Frühlingswind

Frühling lässt mich einen neuen Ort aufsuchen, Freiburg, Herzenskriegerin, Lesung. Ich scanne die kommende Zeit ab auf meinem Weg dorthin. Lese Ortsschilder, schaue auf Tierbegegnungen, in die Wolken … Weinberge – Grünkraut-Gullen-Knollengraben-Hotterloch … bin ich im Land der Weinzwerge? Vertrau keinem Plakat, informier dich. Wahlkamp- und Werbeplakate kann ich kaum auseinanderhalten. Ich meine, eines ist von der SPD, merke, dass es der Mediamarkt ist. CDU-Plakate verwechsle ich mit einer Versicherungswerbung. Hirschsprung-Falkensteig-Himmelriich … ah, frische Winde kommen da auf, während ich in die Ravennaschlucht fahre. Freiburg ist so bezaubernd wie alle sagen und ich finde ein altes, gehütetes Feuer vor, an dem … Frühlingswind weiterlesen

Stelen, Gold und östliche Sonne

Worte werden weniger, es entsteht eine Bilderstrecke. Wenn mir die Worte fehlen, sprechen die Bilder. Frühling – Erneuerung – die alten Stelen aus Spanien streichen – abgeblätterte Farbe – viele Winter, die ihre Spuren hinterlassen haben – Gedanken legen sich neben Krokusse – wollen schlafen im Frühlingswind – Rot angemischt – der rote Ball der östlichen Sonne schmerzhaft nah – mein Mikrokosmos – mein Platz in dieser Welt – meine Verantwortung – prüfen – malen – ordnen – Katze und Bienen Uranus, Kraft der Befreiung – wird es so sein? – Fragen manches will ich mir als Frage bewahren – … Stelen, Gold und östliche Sonne weiterlesen

Werkprozess IV – Tagesgeschehen und Weltereignisse

Parallellaufendes, mein Alltag, Katzengeschichten, Vortragsvorbereitung, Frühlingssonne und die Nachrichten über Japan, das, was sich herschwingt, was parallel geschieht an Gedanken, Gefühlen, Fragen, Antwortlosigkeit. Überprüfung von dem anderen Strang, dem Alltäglichen. Sie durchdringen sich. Der Werkprozess ist bald abgeschlossen. Jetzt ist noch einmal ganze Katzenkraft gefragt. Teachings für mich – bereits erledigte Dinge können schnell noch einmal gemacht werden müssen, „bleibe dabei ruhig und emotionslos,“ sagt Katalina und bespielt das Bild. Die Kralle ausgefahren, ein Loch im Stoff, mühsam Gebügeltes zerknautscht, im Ton des zerreißenden Stoffes ein Lied entdecken. Heile Gemeinschaften ehren alle Mitwesen in ihrer eigenen Kraft. Coyote-Lehrerin ist eine. … Werkprozess IV – Tagesgeschehen und Weltereignisse weiterlesen

Die Geschehnisse dieser Tage

Japan. Manches macht mich erstmal sprachlos. Ich sehe die Bilder, nehme Worte auf und begreife all das nur oberflächlich. Es sickert tiefer und wie jetzt, bei dieser weiteren Katastrophe unserer Weltengemeinschaft, merke ich, dass es größere Zusammenhänge gibt, komplexere, die das übersteigen, was ich sonst so sicher aufnehmen und einordnen kann. Ich nehme es wahr und dennoch begreife ich es nicht, nicht in einem ganz tiefen Fühlen und Verstehen. Joanna Macys Arbeit ist mir dabei sehr wichtig. Eine Arbeit, die wieder verbindet. Ich erlaube den Bildern und dem, was ich aufnehme, sich auszubreiten in mir. Ich wage es wirklich hinzuspüren. … Die Geschehnisse dieser Tage weiterlesen

Créme Vital, Pesto Mental, ein Kilo Ichwert

Einkauf – Produkte, Werbesprüche. Endlose Regale und dreißig Sorten Essiggurken. Ich brauche nur eine. Vielzahl macht Einkauf kompliziert. Heimlich fotografieren, weil es eigentlich nicht erlaubt ist. Was brauche ich? Was will ich eigentlich erwerben? Einen Liter reine Glückseligkeit am besten, die so schmeckt wie Prosecco. Wo sind die Fallen? Wieviel brauche ich wirklich? Was wandert in den Wagen, nur weil es mir was Besonderes verspricht? Was muss es mir versprechen, damit es in meinen Wagen wandert? Erfolgszwiebeln oder Alltagsweichspüler im Sparpack, Schönheitsjoghurt oder das Schlechte-Gewissen-Tilgungspaket, dieses Ich-tu-ja-was-und-bin-so bewusst-Produkt, um das Ich-tu-zu-wenig, Ich-sollte-müsste zu vertreiben. Diese Produktreihe finde ich dann im … Créme Vital, Pesto Mental, ein Kilo Ichwert weiterlesen

