Brotzeit machen

In meiner Familie habe ich gelernt, wie wichtig es ist, dass man gut miteinander Brotzeit machen kann. Und wie wichtig es für eine Gemeinschaft ist, dass alle miteinander am Tisch sitzen, sich austauschen, feiern, füreinander das Brot brechen, Essen hin- und herreichen, sich Tee einschenken. Dabei haben wir erzählt, was uns gerade bewegt. Die Brotzeitzeiten waren immer gute Zeiten und noch heute ist es mir wichtig, dass ich mit anderen gut Brotzeit machen kann. Den Arbeitstag auflockern, in die Dorfwirtschaft zur Christa und miteinander essen. Gela, Sabine, Inge und ich verleiben uns Lebensfreude-Apfe-Kiacherl ein. So ein Glück, dass keine auf … Brotzeit machen weiterlesen

Mein Japan

Die Nachrichten verblassen, Informationen werden weniger, die Bedeutung und Herausforderung bleibt. Japan ist da, ich halte es in Händen, kann es befühlen, kann mich ins Innere wagen. Mein Japan. Wenn ich das Japan in mir öffne, dann schaue ich in einen Spiegel, finde Verletzlichkeit, Berührbarkeit, finde viele Schattenspiegel. Ich finde mein Japan und ich kann es nicht einfach entsorgen. Dieser rote Ball hat mich anders auf die Welt, auf mein Dorf blicken lassen. Etwas ganz Zartes ist da, ein anderer Blick auf die Kostbarkeit des Lebens, eine große Lust, Leben zu feiern, es zu berühren, den Duft von Lebendigkeit einzuatmen. … Mein Japan weiterlesen

Besentanz und Wolkenritt

Besenzeit im Frühling, der Blick Richtung Walpurgis, Reinigung, Fliegen, magisches Werkzeug für Übergangsriten. Mit den Baumreisern binde ich die Kraft des Landes ein, die Erneuerungskraft der Birken oder mit dem Bergginster die Bergkraft. Besen als magisches Werkzeug habe ich in aller Welt getroffen, bei den Taigaschamaninnen oder in Indien. Sie stehen als Schutz vor den Haustüren, durch Verbrennen wird Windzauber gewirkt oder der Jahresübergang vollendet. An Walpurgis die alten Besen verbrennen und neue ins Haus holen. Wer sich auf den Besen stellt kann losen, orakeln. Zum Reinigen eignen sie sich bestens, Mensch und Tier werden rituell abgestreift und mancherorts wird … Besentanz und Wolkenritt weiterlesen

Eine Medizin für jeden Tag

Meine Medizin, meine Zaubersubstanz, die ich immer dabei habe, die nichts kostet und leicht zu tragen ist, ausserdem wetterfest, temperaturunabhängig, fast nebenbei in alles einzurühren. Weil es eine Zaubermedizin ist, taugt sie für fast alles – zur Ausbalancierung, zur Reinigung oder Kräftigung. Es geht so – ich entscheide, was ich brauche. Heute zum Beispiel den kraftvollen Schritt hinter die kleine Angst, denn ich will aufs Dach steigen und noch andere kühne Dinge tun. Also hole ich die Medizin aus mir heraus – ich bewahre sie in mir auf. Dann singe ich sie in alles, was ich esse oder trinke. Ich … Eine Medizin für jeden Tag weiterlesen

Kehricht – Medizin – Orakel

Ungebrochene Lust auf Ausmisten, Fegen, Reinigen. Kehren ist da die einfachste Art. Hinauskehren, was winterverstaubt ist und Zeit zu gehen. Früher wurde den Toten nachgekehrt, wenn es Zeit war, dass sie endgültig gehen. Ich streue gerne Salz in die Ecken im Frühjahr und fege alles aus. Kehren, fegen, zusammenkehren als sammeln, mich mit dem Kehricht beschäftigen – lauter zauberkräftige Handlungen, die ich mit meiner Großmutter und den alten Frauen in Spanien verbinde, weil sie auf diese Weise damit umgegangen sind. Der Respekt vor dem Kehricht, der mit den Geistern verbunden ist – Kehricht als heilkräftige Substanz, die bisweilen sogar gegessen … Kehricht – Medizin – Orakel weiterlesen

