheitserinnerungen an klebrige Puderzuckerfinger, barfuß über sandige Dorfwege schlendern, Eis essen, in die Wolken schauen, Zeit vergessen. Das ist Sommer für mich. Katzen und Pferde, die wilden Tiere, Fell, Haare, Sinnlichkeit, rubinroter Granatapfelsaft, Heuduft und Blumen im … Eine Schale voller Sommer weiterlesen

Ich bin schön und selbstbewusst

Sagt Katalina. Viele Tiere begleiten meinen Lebensweg. Welche, die bei uns gelebt haben, leben, Nachbarstiere, Wildtiere, Dorftiere. Mit vielen von ihnen bin ich befreundet. Das Bild, dass Tiere uns bedingungslos lieben, dass sie nichts fordern, für uns da sind und so weiter, das stimmt sowas von überhaupt nicht. Ich schreibe das heute, weil ich den Tanz auf meiner Nase nur blöd finde. Es ist genau andersrum, sie sind in Windeseile beleidigt, wenn nicht alles so läuft, wie sie es sich vorstellen. Sie sind klein und brauchen die ganze Couch, knatschen rum, wenn man sich dazulegen will. Ausser als Unterlage, so … Ich bin schön und selbstbewusst weiterlesen

Kunstprojekt und Schubladengeheimnisse

Ein neues Projekt. Genaues erzähle ich im Herbst, dann ist es gewachsen, gereift, hat den Sommer und die Wärme, den Regen und die warmen Winde mitbekommen und wird einen Namen bekommen. Ich brauche einen Tisch, einen mit einer Schublade und ganz bestimmtem Aussehen. Viele machen sich auf die Suche für mich, Sabine findet ihn schließlich in einem alten Stall. Und jetzt machen Katalina und ich Kunst draus. Abschleifen, befühlen, hin- und herschieben und bemalen. Wir lieben beide Schubladen. Sie bergen Geheimnisse, hüten längst Vergessenes. Wenn ich mich selber überraschen will, dann öffne ich Schubladen. Die Findung von schlafenden Wörtern auf … Kunstprojekt und Schubladengeheimnisse weiterlesen

Die Sinn-Falle

Seit ein paar Tagen kann ich eine meiner Fallen benennen. Die Sinn-Falle. Es ist eine komplizierte Falle, weil sie so edel, unantastbar bemäntelt daherkommt und ziemlich erfolgreich ist. Wenn ich meine Sinnkiste aufmache, dann merke ich, dass etwas in mir glaubt, dass mein Tun und Sein irgendwie immer sinnvoll sein muss. Je mehr, desto besser. Und, dass es doch nicht wirklich reichen kann, einfach nur Da zu sein. Katalina findet das zum Beispiel schon, sie ist da entspannter. Ich nehme die Fährte auf. Was, wenn es nicht um den Sinn geht, dann lande ich beim Blödsinn, beim Unsinn, dann macht … Die Sinn-Falle weiterlesen

Suppenmagie

Ich liebe Suppen und mache mir eine Frühlingssuppe mit Blumen und Kräutern, mit der ganzen Erneuerungskraft, mit Lebenskraft und bunter Vielfalt, mit Gelb und Sonnenschein und einer Grüngeschichte. Feuer und Wasser eingeladen, ein Lied reingesungen und mit dem Zauberstab umgerührt. Brotsuppe, Blumensuppe, Totensuppe, Wurzelsuppe, Steinsuppe, mir manchmal ein Süppchen eingebrockt, mein Süppchen ausgelöffelt, Glückssuppe, Weinsuppe, Hochzeitssuppe … Kraftspeise, Gemeinschaftsmahl. Es gibt die Morgensuppe für die HirtInnen im Frühling beim ersten Austrieb, die Trollsuppe zu Brigid für die wechselnden Dienstleute, Jahresfestsuppen, Kohlsuppen für die Hausgeister. Sogar eine Grenzsuppe gibt es, welche drei Amtleute verschiedener Bezirke aus einer Schüsselvertiefung im Stein mit … Suppenmagie weiterlesen

Frühlingsmüde Schlafzimmergedanken

Weil ich so frühlingsmüde bin, bin ich zur Zeit gerne im Schlafzimmer. Ins Zwielicht dösen, die Morgensonne wandern sehen, dem Vogelzwitschern lauschen, das mich als erstes weckt, mich von ihm wieder in den Schlaf singen lassen. Genussvolle Frühlingsmüdigkeit. Schlafzimmer, Schwellenraum zur Traumzeit. Im Bett liegen wie im Boot, das mich aufs Meer hinausträgt, in die Weite des Nagual. Vom Schlafzimmer aus die Traumpfade betreten. Der Ort, vom dem aus ich jeden Tag losreise in die Traumzeit. Wie gestalte ich diesen besonderen Raum, wie mein Boot? Gerne lasse ich mich von Lavendelduft auf der Reise begleiten oder lege Schafgarbe unters Kissen, … Frühlingsmüde Schlafzimmergedanken weiterlesen

Der Duft der letzten Tage

Schaffenstage voller Frühlingsduft. Kurz vor Lübeck noch in der Buchbindewerkstatt von Sabine meinen Blog in Leporelloform gebracht. Zählen, sortieren, kleben … Da stehen mir meine silbernen Haare zu Berge. Ich beobachte, wie die Hände lernen, be-greifen, ertasten. Routine lässt mich kurz mal g´schlampert werden. Mit den Händen werken hat etwas Altes, es ist wie in der Erde graben, es dehnt die Zeit und macht die Bilder vom Kopfkino unscharf. Katalina, sie spiegelt mir einen Teil in mir, der null Veränderung will. Immer alles am selben Platz, kein Verreisen, keine Abenteuer, kein Risiko. Die Katalina in mir heißt Weigerl. Sie findet … Der Duft der letzten Tage weiterlesen