España mixed

Ich bin eine Schürzenjägerin, im wahrsten Sinne des Wortes. Hier gibt es raffinierte Kittelschürzenmodelle. Auf den Vendimiafotos sind einige zu sehen. Besen und Kittelschürzen liebe ich und finde, dass sie ideale Ritualgewänder sind. Dort, wo Kittelschürzen getragen werden, wissen die Leute auch etwas über die Meigas, die nordspanischen Druidinnen und Heilerinnen. Die Meigas tragen sie gerne bei ihrer Arbeit. Die blau-weiß-karierten Modelle finde ich besonders ansprechend, sie erinnern mich an den bayrischen Himmel. Zusammen Paellakochen. Zusammen essen. Überall auf der Welt hat das eine große Wichtigkeit. Ernte teilen auch. Hier reden alle davon, dass Deutschland mit den Schwesterstaaten Europas in … España mixed weiterlesen

Alltag und Fiesta

Die Vendimia ist gemacht, die Weinernte ist für dieses Jahr gut zu Ende gegangen.       Im alten Kessel, an der Feuerstelle wird gekocht. Es ist laut und aufgeregt, wir sind fröhlich, müde, zufrieden und hungrig.  Miteinander gearbeitet, miteinander gefeiert. Gastfreundschaft, reiche Ernte, Neues erfahren. Alle reden durcheinander und ich verstehe nichts. Ich glaube, ich verstehe nur Rocca. Ich arbeite gerne in Küchen und auf Feldern, in Weinbergen und im Stall, weil ich da viel erfahre. Der geteilte Alltag beschert mir gute Geschichten. Über die Curanderas, die Meigas, Lebenswege und Alltagsmagie. Rocca hat die Mitarbeit standhaft verweigert. Kein Blogartikel von … Alltag und Fiesta weiterlesen

A Guarda, Möwenbotschaft und Vendimia

Am Meer, am Ende Europas. So weit westlich, dass es eine Stunde länger hell ist. Der Brandung lauschen und den Schreien der Möwen. Ich sitze auf einem Möwenfelsen, lese Federn auf und nehme die Botschaft der schönen Vögel zu mir. Sie erzählen von den Gezeiten der Gefühle. Die Menschen hier am Meer leben mit den Gezeiten. Während der Zeit auf dem Felsen gebe ich mich dem Pulsieren des Meeres hin. Mich ausdehnen, zurückziehen, in den uralten Rhythmen. Was gebe ich in die Wasser des Lebens, welche Gefühle zu welchen Geschichten? Irgendwann, irgendwo werden sie mir an einem Küstensaum vor die … A Guarda, Möwenbotschaft und Vendimia weiterlesen

Vom Geisterdorf nach Pontevedra

Schauen, verweilen. So viele Pflanzen wachsen am früheren Miño-Ufer. Zum ersten Mal nach vielen Jahrzehnten ist es möglich, dass sie blühen. Samen, die lange warten können, so lange, bis die Zeit reif ist und es möglich ist. Der Miño begleitet meine Tage. Heute in Pontevedra. Ich bin hier, weil mich der Name gelockt hat. Irgendetwas ist da angeschwungen. Noch finde ich nichts hier, ausser einer zauberhaften Altstadt. Früher hätte ich mich sofort überall auf die Spur gemacht, nach dem, was mich nach Pontevedra gerufen hat. Heute sitze ich ganz entspannt im Café und denke, wenn es wichtig ist, dann zeigt … Vom Geisterdorf nach Pontevedra weiterlesen

Im Geisterdorf

Um mich mit dem Land zu verbinden, betanze ich es gerne, erzähle der Erde tanzend, wer ich gerade bin und horche mit den Fußsohlen, was mir das Land an Geschichten schenkt. Ein Tag in Mourulle, einem Geistedorf am Rio Miño, dem heiligen Fluss Galiciens. Das Dorf wurde vor 50 Jahren für den Miño-Stausee aufgegeben. Umsiedelung, Abschied, viel Zurückgelassenes, Trauer. Geschichten werden mir erzählt über Leute, die hier geboren wurden, gearbeitet haben, geliebt, gelebt. Neugier, was mich hier in Galizien erwartet. Rückschau, verlassene Häuser, neues Grün in den Ruinen. Das Dorf war nicht mehr zu sehen seit der Flutung. Ich tanze … Im Geisterdorf weiterlesen

