Körpermalerei an einem Maientag

Freundinnentreffen mit Anke. Zwei Frauen sitzen miteinander am Frühstückstisch. Wir könnten uns bemalen, sagen sie. Das passiert so, wenn sie zusammen sind. Es braucht manchmal nur einen Maientag, eine rote Couch, Maibaumgespräche und Farben. Sie bemalen sich und leben in den Tag rein. Pinselstriche auf der Haut, Musik und Rasenmäher, Wind und Sonne, Farbenklang. An der Ammer gestellte Steine und versteinerte Echsen finden die Frauen, sie lachen viel und bekränzen sich. Wie leicht es ist, am Fluss zu sitzen und zu verweilen. Zeit verstreichen lassen, das Miteinander genießen. Leben lieben.                Dieses Jahr ist … Körpermalerei an einem Maientag weiterlesen

Suppenmagie

Ich liebe Suppen und mache mir eine Frühlingssuppe mit Blumen und Kräutern, mit der ganzen Erneuerungskraft, mit Lebenskraft und bunter Vielfalt, mit Gelb und Sonnenschein und einer Grüngeschichte. Feuer und Wasser eingeladen, ein Lied reingesungen und mit dem Zauberstab umgerührt. Brotsuppe, Blumensuppe, Totensuppe, Wurzelsuppe, Steinsuppe, mir manchmal ein Süppchen eingebrockt, mein Süppchen ausgelöffelt, Glückssuppe, Weinsuppe, Hochzeitssuppe … Kraftspeise, Gemeinschaftsmahl. Es gibt die Morgensuppe für die HirtInnen im Frühling beim ersten Austrieb, die Trollsuppe zu Brigid für die wechselnden Dienstleute, Jahresfestsuppen, Kohlsuppen für die Hausgeister. Sogar eine Grenzsuppe gibt es, welche drei Amtleute verschiedener Bezirke aus einer Schüsselvertiefung im Stein mit … Suppenmagie weiterlesen

Frühlingsmüde Schlafzimmergedanken

Weil ich so frühlingsmüde bin, bin ich zur Zeit gerne im Schlafzimmer. Ins Zwielicht dösen, die Morgensonne wandern sehen, dem Vogelzwitschern lauschen, das mich als erstes weckt, mich von ihm wieder in den Schlaf singen lassen. Genussvolle Frühlingsmüdigkeit. Schlafzimmer, Schwellenraum zur Traumzeit. Im Bett liegen wie im Boot, das mich aufs Meer hinausträgt, in die Weite des Nagual. Vom Schlafzimmer aus die Traumpfade betreten. Der Ort, vom dem aus ich jeden Tag losreise in die Traumzeit. Wie gestalte ich diesen besonderen Raum, wie mein Boot? Gerne lasse ich mich von Lavendelduft auf der Reise begleiten oder lege Schafgarbe unters Kissen, … Frühlingsmüde Schlafzimmergedanken weiterlesen

Sinnengeweitetes und Grünfindung

Mit grünen Siebenmeilenstiefeln und Reinigungsbegleitung ziehe ich durch Frühlingsland, schaue auf meine Wege, halte meine Nase in die Luft und folge dem Ostwind. Wenn meine Gedanken zu sehr kreisen, blende ich die Lieder der Vögel völlig aus. Ich werde das Lied, wenn ich einfach nur da bin. Es ist meine Aufmerksamkeit, meine Wachheit und Offenheit, welche meine Schritte lebendig werden lassen. Dann grünt es auf meinem Weg. So ist es, wenn ich über die Wiesen laufe, mit Eseln, Pferden, Hund und den Frauen die Wälder durchstreife und den Tiere zuschaue, wie sie ins Abendlicht hinein über die Weide galoppieren. Dann … Sinnengeweitetes und Grünfindung weiterlesen

Dämonenfüttern oder der Kampf gegen die Dämonen

Ich freue mich nicht, wenn jemand liquidiert wird und ich finde es ungeheuerlich, wenn Staatsoberhäupter, die angeblich für Rechtsstaatlichkeit, Demokratie etc. gehen, sich hinstellen und zum einen jemand liquidieren, wie Bin Laden, oder das freudig begrüßen. Kampfrhetorik, sich in genau das Feld begeben, das man angeblich vernichten möchte, das nähren, was man auslöschen will. Keine Gerichtsverhandlung, Mord, Fanatismus, ins Meer kippen, was ich loswerden will und so weiter. Warum gibt es keine Grundkurse im Rollentausch für PolitikerInnen? Oder im Dämonenfüttern? Für was gehe ich denn? Was habe ich denn anzubieten an anderem, welche Sprache spreche ich? Die Dämonen nähren sich … Dämonenfüttern oder der Kampf gegen die Dämonen weiterlesen

