Die schwierigen Unheiligpassagen

Am Arkunafeuer im Heilehaus mit den Frauen die schamanische Kraft im Alltag erforscht. Diesmal habe ich sehr genau hingespürt an die Übergänge, wieviel Aufmerksamkeit gerade die Zeit in transition braucht. Dann, wenn wir aufstehen und uns umziehen, aufs Klo gehen, aufräumen, wenn die Pause ist, der Tisch gedeckt wird, wenn die scheinbar banaleren Passagen kommen. Vielleicht sind sie die wirklichen Test- und Lehrpassagen. Da kann ich erproben, ob ich in meiner Kraft, Aufmerksamkeit, Lust und im wachen Forscherinnengeist bin, ob ich in meiner Magie bleibe, ob ich schnell unruhig werde beim Packen, in Eile komme, ob ich meine Erkenntnisse, meine … Die schwierigen Unheiligpassagen weiterlesen

Sommermomente

Jetzt habe ich schon vom Winter geschrieben – der Winter, der keiner war. Das will ich vom Sommer nicht auch schreiben und doch ist es ein ziemliches Wetterwirrwarr. Dicke Jacken, Regensach und eine Halsentzündung – die allerdings kommt wohl vom Shisharauchen -, dann Hitze, Gewitter, frostige Winde. Ich koste die Sommermomente aus, pflücke jeden Moment, atme jeden Sommerduft tief ein, essen Blumen und trinke Sonnenstrahlen. So fühlt sich der Sommer gleich nach viel mehr an. Eigentlich sind wir ja noch gar nicht im Sommer. Auch egal, ich fange am besten früh an. Durch Blumenkucheneinverleibungen werde ich nicht zarter, es kann … Sommermomente weiterlesen

Was ist meine Medizin?

Was bin ich und was nicht, was gehört zu mir, was nicht. Vielleicht ist das eine Qualität des Alters, genau das immer besser zu wissen und verfeinert zu haben. Und auch, nichts sein zu müssen, was ich nicht bin. Eine kleine Geschichte gehört dazu. Moritz, mein Katerfreund von der Löwen-Christa, der Dorfwirtin, braucht gerade medizinische Unterstützung. Der Tierarzt hat uns zehn Spritzen in die Hand gedrückt, erklärt wie es geht und gemeint, wir seien doch recht g´standene Frauen, das bekämen wir hin. Tief durchatmen, meinen Mut zusammennehmen und mit der Christa zusammen die Spritzenkur machen. Ich bin stolz auf mich, … Was ist meine Medizin? weiterlesen

Ich gebe frei

Nachdenklich – Thema Nähe und Distanz. Es schiebt sich gerade dieses Thema öfter rein. Viele mir nahe Menschen leben weiter weg. Wir teilen den Alltag nicht miteinander und können uns auch nicht mal schnell zum Tee oder Ratsch oder Spaziergang abholen und die gekochten Speisen miteinander teilen, weil die Distanz zu groß ist. So gibt es punktuell große Nähe, Intensität und dann wieder ein Eintauchen in unterschiedliche Alltage. Ein Paradox unserer Gesellschaft. Wie damit gut umgehen? Mit meiner uralten Freundin Monika habe ich das Thema befühlt, hin- und hergedreht, Muster herausgeschält und wir haben etwas gefunden, das es uns leichter … Ich gebe frei weiterlesen

Langsames Ankommen

Über den Wolken – die Zeit, in der ich das loslasse, was nicht zu mir gehört. Die Zeit zwischen den Ländern, Transition. Obwohl die Istanbulreise gar nicht so lange war, habe ich ihr eine ebenso lange Nachklangzeit gegeben wie die Reise selbst. Das Integrieren all der Eindrücke und Geschichten in meinen Alltag. Sie kommen in den Träumen, dann wieder höre ich auf einmal die Bazargeräusche und rieche den Duft der Shisha-Cafés. Weil ich Nachklangzeit habe, darf es sich entfalten und kommt ganz mit hierher. Eine der letzten Istanbulgeschichten war eine ganz seltsame. Ein Fotoshooting am Fischmarkt, die vielen Möwen und … Langsames Ankommen weiterlesen

