Geschichten am Feuer

Die Feuer, die Menschen, mit denen ich an den Feuern zusammensitze, sie sind so kostbar. An den Feuern relativiert sich manches, wird gespiegelt, schaukelt sich in eine andere Leichtigkeit und eine andere Tiefe. Die Geschichten wollen ans Feuer, so wie die Lieder, das miteinander Schweigen können, das Lachen. Am Feuer werden die Geschichten gesehen, gewürdigt, genährt, manchmal gewandelt. Sie werden bezeugt. Geschichten teilen, wissen, dass meine Geschichte eine des großen Gewebes ist. Seit einigen Jahren sitze ich mit Xenia, Geseko, Inga, Tobias und Sabine im Council. Wir begleiten einander auf den großen Nomadenzügen unseres Lebens und wir spiegeln einander die … Geschichten am Feuer weiterlesen

Frühlingswind

Frühling lässt mich einen neuen Ort aufsuchen, Freiburg, Herzenskriegerin, Lesung. Ich scanne die kommende Zeit ab auf meinem Weg dorthin. Lese Ortsschilder, schaue auf Tierbegegnungen, in die Wolken … Weinberge – Grünkraut-Gullen-Knollengraben-Hotterloch … bin ich im Land der Weinzwerge? Vertrau keinem Plakat, informier dich. Wahlkamp- und Werbeplakate kann ich kaum auseinanderhalten. Ich meine, eines ist von der SPD, merke, dass es der Mediamarkt ist. CDU-Plakate verwechsle ich mit einer Versicherungswerbung. Hirschsprung-Falkensteig-Himmelriich … ah, frische Winde kommen da auf, während ich in die Ravennaschlucht fahre. Freiburg ist so bezaubernd wie alle sagen und ich finde ein altes, gehütetes Feuer vor, an dem … Frühlingswind weiterlesen

Stelen, Gold und östliche Sonne

Worte werden weniger, es entsteht eine Bilderstrecke. Wenn mir die Worte fehlen, sprechen die Bilder. Frühling – Erneuerung – die alten Stelen aus Spanien streichen – abgeblätterte Farbe – viele Winter, die ihre Spuren hinterlassen haben – Gedanken legen sich neben Krokusse – wollen schlafen im Frühlingswind – Rot angemischt – der rote Ball der östlichen Sonne schmerzhaft nah – mein Mikrokosmos – mein Platz in dieser Welt – meine Verantwortung – prüfen – malen – ordnen – Katze und Bienen Uranus, Kraft der Befreiung – wird es so sein? – Fragen manches will ich mir als Frage bewahren – … Stelen, Gold und östliche Sonne weiterlesen

Werkprozess III – mit den Udagan-Frauen

Vortragsthema Gemeinschaft. Was gehört zu tragenden, heilen Gemeinschaften? Was können wir von den First Nations dazu lernen? Wie ist es umzusetzen? Indem ich zum Beispiel mein Riesenbild zu den Frauen trage, wir gemeinsam überlegen, wie sich der Vortrag choreographiert und wir anfangen uns auf dem Stoff zu bewegen. Christine, Monika, Ursula – tanzen, bewegen, befühlen, was die Bilder erzählen, was in den Kreisen für Medizin ist. Die Frauen begegnen sich, besingen das Bild in einer langen Nacht. Reisen, Geschichten, Gespinste, Verwebtes – der Duft von kraftvoller Gemeinschaft. Meine professionellen Ritual-Performance-Freundinnen, mit denen ich so viel lachen kann, so viel Tiefe … Werkprozess III – mit den Udagan-Frauen weiterlesen

Lichtmess und Brigid

Heute zu Brigid erinnere ich mich an die vielen Frauenfeste, die klirrende Kälte, den Schnee, wie dennoch einige in den Lech gestiegen sind, die Kerzen und weißen Speisen, die weißen Gewänder. So viele Male schon gefeiert, durchs Lichttor was auf den Weg gesetzt. Brigid am 1. Februar ist das ältere Fest, sie hatte die Pole-Position bei unseren Ahnen vor Maria am 2. Februar und dem christianisierten Lichtmess. Es ist das Ende der Spinnzeit, der Winterzeit. Die Spinnstuben feierten mancherorts ihr höchstes Fest. Die Pferde bekamen das Mittwinterbrot, die Dienstboten wechselten ihre Stellen oder blieben und wurden ausbezahlt. Verbindlichkeiten erneuern oder … Lichtmess und Brigid weiterlesen