Blog wird Buch

Der Blog wird zu Papier gebracht. Wahrscheinlich weil ich konservativ bin, was meine Arbeit betrifft. Es gibt die Originale, die Postkarten-Collagen, ich drucke die Texte aus und halte gerne was in Händen. Ich mag Papier, Struktur, Befühlen, Hören. Also alles gepackt und ins Nachbardorf zu einer Freundin, Sabine Moosmüller, in die Werkstatt der Buchbindemeisterin. Die, mit der ich jeden Mittwoch zur Christa in die Wirtschaft gehe. Nach zwei Monaten Meditation im Zenkloster ist Sabine endlich wieder da. Ich habe bis jetzt ohne ihre fachkundige Unterstützung geklebt, gefaltet, geschnitten. Frei Hand. „Hm,“ sagt sie, „das hört sich nach Pfusch an, aus Handwerkerinnensicht. … Blog wird Buch weiterlesen

Ich gebe meine Stimme frei

Meine Stimme – ich habe sie wiedergefunden. Als Kind war sie noch verbunden mit anderen Welten und sie war frei. Damals habe ich gerne gesungen, tiefe, seltsame Töne von mir gegeben, stundenlang. Dabei habe ich riesige Flächen mit Zeichenteppichen überzogen, mich in Trance gesungen, geschaukelt, den Linien Klänge gegeben und alles knarzend benannt, was ich tue. Bewegung, Klang, Bild – alles war noch miteinander verknüpft. Die Kunst der Kindertage, die von einem heilen Ausdruck erzählt. Was ist dann passiert? Bildungsstätten, vereinbarte Codes erlernen müssen. Intellekt war gefragt, rationaler Zwang. Mein Singen wurde beschämt, Zweifel an meiner Stimme kamen auf und … Ich gebe meine Stimme frei weiterlesen

Die Clownin

Der Fasching ist vorbei und die Clowninkraft erwacht wieder. Eine alte Angelegenheit – meine arme feierfreudige Mutter hatte mit uns Faschingsmuffelkindern ihre liebe Not. Verkleidet standen wir da, ernste Gesichter, Trauerfotos, sie in Tanz- und Champagnerlaune. Hat sich da eine Gegenteilskraft gemeldet? Ein Contrary-Geist? Die Clowns im Zirkus – ich fand bei ihnen vieles, nur nicht, dass sie lustig sind. So wie Witze. Ich finde, dass unsere Gesellschaft keinen wirklichen Humor hat. Vielleicht braucht sie deshalb so viele Comedysendungen und Lachdosen. Auf Beerdigungen habe ich gerne gelacht als Kind, heiliger Ernst, unheiliges Lachen, das war nicht besonders salonfähig. Meine Mutter … Die Clownin weiterlesen

Blumen für dich zum internationalen Frauentag

Gratuliere, Blumen und Lustvolles, Erlesenes und ein Lied für dich zum internationalen Frauentag. Heute ist unser Tag, mögen wir verbunden sein mit unserer Kreativität, zutiefst in unserer Eigenmacht, unser Geburtsrecht einfordernd und solidarisch im Miteinander. Mögen wir für das freie, selbstbestimmte Leben aller Frauen auf der Welt mutig eintreten. So klingen die mails zum 8. März, die ich aus Russland bekomme. Das erste Mal war ich völlig überrascht ob der Wichtigkeit dieses Tages in Russland. Die Frauen schreiben sich, gratulieren sich, beschenken sich. Happy Women’s Day to you, great woman and great friend! WE in Russia have 3 days off this year, … Blumen für dich zum internationalen Frauentag weiterlesen

Council und Herzenskriegerin

Die ersten Tage im Jahr auf Reisen, in der Schweiz, zur Herzenskriegerin. Die Aussenwege eingeläutet mit einem Council. Die Nächte sind noch kalt, auch wenn das Feuer im Tipi kräftig ist. Der Redestab ist aus seiner Höhle gekommen, Geschichten haben sich ins Feuer erzählt, in Worten, im Gesang, im Schweigen. Sätze ins Feuer legen – ich übernehme die Verantwortung für meine Worte, die Anerkennung gebührt dem Kreis – das Schweigen ist so willkommen wie die Worte – im Council ist alles heilig, meine Freude, meine Wut, meine Antwortlosigkeit … Dem Lied des Feuers lauschen, den Atem sehen und am nächsten … Council und Herzenskriegerin weiterlesen