Istanbul und die Geschichte

Auf dem Bosporus zum Schwarzen Meer. Die Katzen haben mir berichtet, wie das damals war, als Sultan Mehmet II 1430 Konstantinopel eingenommen hat. Es lag an ihnen, sie haben sich die Aufzeichnungen beider Religionen durchgelesen in Bezug auf Tiere, insbesondere Katzen und dann die Tore geöffnet. Sie fahren gut damit, nachwievor. Die Zahl drei begleitet die Wege durch Istanbul. Viele Gedanken zum Thema Gewand – der Würde, der Aussage, der Kraft von Gewand. Das gäbe ein spannendes Buch. Ich bekomme Lust auf Anatolien, weiter in den Irak und zum Hindukusch. Erstmal geht es morgen zurück. Istanbul und die Geschichte weiterlesen

Katzenstadt Istanbul

Erstaunlich anders ist es schon, wenn in einem Land kein oder kaum Alkohol getrunken wird. Das gefiele mir – klarer, entspannter ist es. Ayran ist mein Lieblingsgetränk. Konsta, die Katze aus der Hagia Sophia, hat mir geflüstert, dass es den Katzen hier ganz gut geht, weil Mohammed für die Tiere gegangen ist, dafür, dass sie gut behandelt werden, versorgt, geehrt. Seine Lieblingskatze hieß Muezza. So erklärt sich manches hier. Ich recherchiere und finde detaillierte Anweisungen im Islam, dass und wie die Tiere geachtet werden sollen und wie man gut mit ihnen lebt. Ich lerne. Istanbul ist eine Katzenstadt. Wie viele … Katzenstadt Istanbul weiterlesen

Istanbul-Erkundung

Neue Länder oder Orte erkunden kann ja auf sehr unterschiedliche Weise geschehen. Ich lasse mir gerne von den Tieren etwas über ihre Stadt erzählen. In Istanbul sind es die Nebelkrähen und die Katzen. Die wilden Katzen werden geduldet, gelassen, teils gut versorgt. Die nicht wilden sind sehr selbstbewusst. Die Nebelkrähen kommen nah und erzählen. Die Menschen finde ich ganz wach und aufmerksam, so, dass es sofort auffällt. Das gefällt mir sehr, es schärft meine Sinne, weil ich in einem so hellwachen Feld bin. Das Feld erlebe ich als offen, aufgerichtet, pulsierend, kommunikativ, interessiert. Manchmal meine ich, akustische Halluzinationen zu haben, … Istanbul-Erkundung weiterlesen

Istanbul-Impressionen

Am Gewürzmarkt – Menschen beobachten – in uralten Shishacafes sitzen und Freundschaft mit einer Katze in der Hagia Sophia schliessen. Sie ist der Superstar, ich glaube, sie heißt Konsta. Sie sagt, sie sei eine direkte Nachfahrin der Lieblingskatze von Kaiser Konstantin. Ihre Ahnen waren im osmanischen Reich enorm wichtig. Konsta sitzt mittendrin und lässt sich von Besucherströmen fotografieren. Sie setzt sich auf meinen Schoß und erläutert mir die Geschichte. Die Katzen im Tempel, das kenne ich doch. Ich habe Konsta versprochen, was über sie im Blog zu schreiben. Istanbul-Impressionen weiterlesen

Reisezeit

Vom Herzberg aus die Berge gegrüßt, tiefe, schamanische Tage mit Susann Belz und vielen Frauen. Ich schaue Susann gerne zu und lerne von ihr, wie eine als Reisende immer präsent ist, immer ganz da, wo sie gerade ist, egal, von welchen bewegenden Feuern sie kommt oder an welch aufregende Orte es sie demnächst trägt. Den Moment ganz leben, ganz einnehmen. Dann gibt es nichts, als das eine Feuer, an dem eine gerade ist. Zur Zeit passiert Interessantes mit der Technik. Ich sitze in Funklöchern, kann nicht mailen, empfange nichts und musste meinen Rechner plattmachen. Das beschert mir Pausen, Technikauszeiten, wie … Reisezeit weiterlesen