Die Fährfrau und das Narrenschiff

Die Fährfrau und das Narrenschiff, auch sie kommen wieder, wie die Schrate. Vielleicht immer wieder oder immer mal wieder. Das Narrenschiff trägt ins Unbekannte. Es ist eine Fahrt ins Ungewisse. Die Gewässer sind unruhig, wir treiben in stürmischen Zeiten in einem schwer navigierbaren Gefährt durch kaum auslotbare Felder. Die Fährfrau kennt Leitsterne in diesen Gewässern, die vielleicht auf neuen, ungeahnten und passierbaren Routen hindurchleiten. Angst, dass die Ordnung zerfällt, kennt sie nicht. Die geweihte Fährfrau trägt mich hinein in die Nebel, hin zu uralten Geisterritualen, dorthin, wo widerstreitende Kräfte miteinander ringen und die MeisterInnen der Unordnung gefragt sind. Sie können sich in … Die Fährfrau und das Narrenschiff weiterlesen

Die Schrate kommen weiterhin

Überraschenderweise kommen weiterhin Schrättlis. Die Technik sei ihnen egal, sagen sie. Es bräuchte sie weiterhin, die MeisterInnen der verrückten Weisheit oder die verrückten MeisterInnen, so oder so ähnlich jedenfalls. Je mehr das Weltchaos Fahrt aufnimmt, desto mehr bräuchte es sie. Ich tue mir nicht leicht, die Energie unseres Planeten zu tanzen, die Veränderung heißt. Auch im höheren Alter nicht, nicht mal bei so ungefährlichen Aktionen wie Zeichnen. Sie sind nicht salonfähig und als Systemverstörende möchten sie mich und meinen Ausdruck befreien. Die entgrenzte Linie würde mir den Weg in neue Gebiete zeigen. Weiter geht´s, sagen sie, Kriksel, Skrizzel, minimalistisch befreiter Ausdruck. Minutenbilder machen, … Die Schrate kommen weiterhin weiterlesen

Alltagsgegenstände und die Geister

Sie umgeben mich, ich lebe mit ihnen, ich habe Beziehungen zu ihnen, verschiedenartige. Manche sind älter als hundert Jahre und deshalb schon Geister. Unter den japanischen Schraten, den Yokai gibt es ja die Tsukumogami, „Artefakt-Geister“, die zu ihrem hundertsten Geburtstag zum Leben erwachen. Es sind beseelte Alltagsgegenstände, die durch ihr langes Leben besondere Kräfte erworben haben. Ich lebe mit einem Hammergeist, einem Kochtopfgeist und noch anderen. Eine Teeschale ist auch dabei. Sie hat immer Träume von roten Bäumen und Kirschblütenfesten. Sowas färbt ab. Manchmal tanze ich mit ihnen im Garten. Mit meinen Haushaltswaren, Kleidungsstücken oder alten Regenschirmen. Es kräftigt unsere Verbindung und so wird … Alltagsgegenstände und die Geister weiterlesen

Me, I, Moi – skizziert

Mich selbst befühlen und skizzieren, zuerst blind, dann mit halbgeschlossenen Augen, zuletzt erst mit offenen Augen. Zuerst fühlend, Innenbilder hinwerfen, ohne Ergebnisse zu sehen und zu beurteilen. Ich schreibe in der Skizze nieder, was ich „sehe“, als Art schnelle Befühlungs-Prozessdokumentation. In einem großartigen Seminar an der Freien Kunst Akademie Augsburg haben wir diese Übung gemacht. Eine Hand hat den Körper ertastet, die andere hat das Erspürte gezeichnet. Das Blatt ist gerutscht, Linien haben sich seltsam überlagert, sind ins Abstrakte gewandert. In einer Skizze bin ich zum Tier geworden, gestaltgewandelt, dann wieder war ich eine Landschaft. Vom Schamanischen her kenne ich diese Technik, zur Diagnose. Entweder zeichnet die … Me, I, Moi – skizziert weiterlesen

Straßengeschichten

Sie liegen vor meiner – vielleicht roten – Nase. Fitzel, Fetzen, fragmentiert, bereit für Neuzusammensetzungen. Diese Was–Wenn–Geschichten. Die Clownin findet die Fitzel und die Geschichten. Die Rotnase ist für mich die Südkraft der großen Wesenheit Clownsnärrinschelminheyoka. Die Rotnase clownt und sie lockt mich ins Spielen. Staunend findet sie Fitzel und Überraschungen am Straßenrand. Ich erinnere mich an Kindertage – mich verlieren in der Zeit, ganz körperlich sein, verrückte Dinge tun um ihrer selbst willen, einfach, naiv, verzückt von meinen Einfällen, das Verkehrtherum erkunden, lachend Fehler machen … Die Rotnase erinnert mich an meine ursprünglichen Erfahrungen in der Welt. Jetzt kenne … Straßengeschichten weiterlesen

