Frühlingsaufbruch

Seit zwei Tagen ist meteorologischer Frühling. Ich hinke ihm zwei Tage hinterher und weil ich es jetzt auch spüre, verabschiede ich mich von meinem Winterbild. Morgen breche ich auf, zum ersten Mal seit vier Monaten. Es zeigt sich, ob ich meinen Winter wirklich im Geist des Winters gelebt habe. So wie die Schneeglöckchen und Krokusse, stecke ich meinen Kopf heraus. Ich glaube, die Wurzelkraft ist stark – voller Freude packe ich, es ist fast wie der Aufbruch aus den Winterlagern, mit dem Blick in die Berge hinauf zu Dschailoo, den nomadischen Frühlings- und Sommerlagern. Noch ist es ein langer Weg … Frühlingsaufbruch weiterlesen

Die Notenge lachend weiten

Wenn ich wo anstehe, es eng wird und ich keine Lösung finde, wie Steuergedankenwürmer zum Beispiel, dann frage ich eine Freundin. Eine, die kundig ist bei dem Thema oder eine, von der ich weiß, dass sie die Medizin des Lachens kennt. Wie Luisa vorgestern. Da merke ich, wie mächtig das Lachen ist. Wenn es eine schafft, mich in meine Erstarrung und meinen Gedankenwurm hinein lachen zu lassen, dann sprengt das die Panik, die Gedankenenge, alles eigentlich. Es  ist der Austausch, das Drüberreden, Teilen von Erfahrungen, in die klaren Spiegel meiner Geschichten schauen, den Horizont weiten und eben in diese Geschichten … Die Notenge lachend weiten weiterlesen

Wenn die Zeit verfliegt

Auf dem Weg nach München – ein Hermelin – fast wie ein Suchbild – hält Zwiesprache mit mir – springt über die Rauhreifwiesen, Morgennebel, Sonnenstrahlen – seltsam zaubrische Bilder … und Wundersames – Luisa treffen im Tambosi – Zeit verschiebt sich, verfliegt, verwischt, Geschichten tanzen sich zu Rühreiern und Lachen flicht sich ins Muster unserer Königinnenstühle. Der Duft bunter Geschichten hängt in meinem Haar, beflügelt zum Zug geschlendert, mit guter Medizin und leichtem Sinn in der Handtasche. Wenn die Zeit verfliegt weiterlesen

Sie wusste nie, was sie werden wollte

Wieder mal was über sie, weil sie gerade neben mir liegt und in den letzten Februartag träumt, nebelleicht, mit einem Hauch von Gesang, den sie manchmal beim Schlafen macht.Katalina wusste nie, was sie werden wollte – Äffchen, Vogel, Pferd oder Katze. Sie liebt Pferde und deshalb auch Westernfilme. Bei Affen meine ich sowas wie Empörung zu sehen. Sowas will sie nicht sehen müssen, denn sie machen genau das, wonach ihr immer schon war. Nicht, dass sie einen kleinen Inkarnationsfehler gemacht hätte, sie wünscht sich nur eine Extension für Sprünge und Fliegen. Bei ihren Flugversuchen darf nicht gelacht werden. Es zerreisst dich … Sie wusste nie, was sie werden wollte weiterlesen

Werkprozess III – mit den Udagan-Frauen

Vortragsthema Gemeinschaft. Was gehört zu tragenden, heilen Gemeinschaften? Was können wir von den First Nations dazu lernen? Wie ist es umzusetzen? Indem ich zum Beispiel mein Riesenbild zu den Frauen trage, wir gemeinsam überlegen, wie sich der Vortrag choreographiert und wir anfangen uns auf dem Stoff zu bewegen. Christine, Monika, Ursula – tanzen, bewegen, befühlen, was die Bilder erzählen, was in den Kreisen für Medizin ist. Die Frauen begegnen sich, besingen das Bild in einer langen Nacht. Reisen, Geschichten, Gespinste, Verwebtes – der Duft von kraftvoller Gemeinschaft. Meine professionellen Ritual-Performance-Freundinnen, mit denen ich so viel lachen kann, so viel Tiefe … Werkprozess III – mit den Udagan-Frauen weiterlesen