Morgenzeiten

Mein Alltägliches beginnt morgens. Genauso wie auch mein Besonderes morgens beginnen könnte. Den Anfang meines Tages heiligen. Mit meinen StudentInnen habe ich einmal ein Projekt gemacht „Ein scheinbar ganz normaler Tag“. Sie haben den Tag dokumentiert, fotografiert, beobachtet, angefangen Rituale zu kreieren, Verrücktheiten einzubauen, etwas andersherum zu machen, den Fokus auf Neues gerichtet wie die Tiere, die mir begegnen, den scheinbar normalen Tag rückwärts gegangen-gedacht und vieles mehr. Und so wurden aus den normalen Tagen durch veränderte Sicht und ihre Umsetzungen ziemlich aussergewöhnliche Alltage. Morgens mache ich den Tag zu meinem Tag, da verbinde ich mich mit meiner Magie, manchmal … Morgenzeiten weiterlesen

Herdstelle und Küchenzauber

Die Feuerstelle im Haus, wichtigster Ort, Ahnenplatz, Hausschlangenkult, Transformationsplatz. Es war der heiligste Ort. Das Zentrum des Hauses, der Jurten, Ails und Tipis. Dort kamen die Menschen zusammen, zum Geschichten erzählen, um Verträge zu schließen, um Gäste willkommen zu heißen, um sich zu wärmen oder um schamanisch zu arbeiten. Und heute? Hier, in meinem Haus? Könnte ich mein Herdfeuer wieder heiligen. Ein Feuerbild hinten hingeklebt erinnert mich daran, was für ein Ort es ist, bindet den Elektroherd an das mächtige Feld all der Feuer in der Steppenweite, der Taiga, an all die Nomadenfeuer und an die Feuer meiner Großmütter an. … Herdstelle und Küchenzauber weiterlesen

Mein Dorf – Alltagserforschung

Mein Blog fordert mich heraus, unerwarteterweise. Ich suche meine Form, in jeder Hinsicht. Die Findung lässt warten.  Also spiele ich ein bisschen. Besonders poetisch lässt mich der Blog nicht sein und politisch fände ich irgendwie blöd bei den vielen guten Politblogs. Was dann? Und da lande ich beim Alltag. Vielleicht versuche ich mich als Alltagserforscherin, das würde zu dem passen, womit ich mich seit einiger Zeit beschäftige – Schamaninnen, Hausfrauen und andere merkwürdige Wesenheiten. Alltag erforschen. Wie bringe ich Zauber in meinen Alltag, wie bleibe ich mit meiner Magie verbunden? Wie mache ich die festen Grenzen zwischen Heiligem und scheinbar … Mein Dorf – Alltagserforschung weiterlesen

Jahresbeginn, Katze und Kracher

Diesmal war es ihr zu viel. Katalina hat mich geholt, um die Kracher draussen abzustellen und zum Kuscheln, weil es so eine Zumutung war für sie. Wenn ein heftiger Sturm ist oder in der Silvesternacht flüchten manche Vögel in den Speicher, fliegen durch die Fledermausöffnungen. Auch das hat sie mir am Morgen gezeigt, dass Vögeln da sind, die wir rauslassen müssen. Sie ist gut gelaunt morgens, weil sie die Nacht an und auf mir verbracht hat und die große Decke für sich hatte. Sie schaut den Kindern zu, lässt sich warme Brezen bringen, erzählt von ihrer Nacht. Katalina hat was … Jahresbeginn, Katze und Kracher weiterlesen

Rauhnachts-Blues und Silvestermuffeligkeit

Silvesterfeste mag ich nicht. Das war schon immer so. Es ist nicht so ganz salonfähig, mittlerweile haben sich aber alle daran gewöhnt und ich kann es kultivieren. Das erleichtert die Sache ungemein. An Silvester ist mir nicht nach groß feiern. Ich lausche nämlich meist dem Rauhnachts-Blues und mag die Stille. Ich stoße gerne auf mich und das Leben an und alle, die mit mir Wege geteilt haben. Wenn du heute so einen feinen Plim-Ton hörst, den du nicht recht zuordnen kannst, dann war ich das. Auf die kommenden Wegkreuzungen. Rauhnachts-Blues und Silvestermuffeligkeit weiterlesen