Maskenfrauen – Gemeinschaft

Mit den Maskenfrauen sitze ich an einem Forscherinnenfeuer. Wir erkunden für uns alle neue Länder, zum einen das der Masken, zum anderen das derjenigen, die in gleicher Wertigkeit neben den anderen in der Gemeinschaft ist. Jede kennt es, Seminarleiterin zu sein oder Teilnehmerin – in unserer Maskenzeit sind wir beides und das ist neu. Jede hütet die Struktur, jede leitet mit allen anderen und jede geht in ihren Prozess. All-leader. Das ist die Qualität des Nordens. Theoretisch ist es klar, ich erzähle viel in den Seminaren darüber, wir schreiben, lehren, lesen darüber und dann soll es gelebt werden. Walk your … Maskenfrauen – Gemeinschaft weiterlesen

Spuren im Schnee

Langlaufen – ich ziehe meine Spuren im Schnee, fahre über Felder, durch den Wald, kreuze Straßen, begegne verschiedenen Wesen, fahre manchmal morgens, dann in der Mittagssonne oder ins Zwielicht und die Nacht hinein. Und dabei lese ich die Spuren. Es ist wie eine große Landkarte. Ich treffe auf alte Spuren von mir, geniesse es zuweilen, auf bereiteten Wegen zu fahren, dann wieder will ich die ausgetretenen Pfade verlassen und neues Land betreten. Es ist anstrengender und es hat den Reiz des Unbekannten. Dann trägt mich Neugier. Einmal habe ich mich verirrt und immer war es bereichernd. Die bekannten Spuren sind … Spuren im Schnee weiterlesen

Rauhnachtswege

Das H von Rauhnacht behalte ich, weil das Rau-nacht den Sinn verschwinden lässt. Alles darf langsam sein. Von der Haustüre weg mit den Skier über die Felder fahren, durch den Wald. Es gibt noch keine Spuren, ausser die der Tiere. Ich ziehe meine eigenen Spuren, neue, im Schnee. Sitze bei einer alten Hollerin, lasse mich einschneien, horche auf den Wind. Wenn ich einschlafe, werde ich ganz sanft sterben. Ich erinnere mich an eine Filmszene von Kurosawa, als die Tödin kam, mit den Schneeflocken tanzte, bunte Bänder im Zeitlupentempo im Wind wehten. So stirbt es sich im Schnee, dachte ich. Zeit … Rauhnachtswege weiterlesen

Rauhnächte

Die geheimnisvollen Rauhnächte kommen. Die Zeit zwischen den Jahren, die Zwölfer, die Zeit der Percht und ihrer wilden Jagd. Seit einigen Jahren finde ich die Rauhnachtszeit schwierig, anstrengend, endlos lang. Letztes Jahr wollte ich dem auf die Spur gehen. Traditionell ist es eine Auszeit, eine Zeit, in der keine Wäsche gewaschen, nicht mehr gesponnen und keine Alltagsarbeit verrichtet werden soll. Ich liebe eigentlich Auszeiten und dennoch knarzt es in den Rauhnächten, es fühlt sich nicht greifbar und sperrig an. Ich bin froh, wenn sie vorbei ist. Das allerdings erst seit ein paar Jahren. Ich bin darauf gekommen, dass das „Wäschewaschen“ für alles … Rauhnächte weiterlesen

Korea – Schamaninhaus

Die Jahresnachlese beginnt für mich. Dazu gehört die Reise nach Korea, die Zeit im Schamaninhaus von Kim Keum Hwa. Nach den Maoriheilerinnen waren die koreanischen Schamaninnen (Mudang) welche, die ich in gemeinschaftlichen Heilzeremonien erlebt habe. Das hat eine alte Sehnsucht, eine Erinnerung gebracht. Und es war Inspiration, mit den Frauen an meinen Feuern zusammen noch mehr und tiefer Ritualperformances zu konzipieren und umzusetzen. Im Schamaninhaus habe ich getanzt, getrommelt, die Fülle genossen, das kraftvolle Selbstverständnis der Mudangs eingeatmet, Heilrituale bezeugt, mich forttragen lassen von den stundenlangen Gesängen, der Flöte, den Trommelrhythmen. Die Bilder sind von Susanne Bayer, wunderbare Reisegefährtin und … Korea – Schamaninhaus weiterlesen

Die neue Maske

Während der Maskenzeit ist eine Tiermaske entstanden – Hirschmädchen, Rehfrau, eine, die sich wandelt. Manchmal sieht sie aus wie eine Wölfin, dann wie ein Büffel, vor allem im Schattenbild, Füchsin … sie zeichnet sich aus durch das leicht Flüchtige, Geisterhafte, Wandelhafte. Ihre Medizin – sie ist unterwegs auf Geisterpfaden, sie folgt ihren Routen, wie die Zugvögel, wie eine Nomadin, sie scheint dabei auf besonderen Wegen zu gehen, den Dreamlines, Drachenlinien, den alten Rentierrouten, Leylines, Geisterwegen. Es passt zu meiner Entscheidung, im kommenden Jahr sowas wie ein Sabbatical zu machen. Seminare, Lesungen werde ich machen, etwas weniger als sonst und mich … Die neue Maske weiterlesen

Maskenzeit

Seit einigen Jahren treffe ich mich einmal im Jahr mit Frauen zur Maskenzeit. Heute Abend sitzen wir wieder am Feuer, mit allen alten Masken, erzählen von ihnen, von uns, vom Jahr. Eine neue Maske wird in die Nacht hinein entstehen. Vorher gehen wir an den Küstensaum und warten darauf, dass jemand mit einem Boot aus den Weiten des Nagual kommt, übers Meer gefahren und uns die neue Maske bringt, vielleicht schon etwas von ihrer Medizin erahnen lässt. Aus Ton wird sie gebaut, blind, begleitet von Trommelfrauen. Dieses Mal gab es keine Träume, keine Bilder im Vorfeld. Freies, leeres Feld. Es … Maskenzeit weiterlesen