Die Feuer

Dieses Jahr vermisse ich meine Freude, in den Herbst zu gehen. Herbst und Winter brauchen die starken Feuer, die alte Glut, die Innenkraft und die fehlen mir. Eine immer kälter werdende Welt zehrt. So viel mit Substanz hat kein Gewicht mehr, ist so dünn, so zart. So viel zu essen gibt es gar nicht wie es bräuchte. Das Feuerholz ist rar, vor allem das gute, das die richtige Wärme bringt und das lange brennt. Wir werden an den weniger werdenden Feuerstellen zusammenkommen müssen, uns wärmen und berühren, Geschichten teilen, Pläne schmieden, miteinander ehrlich sein im Weinen und im Feiern. Von … Die Feuer weiterlesen

Pause

In all den Turbulenzen, dem Dichten, dem Vielen und Schnellen – eine PAUSE. Überall spüre ich eine große Erschöpfung. Alles ist zu viel und der Wunsch nach Reduzierung von Terminen und Herausforderungen taucht allerorten auf. Weniger, Ruhe, Innehalten … Über leere Dorfstraßen schlendern, den Katzen in der Sonne zusehen, das alte Lied der Sehnsucht nach Mußezeit singen. Dem Wasser zuhören, das bei jedem Ruderschlag an die Planken schlägt. Seltsames mit dem Finger in die Luft kritzeln. THE END OF … IT ist zu spüren. IT? Unser bisheriges Leben? Summertime? Das Funktionieren? Für alle was anderes? Jedenfalls spürbar das Ende von … Pause weiterlesen

Geschas – Geschichtenschachteln

Seltsamkeiten, Absonderliches und Verrückungen, die in kleinen Schachteln wohnen.Bilder von Tanten, der Groß- und der Urgroßmutter, Collagen, Zugefallenes, Worte und Wörter, Papierenes … träumend Wege abwandern, gruppieren, neue Zusammensetzungen erkunden. Ein roter Klecks, damit fängt es an. Dann die Flügel ausbreiten, träumen, fliegen und neue Planeten entdecken. Frei ist´s auf den weiten Höhen, ich will ziehen, ich will ziehen.In die Welt, ins wilde Land, durch die Risse, um zu finden, was ich hier so sehr vermisse. Mit leichtem Gepäck und klarer Handschrift unterwegs. Raum einnehmen. Scheinen. Geschas – Geschichtenschachteln weiterlesen

Auswandern

… werde ich nicht. Nicht, weil es nichts Besseres gäbe wie freie Gefilde, Demokratien oder bürokratisch oder wettertechnisch Angenehmeres. Das ist es nicht. Sondern weil es dort, wo es schwierig wird umso mehr gefragt ist, da zu sein und zu versuchen, für das zu gehen, was mir wichtig ist, wofür das Herzfeuer brennt. Den Platz einnehmen, der der ganz eigene ist. Ich gebe zu, ich habe schon ein recht ausgefeiltes Bild gehabt, wie freudvoll und erfüllend und beglückend es ist, meinen Platz einzunehmen und das zu geben, was speziell ich zu geben habe. Es stimmt auch teilweise. Teilweise, weil ich … Auswandern weiterlesen

Biblios

Bücher füllen – meine Biblios – mit wichtigen Erinnerungen, mit Landkarten, mit Wortschätzen, bedeutsamen Briefen, Sammelsurien … Die Biblios sind Teil des Lebenskoffers. Sie enthalten Essenzen und das, was kräftigt und Freude bereitet. Die Buchumschläge sind wie Mäntel. Es gibt sehr schöne, stabile, verzierte. Die neuen Inhalte bekommen Secondhand-Mäntel, das finden sie zeitgemäß und die Umhüllung ist dann auch einzigartig, wie bei Vintagekleidung. Ich finde sie dort, wo ich auch meine eigenen Gewänder aufstöbere, auf Flohmärkten oder in Scheunen. Vor längerer Zeit war ich nicht schnell genug, da sind mir die Geister zuvorgekommen und haben die ganzen leeren Buchhäuser besetzt. … Biblios weiterlesen

Der Tanz dieser Zeit

Das vielschichtige Unterwegssein in dieser Zeit. All die Tänze, die Bewegtheiten, die Gedanken dazu. Angerührt sein, Kräfte sammeln, stark sein, fallen, aufstehen … Tänze von Zartheit, von Widerstand, von Loslassen und neu Sortieren. Und es geht weiter. Die Hoffnung war da, dass ein lebensdienlicher Wandel näher ist. Weit gefehlt, nahtlos gehen die umwälzenden Tänze im Weltgeschehen weiter. Die Tänzerin tanzt so viel Paradoxes, sie übt sich drin. Die tanzende Forscherin sagt: “Entweder hat alles einen Sinn oder nichts.“ Also loslassen, laufenlassen, aus allen Ebenen Kraft holen und das ungewisse Ende des Wahnsinns anerkennen, irgendwie so. Ich halte mich mit der … Der Tanz dieser Zeit weiterlesen

alles geklärt

Wenn die Stimmung gereizt ist und die Gesamtsituation am Anschlag, dann hole ich gerne unsere Klärungstafel raus. Jeder Tag wird wem zugeordnet und die Person oder die Katze sind dann schuld, wenn es ihr Tag ist. An allem. Ich habe was beim Einkauf vergessen und Elsa ist schuld. Es ist ihr Tag. Oder Lucy pieselt neben das Katzenklo und ich übernehme. Je mehr wir den Kreis erweitern von denen, die mitmachen, umso leichter wird es für alle. Dann ist mal die Wirtin wetterschuldig oder es entschuldigt sich wer und jemand sagt, „nein nein, ich war’s. Ich habe heute Kapazitäten, ich … alles geklärt weiterlesen

Geflickt

Flicken – ich werde Gewebe, das zerschlissen ist, sichtbar flicken. In anderer Farbe, großzügig und mich im Unvollkommenen und Vergänglichen zeigen. Die alten Kittelschürzen, die ich geschenkt bekommen habe, sind alle geflickt und darin ist eine große Schönheit. Die Zerbrechlichkeit von textilem Material ebenso wie die Risse vom Gewebe der Gesellschaften wollen gewusst und gesehen sein. Kein Verschleiern, kein möglichst perfektes Überdecken von Löchern, Wunden oder Narben. Mein geflicktes, lange getragenes, geschichtenvolles Gewand ist intimer als perfektes, neu erworbenes. Es braucht ganz individuelle Lösungen für jedes Loch und so wird es immer mehr eine Persönlichkeit mit mehr Ausdruckskraft, ein kostbares … Geflickt weiterlesen

Im Auge des Sturms

Im Weltgeschehenswirrwarr, im Wirbelsturm, in der Unruhe – verwurschtelt, verknotet, verstrickt. Was tun? Und wohin, wenn so viele Stürme über die Erde fegen? Zeichnend begebe ich mich ins Auge des Orkans. Dort müsste es ruhig sein, wenn ich es wage hineinzugehen, wenn ich diesen Ort in mir finde. Zuerst die Figur setzen, dann die Qualität all der unsteten Kräfte erzeichnen. Im Zeichnen erspüre ich etwas davon, die Unruhe, das Gezacke, die Wut, die Emotionen, die sich zusammenbrauen. Im Auge des Sturms findet mein wilder Aktionismus ein Ende. Dort ist es ruhig. Und wolkenfrei. Die Vernebelung im Hirn verschwindet. Das Auge ist … Im Auge des Sturms weiterlesen