In Galicien – En la Tierra de las Meigas

In Galicien, dem Land der Meigas, der Magierinnen. Die keltischen Wurzeln sind immer noch zu sehen, zu  spüren. Ich bereite Carmen darauf vor, dass ich mich mit ihrer Hilfe  – als Übersetzerin und Türöffnerin – auf die Spuren der Meigas machen will. Die anderen lachen, weil sie das schon kennen. Carmens Mutter war eine Meiga, was ihr erst in unserem Gespräch bewusst wird. Es war wohl sehr selbstverständlich, was sie gemacht hat. Die Leute kamen zu ihr, um sich heilen zu lassen und wenn sie etwas verloren hatten. „Sie hat etwas gesprochen, sich Zeit genommen und dann gesagt, ob es … In Galicien – En la Tierra de las Meigas weiterlesen

Eine kleine Herbstreise

Wieder einmal in Spanien, Altkastilien, bei der Verwandtschaft. Im Dorf umherstromern, die vielen Sommer vorbeiziehen lassen. Das Dorf ist leer, ein Pferd, Hunde, Hühner. Die alte Schule ist zugewachsen wie ein verwunschenes Schloss. Einstmalsgewesenes. Ich öffne die alten Türen, schaue auf gegangene Wege, begrüße die Tiere und höre auf die Stille. Das Dorf ist leer, von den Alten gibt es kaum mehr welche und die Veraneantes, die Sommerbewohner aus Bilbao sind schon gefahren. Herbst zieht ein. Ein kurzer Besuch in Machorras, einem Dorf in den Bergen bei den Pasjegos, den Bergbauern. Das was wie ein Auslaufmodell schien – Subsistenzwirtschaft in … Eine kleine Herbstreise weiterlesen

Aus der Katzenbronx

Hallo Du, ich schreibe heute für dich, wie es mir geht und so. Also naja, zum Glück ist Tante Olga Maria hier. Sie ist meine Katzennanny. Froh bin ich, dass sie nicht gehen kann, dann bleibt sie bei mir. Ich werde mich auf sie drauflegen, dann kann sie zusätzlich nicht weg. Besser so. Mein Pferd ist auch da, es ist ein Geschenk und ich hüte es. So ein schwarz-weißes Pferd wollte ich immer schon. Cambra ist in Galizien. Sie vertraut der Technik und will von dort aus schreiben. Als Baskin habe ich von Galizien gehört. Ob sich Cambra auf die … Aus der Katzenbronx weiterlesen

Die geheimen Treffpunkte

Wen soll ich danach fragen? Vielleicht die Alte im bemalten Dirndl. „Ein guter Treffpunkt ist links hinten,“ sagt sie, „zwischen dem Geröllfeld und der Tankstelle. Du wirst sie dort alle treffen. Wenn du dich dort öfter sehen lässt, wirst du herausfinden, wann die beste Zeit ist.“ „Gut,“ sage ich und gehe los. Ich bin eine Erforscherin geheimer Treffpunkte. Mittlerweile kenne ich den Ort, an dem sich im Frühjahr die Zaunköniginnen treffen oder die Wegkreuzung, an der die Percht mit ihrem Gefolge und den hiesigen Ortsgeistern zusammenkommt. Ich habe herausgefunden, wo sich nächtlichst die Katzen der Strasse versammeln und auch wo … Die geheimen Treffpunkte weiterlesen

Alltägliche und nichtalltägliche Treffunkte

Treffpunkte, Wegkreuzungen, Begegnungen, Feuer. Wo trifft sich wer, was wird dort gemacht, wann ist der richtige Zeitpunkt, wo der passende Ort? Ich klopfe meine Tage auf Treffpunkte ab. Heute und am Wochenende zum Beispiel in der Schweiz, in Wil, beim Council im Tipi und zur Mythenschöpferin. Die Begegnungen in der alltäglichen Wirklichkeit finden an scheinbar banalen Orten wie Café, Dorfwirtschaft, Einkaufsladen statt. Heiliger Morgentreffpunkt mit dem alltäglichen Leben. Freundschaftsweben an den Feuern. Zu diesen Treffpunkten fahre ich sogar durch Schnee und Nacht, weil sie mir so kostbar sind. Für die Begegnungen mit den Spirits, den Ahnen, Ortsgeistern oder anderen brauche … Alltägliche und nichtalltägliche Treffunkte weiterlesen