Stranger than Paradise

Eine meiner großen Inspirationsquellen ist nachwievor das Supermarkt-Stehcafé im Nachbardorf. Dort bekommt meine Fünfzehnprozentclownin wertvolle Spielimpulse. Und die Neunundvierzigprozentnärrin bekommt Narrare-Nahrung. Ich gehe gerne an Orte, an denen Ungeheuerliches geschehen könnte. Dort erahne ich die geheimen Geschichten und erzähle sie mir. Narrare (erzählen) – wir erinnern uns. Der Supermarkt mit dem Stehcafé ist so ein Ort. Da komme ich Vielem auf die Spur, auch sehr aufregenden, bisweilen gefährlichen Geschichten, was zu einem äußerst abenteuerlichen Leben führt. In jedem Regal liegen Geschichten. Sie stapeln sich. Es gibt Geschichten in den Ebenen dazwischen und welche, die sich aus all den Wörtern, dem Radio, den Etiketten und … Stranger than Paradise weiterlesen

Vom Tanz und der Schönheit

Auf der Reise ins Land der Närrin beginnt ein Tanz, der immer weiter hineinführt in ein Land jenseits von üblichen Schönheitsbildern. Es ist ein Tanz in eine immer größere Freiheit, ein Tanz, bei dem die engen Vorgaben, was schön ist, wie Körper auszusehen haben, wie sie sich bewegen sollen abgeschält werden. Es ist das Hineintanzen in ein größeres Zuhause. Alte Kriterien taugen nicht mehr, sie sind hinderlich auf dem Weg hin zu den vielen Jahresringen. Unsere Menschenkörper erzählen von all den Begegnungen, den Erfahrungen, den durchwanderten Feldern. So viele Male sind sie von den Jahreszeiten berührt worden. Da gibt es mehr zu erzählen und auszudrücken … Vom Tanz und der Schönheit weiterlesen

Die neuen Schratewesen ziehen ins Museum

Ich fahre vollbepackt nach Wiesbaden ins Museum, um die neuen Schratewesen in ihre Ausstellung zu begleiten. Sie sind aufgeregt und das Gesamtgefüge ist unruhig. Die narrische Kraft ist kaum zu bändigen und ein Auto voll davon ist viel. Wenn sie ins Museum gebracht sind, der Ausstellungsteil Nummer 2 eröffnet ist, am 20. September, und ich zurück in Bayern bin, dann nimmt die Närrinreise wieder Fahrt auf. Ich lade ganz herzlich ein zur Eröffnung, zum Ratsch, zum Beiwohnen – dem merkwürdigen Tanz zweier Frauen um zwölf Uhr bei der Eröffnung – zum Sekt, zum Treff mit der Fährfrau, der Maus und anderen. Auch die … Die neuen Schratewesen ziehen ins Museum weiterlesen

Fool Tours

Fool Tours ist eine Reisegesellschaft. Ich habe sie vor einigen Monaten heimlich gegründet. Heimlich, weil es manchmal das Behütete braucht, damit es wächst und groß genug ist, um rauszugehen und den Wettern standzuhalten. Fool Tours bietet Reisen an ins Land der Närrin. Es beginnt mit einem Buch, das aus der Reihe Fool Tours ist. Es wird entweder im alt gewordenen Sommer erscheinen oder im jungen Herbst. Die Schrate, transform, found, der Küchenfilm, die Bloggeschichten, sie alle finden sich ein. Spiel mit dem „S“, höre ich. F O O L   T O U R      und das S animiert … Fool Tours weiterlesen

Die Närrin erzählt

Woher kommt das Wort? Narrisch, Narr, Närrin? Ich suche die Herkunft. Wie sollte es anders sein – es ist ungeklärt. Ob es das spätlateinische nārio ist, die Nasenrümpfer, die Spötterin? Besser gefällt mir die Verbindung zu narrare (lat. erzählen). Diejenigen, die Geschichten erzählen, humorvoll, auf CoyoteNarrenCrazyWisdomTeacher-Weise. Sowas könnte es sein. Denn im Land der Närrin geht es darum, Geschichten entstehen oder sterben zu lassen, mit ihnen zu spielen, sie ein- und auszuatmen, sie zu vergrößern, damit man sie besser sehen kann. Es geht darum, Geschichten so zu heben, dass sie verstanden und angenommen werden können oder darum, sie zu verwandeln und lachend neue … Die Närrin erzählt weiterlesen