Werkprozess II – mit Katze

Es geht langsam im Winter. Ich bebrüte den Vortrag im frauen museum wiesbaden, krizzle Notizen auf Küchenzettel. Aus dem Spraydosengrau ist Pastellkreidengrau geworden. Die Sprühtests – zum Glück gemacht – verliefen chaotisch. Die Kreiden sind sicherer, dauern länger. Das Bügeleisen versaut, Kratzaktion. Arbeiten im Speicher, der kalt ist. Katalina ist immer dabei. Sie zieht unsichtbare Muster, als ginge sie auf Geisterpfaden. Wenn ich ihre Wege zeichnen würde, kämen seltsame Landkarten, sich überlagernde Diagonalen, Quadrate dabei heraus. Sie scheint einen Plan zu verfolgen. Dias herrichten, Beamertest, komplizierte Idee gehen nicht, das Einfachste ist die Lösung. Erinnerungen an den Hikoi, an die … Werkprozess II – mit Katze weiterlesen

Hinter der Hag

Auf der Hütte, hinter der Hag, hinterm Dorfrand, fast schon in der Bergwildnis. Und dementsprechend sehen die aus, die zu Besuch kommen. Ein Hermelin, das zum Fenster hereinschaut und uns den Tag über begleitet. Eine Wölfinfigur. In den Bergen bei Ursula Kaiser, einer uralten Freundin, mit der ich ganz neue, alte Wege wiedergefunden habe. Sie hat mir früher Zaubergärten gezeigt und wie ich Skulpturen formen kann. Mit ihr habe ich Trommelsessions auf Kochtöpfen gemacht und in Regentonnen gebadet. Alltag zelebriert. Jetzt bestaune ich wie sie Wohnorte für Geister macht und die Spirits einlädt, Platz zu nehmen in den geheimnisreichen Figuren. Die … Hinter der Hag weiterlesen

Erkältung und Winterverständnis

Fast vergessen – noch einen Monat ist Winter. Eine kleine Erkältung erzählt davon. Sie erfreut mich allerdings auch ein bisschen. Es ist eine, die in jedem Niesen etwas über Hybris lehrt. Wie war das mit Isa und der gefährlichsten Zeit des Winters? Die kleine Erkältung erzählt von einer Frau, die mit den Jahreszeiten gehen will und mitten im Februar, frühlingshaft gekleidet – dauert es ihr etwa zu lange? – über die Felder hüpft. Sie spricht mit einer anderen weisen Frau, die auch weiß, wie wichtig es ist, mit den Jahreszeiten zu gehen. Auch diese Frau hat eine Erkältung und beide … Erkältung und Winterverständnis weiterlesen

Meine Katze will einen Altar

Katalina findet ja, dass sie der Superstar des Blogs ist. Seitdem wir den Blog machen, ist sie ein bisschen gewachsen. Eine Frage kam mal: Coole Katze, gibt´s die auch in echt? Und, dass das montierte Bild von ihr auf dem Pfosten ziemlich gut ist. Ich soll schreiben, dass sie echt sei und, dass das nicht montiert ist. Sie macht sowas, klettert hoch, sitzt oben, klettert wieder runter. Sie ist eine Ritualkatze. Völlig strukturierter Alltag, der so eine Art Dauerritual ist, das wäre ihres. Sie liebt Altäre, sitzt gerne darauf und jetzt will sie einen für das, was ihr wichtig ist. … Meine Katze will einen Altar weiterlesen

Die versehrten Wörter

Um manche Wörter will ich mich kümmern. Es sind die entkräfteten, ausgelutschten, die missbrauchten, entwerteten, welche, die ihre Unschuld verloren haben, welche, die ich nicht mehr hören kann. Dafür habe ich verschiedenen Schachteln, gefütterte, abschließbare, große mit viel Freiraum, je nachdem, was die Wörter brauchen. Ich nehme Ute Schirans Impuls auf, lege sie rein und schicke sie auf Reha. Eines ist jetzt endgültig fällig. Hochfrequent. Ich schicke es auf Erholungsreise, weil es ein schnelles, billiges Wertewort geworden ist. Es dient der spirituellen Überheblichkeit. Da gibt es die, die hochfrequent sind und die, die eben nicht so – ja was denn … Die versehrten Wörter weiterlesen