Stelen, Gold und östliche Sonne

Worte werden weniger, es entsteht eine Bilderstrecke. Wenn mir die Worte fehlen, sprechen die Bilder. Frühling – Erneuerung – die alten Stelen aus Spanien streichen – abgeblätterte Farbe – viele Winter, die ihre Spuren hinterlassen haben – Gedanken legen sich neben Krokusse – wollen schlafen im Frühlingswind – Rot angemischt – der rote Ball der östlichen Sonne schmerzhaft nah – mein Mikrokosmos – mein Platz in dieser Welt – meine Verantwortung – prüfen – malen – ordnen – Katze und Bienen Uranus, Kraft der Befreiung – wird es so sein? – Fragen manches will ich mir als Frage bewahren – … Stelen, Gold und östliche Sonne weiterlesen

Werkprozess IV – Tagesgeschehen und Weltereignisse

Parallellaufendes, mein Alltag, Katzengeschichten, Vortragsvorbereitung, Frühlingssonne und die Nachrichten über Japan, das, was sich herschwingt, was parallel geschieht an Gedanken, Gefühlen, Fragen, Antwortlosigkeit. Überprüfung von dem anderen Strang, dem Alltäglichen. Sie durchdringen sich. Der Werkprozess ist bald abgeschlossen. Jetzt ist noch einmal ganze Katzenkraft gefragt. Teachings für mich – bereits erledigte Dinge können schnell noch einmal gemacht werden müssen, „bleibe dabei ruhig und emotionslos,“ sagt Katalina und bespielt das Bild. Die Kralle ausgefahren, ein Loch im Stoff, mühsam Gebügeltes zerknautscht, im Ton des zerreißenden Stoffes ein Lied entdecken. Heile Gemeinschaften ehren alle Mitwesen in ihrer eigenen Kraft. Coyote-Lehrerin ist eine. … Werkprozess IV – Tagesgeschehen und Weltereignisse weiterlesen

Die Clownin

Der Fasching ist vorbei und die Clowninkraft erwacht wieder. Eine alte Angelegenheit – meine arme feierfreudige Mutter hatte mit uns Faschingsmuffelkindern ihre liebe Not. Verkleidet standen wir da, ernste Gesichter, Trauerfotos, sie in Tanz- und Champagnerlaune. Hat sich da eine Gegenteilskraft gemeldet? Ein Contrary-Geist? Die Clowns im Zirkus – ich fand bei ihnen vieles, nur nicht, dass sie lustig sind. So wie Witze. Ich finde, dass unsere Gesellschaft keinen wirklichen Humor hat. Vielleicht braucht sie deshalb so viele Comedysendungen und Lachdosen. Auf Beerdigungen habe ich gerne gelacht als Kind, heiliger Ernst, unheiliges Lachen, das war nicht besonders salonfähig. Meine Mutter … Die Clownin weiterlesen

Council und Herzenskriegerin

Die ersten Tage im Jahr auf Reisen, in der Schweiz, zur Herzenskriegerin. Die Aussenwege eingeläutet mit einem Council. Die Nächte sind noch kalt, auch wenn das Feuer im Tipi kräftig ist. Der Redestab ist aus seiner Höhle gekommen, Geschichten haben sich ins Feuer erzählt, in Worten, im Gesang, im Schweigen. Sätze ins Feuer legen – ich übernehme die Verantwortung für meine Worte, die Anerkennung gebührt dem Kreis – das Schweigen ist so willkommen wie die Worte – im Council ist alles heilig, meine Freude, meine Wut, meine Antwortlosigkeit … Dem Lied des Feuers lauschen, den Atem sehen und am nächsten … Council und Herzenskriegerin weiterlesen