Heiliger Frühlingsputz

Entstauben, Winterreste wegkehren, Ecken ausfegen. Reinigung als wichtige schamanische Tätigkeit. Da bin ich doch gut dabei im Alltag, im Haushalt. Ich liebe meinen Staubsauger, ein magic tool, das mir alles reinigt. Er macht seine tiefen Gesänge, ich kann mich gesanglich einklinken, schiebe mit ihm durch die Zimmer, schalte manchmal auf High-speed oder Tiefenreinigung und gehe in dem Bewusstsein, dass ich all meine Verstaubungen vor ihn auf den Teppich lege und sie aufsaugen, entfernen, reinigen lasse. Er nimmt sogar das mit, was ich gar nicht sehe, weil es so winzig kleine Flunserl von … sind. Mögen sie alle wohlbehütet im Staubsaugerbeutel … Heiliger Frühlingsputz weiterlesen

Der Duft der letzten Tage

Schaffenstage voller Frühlingsduft. Kurz vor Lübeck noch in der Buchbindewerkstatt von Sabine meinen Blog in Leporelloform gebracht. Zählen, sortieren, kleben … Da stehen mir meine silbernen Haare zu Berge. Ich beobachte, wie die Hände lernen, be-greifen, ertasten. Routine lässt mich kurz mal g´schlampert werden. Mit den Händen werken hat etwas Altes, es ist wie in der Erde graben, es dehnt die Zeit und macht die Bilder vom Kopfkino unscharf. Katalina, sie spiegelt mir einen Teil in mir, der null Veränderung will. Immer alles am selben Platz, kein Verreisen, keine Abenteuer, kein Risiko. Die Katalina in mir heißt Weigerl. Sie findet … Der Duft der letzten Tage weiterlesen

Auf dem Fluss des Lebens

Gut mit dem gehen, was ist. Dem Fluss des Lebens vertrauen, mich ihm hingeben. Das fordert heraus, gerade in diesen Zeiten. Und doch ist es das Einzige, was ich versuchen kann. Worte von einem der Hopi-Nation schreibe ich frei um, schreibe sie mir neben die Küchennotizen. Damit sie sich in den Alltagswirren nicht verlieren. Da ist ein Fluss, er fließt gerade sehr schnell. Es sind so viele GefährtInnen, die mit mir auf diesem wunderbaren Fluss des Lebens sind. Er ist im Moment so mächtig und reißend, dass wir manchmal Angst haben. Vielleicht werden wir versuchen, uns am Ufer festzuhalten, es wird … Auf dem Fluss des Lebens weiterlesen

Die Geisterbilder begraben

Im Frühling taucht besonders eines meiner Geisterbilder auf. Das der kundigen Pflanzenfrau, der mit der grünen Hand, bei der alles wundervollst wächst und gedeiht. Eine-meine Illusion in Grün. Ich bin keine Pflanzen- oder Gartenfrau. Alles beginnt nach kürzester Zeit zu verwildern, Eingepflanztes kommt nicht, es macht mir auch nicht wirklich Spaß, bis auf Bäume verstehe ich Pflanzen schlecht und so weiter – und doch gibt es da dieses Geisterbild von einer, die sich mit Pflanzen auskennen müsste. Ich nehme den Frühling und die Erneuerkraft und werde das Geisterbild begraben. Der Rauch von Artemisia und der helle Klang der Glocke begleiten … Die Geisterbilder begraben weiterlesen

Die Welt als Spiegel – Medicine Walk

Manchmal gehe ich aus der Haustüre, über die Schwelle, wie bei einem Medicine Walk. Raum und Zeit, bis ich wieder über die Schwelle zurückkomme, sind magischer Raum und Orakelzeit. Ich gehe über die Schwelle mit einem Anliegen, einer Widmung, einer Frage, wie auch immer. Manchmal ist es der Weg zur Edeka, zum Stall, manchmal die Fahrt nach München – es geht alles, weil das Werkzeug, der Medicine Walk, immer greift. Diesmal wollte ich etwas von der Kraft sehen, die mich im Moment gut trägt. Und in einen Spiegel schauen. Was sagt mir die Welt über mich? Was sehe ich im … Die Welt als Spiegel – Medicine Walk weiterlesen