Masken, Walpurgis und Maibaum

Walpurgische Klänge und Feuergesänge, Regennacht am See, Wolfsrudel dabei, vom Feuer getrocknet werden und in den Sternenhimmel gelacht miteinander. Mit Christine und Ulla Walpurgis gefeiert nach einem langem Maskentag. Die Geschichten der Masken kommen mit ans Feuer, sie erzählen etwas von der Clanmutter, der Gelassenen, dem Reh oder der Tödin. Wir haben die Länder unserer letzten Maske bereist. Es sind Medizinmasken und wir ergründen, wie diese Medizin ergänzt und vertieft werden kann oder welche neue Spur sich auftut. Wieder die Frage, was es macht, so kurz vor Neumondin rituell zu arbeiten, ob es nicht doch hilfreicher ist und alles klarer gesehen … Masken, Walpurgis und Maibaum weiterlesen

An den Trennlinien entlang gehen

Das mit den Trennlinien, den Abgrenzungen spinne ich weiter in Gesprächen, im Council, mit Xenia, Ulla, Sirilya. Erforschungen. Im Moment schreite ich Trennlinien ab, will Trennendes erkennen, entlarven, überwinden. Viele Frage wie das gehen kann. Manchmal steige ich auf einen Stuhl, um den Überblick zu bekommen. Angefangen habe ich mit dem Grenzenauflösen bei Alltag und Spiritualität, bei dem Begreifen, dass meine alltägliche Wirklichkeit und die nichtalltägliche Wirklichkeit sich durchdringen, dass sie zusammen die Gesamtwirklichkeit ausmachen. Es geht weiter. Ich beginne, Wildnis einzuladen, sie zu zeigen und ich merke, dass es berührbar und verletzlich macht auf einer Ebene. Die festen Grenzen … An den Trennlinien entlang gehen weiterlesen

Brotzeit machen

In meiner Familie habe ich gelernt, wie wichtig es ist, dass man gut miteinander Brotzeit machen kann. Und wie wichtig es für eine Gemeinschaft ist, dass alle miteinander am Tisch sitzen, sich austauschen, feiern, füreinander das Brot brechen, Essen hin- und herreichen, sich Tee einschenken. Dabei haben wir erzählt, was uns gerade bewegt. Die Brotzeitzeiten waren immer gute Zeiten und noch heute ist es mir wichtig, dass ich mit anderen gut Brotzeit machen kann. Den Arbeitstag auflockern, in die Dorfwirtschaft zur Christa und miteinander essen. Gela, Sabine, Inge und ich verleiben uns Lebensfreude-Apfe-Kiacherl ein. So ein Glück, dass keine auf … Brotzeit machen weiterlesen

Mein Japan

Die Nachrichten verblassen, Informationen werden weniger, die Bedeutung und Herausforderung bleibt. Japan ist da, ich halte es in Händen, kann es befühlen, kann mich ins Innere wagen. Mein Japan. Wenn ich das Japan in mir öffne, dann schaue ich in einen Spiegel, finde Verletzlichkeit, Berührbarkeit, finde viele Schattenspiegel. Ich finde mein Japan und ich kann es nicht einfach entsorgen. Dieser rote Ball hat mich anders auf die Welt, auf mein Dorf blicken lassen. Etwas ganz Zartes ist da, ein anderer Blick auf die Kostbarkeit des Lebens, eine große Lust, Leben zu feiern, es zu berühren, den Duft von Lebendigkeit einzuatmen. … Mein Japan weiterlesen

Besentanz und Wolkenritt

Besenzeit im Frühling, der Blick Richtung Walpurgis, Reinigung, Fliegen, magisches Werkzeug für Übergangsriten. Mit den Baumreisern binde ich die Kraft des Landes ein, die Erneuerungskraft der Birken oder mit dem Bergginster die Bergkraft. Besen als magisches Werkzeug habe ich in aller Welt getroffen, bei den Taigaschamaninnen oder in Indien. Sie stehen als Schutz vor den Haustüren, durch Verbrennen wird Windzauber gewirkt oder der Jahresübergang vollendet. An Walpurgis die alten Besen verbrennen und neue ins Haus holen. Wer sich auf den Besen stellt kann losen, orakeln. Zum Reinigen eignen sie sich bestens, Mensch und Tier werden rituell abgestreift und mancherorts wird … Besentanz und Wolkenritt weiterlesen