Sie wusste nie, was sie werden wollte

Wieder mal was über sie, weil sie gerade neben mir liegt und in den letzten Februartag träumt, nebelleicht, mit einem Hauch von Gesang, den sie manchmal beim Schlafen macht.Katalina wusste nie, was sie werden wollte – Äffchen, Vogel, Pferd oder Katze. Sie liebt Pferde und deshalb auch Westernfilme. Bei Affen meine ich sowas wie Empörung zu sehen. Sowas will sie nicht sehen müssen, denn sie machen genau das, wonach ihr immer schon war. Nicht, dass sie einen kleinen Inkarnationsfehler gemacht hätte, sie wünscht sich nur eine Extension für Sprünge und Fliegen. Bei ihren Flugversuchen darf nicht gelacht werden. Es zerreisst dich … Sie wusste nie, was sie werden wollte weiterlesen

Werkprozess II – mit Katze

Es geht langsam im Winter. Ich bebrüte den Vortrag im frauen museum wiesbaden, krizzle Notizen auf Küchenzettel. Aus dem Spraydosengrau ist Pastellkreidengrau geworden. Die Sprühtests – zum Glück gemacht – verliefen chaotisch. Die Kreiden sind sicherer, dauern länger. Das Bügeleisen versaut, Kratzaktion. Arbeiten im Speicher, der kalt ist. Katalina ist immer dabei. Sie zieht unsichtbare Muster, als ginge sie auf Geisterpfaden. Wenn ich ihre Wege zeichnen würde, kämen seltsame Landkarten, sich überlagernde Diagonalen, Quadrate dabei heraus. Sie scheint einen Plan zu verfolgen. Dias herrichten, Beamertest, komplizierte Idee gehen nicht, das Einfachste ist die Lösung. Erinnerungen an den Hikoi, an die … Werkprozess II – mit Katze weiterlesen

Meine Katze will einen Altar

Katalina findet ja, dass sie der Superstar des Blogs ist. Seitdem wir den Blog machen, ist sie ein bisschen gewachsen. Eine Frage kam mal: Coole Katze, gibt´s die auch in echt? Und, dass das montierte Bild von ihr auf dem Pfosten ziemlich gut ist. Ich soll schreiben, dass sie echt sei und, dass das nicht montiert ist. Sie macht sowas, klettert hoch, sitzt oben, klettert wieder runter. Sie ist eine Ritualkatze. Völlig strukturierter Alltag, der so eine Art Dauerritual ist, das wäre ihres. Sie liebt Altäre, sitzt gerne darauf und jetzt will sie einen für das, was ihr wichtig ist. … Meine Katze will einen Altar weiterlesen

Ich und mein Gartenzwerg

Wie besonders ist Alltag doch mit all seinen Wesen, die darin vorkommen. Die Dorfkatzen zum Beispiel. Sie erzählen von freien Wegen und Sinnlichkeit. Ich liebe ihren Witz und ihre Eigenheiten, kreuze ihr Wege, frage sie nach ihrem Namen und freue mich darüber. Ich und mein Gartenzwerg, sagt Moritz. Christa wohnt bei ihm und arbeitet in seinem Haus als Dorfwirtin. Noch ist der Biergarten zu und der Zwerg träumt sich Richtung Frühling. Er und Moritz kennen sich schon lange. Ich finde den Zwerg eher langweilig mit seiner ewigen Träumerei. Dennoch ist er einer der eindruckvollsten, die ich kenne. Moritz (Schwarzekatzenfotoproblematik!) ist mein … Ich und mein Gartenzwerg weiterlesen

Einverleibungen und Wirtshausbilder

Ein Essen bei der Christa im Wirtshaus. Dort, wo sich illustre Kreise einfinden. Der Frauenstammtisch neben den Alteingesessenen – was für ein Wort! – unsere Schmarrnrunde, die Fremden, Touris, Hoagascht-Leute, MusikerInnen und Moritz, der Kater dazwischen. Für Katalina was von den bunten Guatln mitgenommen. Auf keinen Fall ein Portrait, sagt Christa. So sieht es dann halt aus. Unter einem Salatblatt finde ich auf einmal eine Frage. Sie liegt da wie eine Schnecke und ich fische sie heraus. Was verleibe ich mir ein? Welche Geschichten, welche Bilder, Wörter, welche Farben? Salat und Grün, wie mein Pulli oder Rote-Beete-Rot mit drei Zeitungsartikeln? … Einverleibungen und Wirtshausbilder weiterlesen